28.11.2012 09:32
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„China richtet Wachstumsmodell auf Konsum aus“

Nach dem Machtwechsel in Peking könnte der Markt an Einfluss gewinnen. Wachstum dürfte sich beschleunigen.

Als am 15. November 2012 das Politbüro in Peking neu besetzt wurde – Xi Jinping hat Hu Jintao als Generalsekretär der Kommunistischen Partei beerbet und wird im März 2013 neuer Präsident – wurden steigende Einkommen, bessere Sozialleistungen, ein höherer Binnenkonsum und nachhaltiges Wachstum als Hauptziele beschlossen.

„Wir gehen davon aus, dass es in China zunächst nur graduelle Reformen geben wird – wie es dem aktuellen Fünfjahresplan entspricht“, schätzt Dr. Rudolf Apenbrink, Chief Executive Officer bei HSBC Global Asset Management EMEA, die Folgen für die Wirtschaftspolitik ein. Ein wichtiges Ziel der neuen Regierung sei es, das reale Bruttoinlandsprodukt zwischen 2010 und 2020 zu verdoppeln. Für die Jahre 2012 bis 2020 entspräche das einem jährlichen Wachstum von 6,9 Prozent. Zudem soll das Pro-Kopf-Einkommen sowohl für die städtische als auch für die ländliche Bevölkerung bis 2020 verdoppelt werden. „Damit wird deutlich, dass das Wachstumsmodell der Regierung stärker auf den Konsum ausgerichtet werden soll“, sagt Apenbrink.

Die Kommunistische Partei stellt darüber hinaus eine weitgehende Deregulierung in Aussicht, damit der Markt stärker an Einfluss gewinnen kann. Dazu zählen Finanzreformen, einschließlich der Liberalisierung der Zinssätze und der Freigabe des Renminbi. Privaten Unternehmen soll gegenüber Staatsbetrieben ein gleichberechtigter Zugang zum Markt und zu Produktionsmitteln gewährt werden. Mit einer Reform der Umsatzsteuer will die Regierung die steuerlichen Belastungen für kleine und mittelgroße Unternehmen senken, was dem Dienstleistungssektor zugute kommen dürfte. „Für Investoren sind die geplanten Strukturreformen ein positives Signal“, bewertet Apenbrink die Vorhaben der chinesischen Regierung. „Meiner Einschätzung nach dürften davon mittel- und langfristig die Branchen Automobile, Bildung, Energie, Gesundheitswesen, Infrastruktur, Technologie, Versicherung, Wealth Management und Wasseraufbereitung profitieren.“

Auch Philipp E. Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin & Cie AG, sieht den wirtschaftlichen Ausblick für das Land der Mitte unter der neuen Führung positiv. Dass die künftige Regierungsspitze Chinas von linientreuen Politikern und weniger von reformfreudigen besetz werde, mache zwar wenig Hoffnung auf große Impulse für die Wirtschaft. „Das Wachstum dürfte sich jedoch auch ohne zusätzliche fiskalische oder monetäre Impulse wieder beschleunigen.“ In der Vergangenheit habe eine Beschleunigung im Industriesektor stets auch zu einer Outperformance von chinesischen Aktien gegenüber dem MSCI World geführt. „Dies ist in den kommenden Monaten auch zu erwarten“, so Bärtschi. Im Vergleich zu seiner eigenen Historie sei der chinesische Aktienmarkt um über 20 Prozent unterbewertet. „Auch im Vergleich zu anderen Schwellenländern ist China günstig“, meint der Chefstratege. Die bestehende Risikoprämie lasse sich mit der politischen Unsicherheit und schwächeren Wachstum in diesem Jahr erklären, welches auch zu einer Reduktion der Gewinnschätzung geführt habe. Bärtschi geht davon aus, dass sich beide Faktoren bereits im ersten Quartal 2013 ändern werden: „Die Bank Sarasin erwartet in der ersten Jahreshälfte 2013 erste Aufwärtsrevisionen bei den Gewinnschätzungen der Analysten. Wenn die Gewinne und die Bewertungen im Jahr 2013 gleichzeitig steigen, ergibt sich ein signifikantes Aufwärtspotenzial für chinesische Aktien.“

(PD)

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