11.01.2017 15:34
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Danske Invest: Wahlen werden das Wachstum in Europa nicht beeinflussen

Verglichen mit dem Zustand der Weltwirtschaft Anfang 2016 beginnt das neue Jahr mit einem ansehnlichem Fortschritt. „In 2017 sollte das globale Wachstum von mehreren Seiten fundamentale Unterstützung erfahren", meint Jan Holst Hansen, Chefanalyst bei Danske Invest, und blickt verhalten positiv in die Zukunft.

2017 stehen für Jan Holst Hansen vor allem zwei Faktoren im Mittelpunkt: Ein im Aufwind befindlicher Produktionssektor und die Unterstützung durch die Finanz- und Geldpolitik. Der Produktionssektor vermeldet erhöhte Auftragseingänge sowie einen Anstieg der Erzeugerpreise und der Nachfrage. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Finanzpolitik weiterhin locker bleiben wird, während wir im geldpolitischen Bereich mit keinen weiteren Lockerungen rechnen.

Allokation und Anlageklassen

Wir beginnen das neue Jahr mit einer moderaten Übergewichtung in Aktien aus den Industriestaaten. Für 2017 erwarten wir keine drastischen Zinsanhebungen und sind der Meinung, dass die Korrektur am Anleihemarkt, bei der die Zinsen gestiegen und die Anleihekurse gefallen sind, allmählich zu Ende geht. In Bezug auf Unternehmensanleihen sind wir im Allgemeinen neutral eingestellt und bevorzugen europäische Anleihen gegenüber US-Anleihen. Darüber hinaus gefallen uns nach wie vor Staatsanleihen aus den Schwellenländern in Lokalwährung, da deren Zinsen hoch und die Währungen günstig sind.

Europa

„In Europa legen wir besonderes Augenmerk auf die Finanz- und Geldpolitik. Die Europäische Kommission hat mitgeteilt, dass sie künftig eine noch lockerere Finanzpolitik als 2016 unterstützen wird. Damit gibt es grünes Licht, dass die Staatshaushalte der Länder noch weiter aus dem Ruder laufen dürfen und die Länder noch stärker auf Wachstum als auf die Haltbarkeit der öffentlichen Wirtschaft setzen können. Das wird eine anhaltend expansive Finanzpolitik zugunsten des Wachstums unterstützen. Wir gehen außerdem davon aus, dass die EZB 2017 an ihrem gemäßigten Ton festhalten wird.

Ein anderes Thema für die europäische Wirtschaft wird im Jahresverlauf die politische Unsicherheit sein. 2017 stehen in Europa nämlich erneut einige bedeutende Wahlen an, dieses Mal in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Insgesamt sollte das Wachstum in Europa nach unseren Erwartungen 2017 auf dem gleichen Niveau liegen wie 2016.

USA

Nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten lautet nun die große Frage, welche Teile seines politischen Programms realisiert werden. Am wahrscheinlichsten ist Trumps umfassendes Steuerpaket, und das kann in der zweiten Jahreshälfte 2017 moderat positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Insgesamt erwarten wir in den USA im kommenden Jahr ein Wachstum von etwa 2,5%, das unter anderem durch deutliche Fortschritte am Arbeitsmarkt unterstützt wird. Außerdem rechnen wir mit zwei bis drei Zinsanhebungen der Zentralbank.

Schwellenländer

China wird unseres Erachtens sowohl in der Finanz- als auch in der Geldpolitik Lockerungen beibehalten. Sollte die Wirtschaft zurückfallen, wird China insbesondere die Infrastruktur-investitionen erhöhen, um sein Wachstumsziel von 6,5 Prozent zu erreichen. Im zweiten Halbjahr wird der Fokus auf dem Nationalen Volkskongress liegen, in dem Präsident Xi Jinping einen Großteil der politischen Führung des Landes austauschen wird. Bis dahin dürften Chinas Politik und das Wachstum des Landes unserer Ansicht nach unverändert bleiben.

In den restlichen Schwellenländern erwarten wir 2017 eine allmähliche Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbanken, was dem Wachstum dienlich sein wird. Zu den fundamentalen Unsicherheiten zählen das Risiko, dass in den USA nach Trumps Wahl Protektionismus einkehren wird, und steigende US-Zinsen, die die Volkswirtschaften der Schwellenländer unter Druck setzen würden. Alles in allem gehen wir jedoch davon aus, dass das Wachstum in den Schwellenländern 2017 wesentlich besser ausfallen wird als 2016.

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