08.11.2012 14:43
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China – quo vadis?

China wuchs im dritten Quartal 2012 nur 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2010 meldete die Volksrepublik noch ein Wachstum von 10,4 Prozent und im Jahr 2011 9,3 Prozent.

Über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung gibt es sehr kontroverse Ansichten. Während die Bullen die Meinung vertreten, dass Chinas Wirtschaft die Talsohle bereits erreicht hat und das investitionsgetriebene, rapide Wachstum bald wieder aufnehmen wird, gehen die Bären von einer Eskalation der Strukturprobleme und einer weiteren deutlichen Abschwächung aus.

Michael Pettis, China-Experte und Finanzprofessor an der Universität in Peking, prognostizierte auf einer Konferenz in New York letzten September einen deutlichen, langfristigen Rückgang der Wachstumsraten auf drei bis fünf Prozent, beginnend in zwei, drei Jahren. Hintergrund dieser Prognose ist der notwendige Wandel von dem von Investitionen getriebenen Wachstumsmodell zu einer Wirtschaft, die vom Konsum getragen wird. Bis jetzt hatten die Anstrengungen Chinas, den privaten Konsum anzukurbeln, aber wenig Erfolg. Die Binnenkonjunktur zeigt sich weiterhin schwach und die Konsumausgaben fielen auf 35 Prozent des GDP’s. In den letzten zehn Jahren ist zwar die Wirtschaftsleistung stark angestiegen, nicht aber die Einkommen der privaten Haushalte. Ein kräftiger Anstieg der Löhne, höhere Zinsen und eine Aufwertung der Währung seien laut Pettis für eine Anpassung des Wachstumsmodells notwendig. Dies wird aber ein langsamer und schmerzhafter Prozess werden, der von sehr niedrigem Wachstum begleitet wird.

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