Deutscher Fondshandel beruhigt sich
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Allmählich ebben die Schockwellen, die auch durch den Fondshandel gegangen sind, ab, so die Deutsche Börse AG.
Dennoch: Wer aktiv sei, verkaufe - und zwar quer durch alle Fondstypen und Anlageschwerpunkte. Einige Fonds würden aber auch in die Depots gelegt.
"Ein komisches Bild" sehe Christoph Schmidt von N.M. Fleischhacker. "Die Umsätze sind weiterhin überdurchschnittlich, aber nicht mehr auf dem Niveau der Woche zuvor. Da war aber auch der Punk abgegangen." Nun wären wohl alle Nöte gehandelt und die Investoren hielten sich bedeckt. Wer jetzt aktiv sein, verkaufe fast ausschließlich, und das über alle Fondstypen hinweg. Matthias Präger von DBM teile diese Beobachtung: "Die Märkte haben sich etwas stabilisiert." Nach der noch hektischen Eröffnung gestern beruhige sich das Geschehen wieder.
Anders als die überwiegend professionellen Investoren im ETF-Handel würden sich Fonds-Anleger nach wie vor von Geldmarkt-Papieren trennen. Verkauft würden etwa der DWS Geldmarkt Plus (ISIN DE0008474230/ WKN 847423) und der UniOpti 4 (ISIN LU0262776809/ WKN A0KEBS). "Presse und Talksshows verunsichern die Anleger. Sie glauben, ihr Geld ist nur sicher, wenn sie es in der Hand halten", beschreibe Schmidt das Sentiment. Dabei müsste der einzelne Fonds gar keine "toxischen" Engagements halten. "Es gilt die Sippenhaft."
Aber auch die sonst als sichere Häfen geltenden Immobilien würden aus den Depots fliegen, beispielsweise der KanAm grundinvest (ISIN DE0006791809/ WKN 679180), der SEB ImmoInvest (ISIN DE0009802306/ WKN 980230) oder der CS Euroreal (ISIN DE0009805002/ WKN 980500). Lediglich im KanAm US-grundinvest (ISIN DE0006791817/ WKN 679181) gäbe es nennenswerte Käufe. "In diesem Immobiliensektor sind die Preise so tief gefallen, dass das vielleicht Schnäppchenjäger anlockt", versuche Schmidt die Aktivitäten zu erklären.
Wenig Neues gebe es auch bei den Portfolios mit deutschen Aktien. "Diese Fonds werden immer noch verkauft", wisse Schmidt. Bemerkenswert sei das gehandelte Volumen im cominvest Fondak (ISIN DE0008471012/ WKN 847101). Deutschlands ältester Fonds - immerhin seit 1959 im Markt - locke anscheinend aktive Trader und führe in dieser Woche die Liste der meistgehandelten Fonds an. "Jetzt halten sich Käufer und Verkäufer die Waage", ergänze Schmidt. Vielleicht nutze auch die häufige Medienpräsenz von Fondsmanagerin Heidrun Heutzenröder. Aus der Reihe würden die überwiegenden Käufer im DWS Deutschland (ISIN DE0008490962/ WKN 849096) fallen.
Aber auch der Astra Fonds (ISIN DE0009777003/ WKN 977700), ein dynamischer Mischfonds mit Schwerpunkt auf deutsche Aktien werde von den Anlegern gekauft, wie Präger berichte. Auch bei europäischen Wachstumswerten hätten Anleger wieder zugelangt und sich den European Growth Fund (ISIN LU0048578792/ WKN 973270) von Fidelity ins Depot gelegt.
"Wenn Emerging-Market drauf steht, wird es nicht gemocht", fasse Schmidt das Anlegerverhalten zusammen. Bis auf wenige Ausnahmen: Der cominvest Fund European Emerging Market Equity (ISIN LU0081500794/ WKN 987339) finde Abnehmer. Der Anlageschwerpunkt liege auf russischen Energie- und Rohstoffunternehmen sowie auf türkischen Banken. Auch ein BRIC-Fonds (ISIN LU0214875030/ WKN A0D85R) und ein Portfolio mit asiatischen Aktien würden abgestoßen, ergänze Präger.
Wie Prärger berichte, würden sich Anleger für die Grund- und Rohstoffbranche interessieren. Sie würden den M&G Global Basics Fund A (ISIN GB0030932676/ WKN 797735) kaufen, der weltweit breit gestreut in Unternehmen dieses Sektors investiere. (21.10.2008/fc/a/f)


