09.11.2012 07:45
Bewerten
 (0)

„Die Zinsen sind zu niedrig“

Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutsche Bank, empfiehlt Beratern Strategien gegen finanzielle Repression.

„Finanzielle Repression in Form eines negativen Realzinsniveaus entsteht, wenn die Zinsen sicherer Staatsanleihen unter die Inflationsrate fallen“, erklärt Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Geschäftskunden der Deutschen Bank. Dadurch würden konservative Anleger, die bevorzugt in risikoarme Papiere investieren, nach Steuern und Inflation reale Kapitalverluste erleiden. Die bedeute jedoch nicht, dass die Inflation zu hoch ist. „Die Inflation in Europa dürfte 2013 bei 1,8 Prozent liegen, das entspricht in etwa dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank“, erwartet Stephan. Das Problem sei das niedrige Zinsniveau. Aktuell erzielten zehnjährige Bundesanleihen nur eine Rendite von gut 1,5 Prozent. „In den USA sieht es nicht besser aus“, sagt der Deutsche Bank-Stratege. „Zehnjährige US-Treasuries rentieren bei 1,7 Prozent, die Inflation dürfte dort 2013 aber rund 2,4 Prozent betragen.“

Da Stephan auch mittelfristig kein deutlich höheres Zinsniveau erkennen kann, empfiehlt er Anlageberatern, dass ihre sicherheitsorientierten Kunden darüber nachdenken sollten, „die Risikoleiter hinaufzusteigen.“ Investments in höher verzinsliche Anleihen und am Aktienmarkt seien rentabel. „Das Gesamtrisiko des Portfolios muss dabei natürlich immer im Auge behalten werden“, schränkt der Experte ein. Pfandbriefe oder Covered Bonds könnten dabei den ersten Schritt darstellen. Sie böten eine etwas bessere Rendite als Bundesanleihen, passten durch ihre Besicherung aber auch in ein konservatives Risikoprofil. Als Alternative zu Staatsanleihen seien Unternehmensanleihen grundsätzlich attraktiv. „Allerdings werden diese Papiere – ähnlich wie Covered Bonds – bereits stark nachgefragt. Die Rendite von Unternehmensanleihen guter Qualität liegt deshalb unter drei Prozent.“ Papiere mit längerer Laufzeit könnten jedoch zu einer höheren Verzinsung führen. Zudem empfiehlt er die Rentenmärkte der Schwellenländer: „Aktuell favorisiere ich Malaysia, Brasilien und Mexiko. Staatsanleihen dieser Länder rentieren über die Inflationsrate bei meist soliden Fundamentaldaten.“

Wenn Anleger ihr Vermögen schützen und zugleich langfristig positive Renditen erzielen wollen, sollten Berater über Investments in dividendenstarke Blue Chips nachdenken. Zwar stellen sie einen weiteren Schritt auf der Risikoleiter dar, als Beimischung seien sie aber auch für konservativ ausgerichtete Kunden interessant. „So könnten europäische Titel aus dem Stoxx 600 im kommenden Jahr eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent erzielen, in Sektoren wie Energie und Gesundheitswesen sogar etwas mehr“, erwartet Stephan. Unternehmen aus den USA schütteten hingegen traditionell weniger Kapital aus. „Ich erwarte aber ein solides Dividendenwachstum in meinen aktuell favorisierten Sektoren Finanzen und IT.“

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX um Nulllinie -- EZB-Leitzins bleibt unverändert -- Goldman Sachs, UBS & Co. bringen wegen Brexit wohl Tausende Jobs nach Frankfurt -- Netflix Umsatzsprung erfreut Anleger -- VW, Fresenius im Fokus

Experte der Bank of America: Jeder Forex-Trader braucht jetzt einen Twitter-Account. Haustürgeschäfte, falsche Rechnungen, Kundenhotlines: Diese Rechte haben Verbraucher. Trumps mächtiges Werkzeug: Erlasse des US-Präsidenten. Vertrauen in die Altersvorsorge stark gesunken.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
BASF BASF11
E.ON SE ENAG99
Commerzbank CBK100
Bayer BAY001
Apple Inc. 865985
Nordex AG A0D655
Allianz 840400
Deutsche Telekom AG 555750
K+S AG KSAG88
Netflix Inc. 552484
Deutsche Lufthansa AG 823212
BMW AG 519000