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05.05.2005 10:35

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Die besten Allwetter-Fonds


Gewinne erzielen, ohne große Verluste befürchten zu müssen – das ist der Traum jedes Anlegers. Flexibel gemanagte Fonds kommen diesem Idealbild recht nahe. Als Basisinvestment sind sie nicht nur in unruhigen Börsenzeiten erste Wahl.

Dennis Stattman: Erfolgreich auch bei stürmischem Börsenwetter

Dennis Stattman schafft, was Anleger von einem Fondsprofi bei stürmischem Börsenwetter erwarten. Er läuft zur Hochform auf. Wie im Herbst 2001, als die Finanzmärkte in aller Welt noch unter dem Schock der Terroranschläge vom 11. September standen. Der Fondsmanager aus den USA handelte, wie man es von einem alten Investmenthasen erwartet. Er witterte eine günstige Kaufgelegenheit und erhöhte die Aktienquote im MLIIF Global Allocation (ISIN LU 007 246 242 6) um rund 20 Prozent. Im Gegenzug fuhr er den Anteil an Cash und Anleihen im Portfolio zurück.

So gelang ihm, was den meisten seiner Kollegen im miesen Börsenjahr 2001 versagt blieb. Sein Mischfonds profitierte vom kurz darauf einsetzenden Kursaufschwung der Aktien und wies am Ende des Jahres ein klares Plus auf. "Ich kann die Aktien- und Anleihenquote des Fonds sehr flexibel an neue Bedingungen anpassen", erklärt Stattman.

Der richtige Mix optimiert das Rendite-/Risikoprofil

Eine Freiheit, die keineswegs üblich ist, sich aber auszahlt. So geriet der MLIIF Global Allocation trotz diverser Crashs und Krisen in seiner 16jährigen Geschichte nur zweimal leicht ins Minus und schrieb dabei ein Plus von über 500 Prozent.

Stattmans Erfolge bestätigen, was Profis seit langem wissen. Die Mischung macht’s. Dies hatte der Wirtschaftswissenschaftler Harry Markowitz bereits vor einem halben Jahrhundert in seiner Nobelpreisgekrönten Portfoliotheorie nachgewiesen. Der richtige Mix im Depot verhilft dem Portfolio nicht nur zu mehr Ertrag, sondern reduziert auch das Risiko deutlich.

Jens Ehrhardt: "Es gibt derzeit keine klaren Signale, wie es weitergeht"

Und Absicherung ist das, was langfristig zählt. Vor allem dann, wenn die klaren Trends fehlen. Wie aktuell: Unter Experten herrscht starke Verunsicherung, ob die sonnigen Zeiten nach zwei Jahren Börsencomeback für Monate vorbei sind oder ob die Kursverluste der vergangenen Wochen vielleicht doch nur ein reinigendes Gewitter sind. "Es gibt derzeit keine klaren Signale, wie es weitergeht", meint Vermögensverwalter Jens Ehrhardt.

Belastungsfaktoren gibt es schließlich zuhauf. Der hohe Ölpreis läßt Inflations- und Zinssorgen wieder aufleben, strukturelle Probleme in den USA und China könnten die Finanzmärkte kräftig durcheinanderwirbeln. Wer jetzt als Investor einseitig auf Aktien oder Anleihen setzt, kann daher viel gewinnen, aber auch sehr viel verspekulieren.

Der gewinnbringenden Mix ist für Privatanleger schwer zu finden

Den gewinnbringenden Mix selbst zu finden und immer wieder rechtzeitig anzupassen, ist allerdings ebenso schwer wie zeitraubend. Das Portfolio nach dem Rat der Hausbank auszurichten, hat sich schon in der Vergangenheit kaum gelohnt. Zu häufig werden Produkte angepriesen, die gerade populär, aber letztendlich wenig gewinnbringend sind. Beispiel Rentenfonds: Obwohl viele Experten vor einer Überbewertung der Anleihen warnen, werden Bondfonds noch immer hartnäckig als sicheres Investment verkauft.

Vermögensverwaltung per Fonds ist daher eine Lösung für dieses Problem, meinen Experten wie Rüdiger Sälzle. Der Geschäftsführer der Analysefirma FondsConsult sieht in flexibel gemanagten Produkten ein wichtiges Basisinvestment für Privatanleger, um kostspielige Fehler zu vermeiden. Ein Fonds für alle Börsenlagen.

Manager kleben nicht mehr wie früher sklavisch an einer Benchmark

Zum Glück hat sich die Angebotspalette hier zuletzt deutlich erweitert. Manager kleben nicht mehr wie früher sklavisch an einer Benchmark. Viele Investmentprofis dürfen heute sehr frei mit einem reichhaltigen Instrumentarium an Anlagemöglichkeiten agieren. Daß es immer noch einen Nachholbedarf gibt, zeigen derzeit die ausländischen Anbieter. Ob Merrill Lynch, UBS oder JP Morgan – sie alle drücken mit Produkten auf den Markt, die den Privatanlegern ihre Vermögensverwaltung zum großen Teil aus der Hand nehmen.

In Deutschland spielten bisher neben Mischfonds vor allem Total- und Absolute-Return-Produkte eine Rolle, deren Bilanz bis auf einige Ausnahmen allerdings bisher recht mager ausgefallen ist. Seit vergangenem Jahr sind nun auch die sogenannten Superfonds zugelassen, die beinahe in allem investiert sein dürfen, was Geld bringt. Neben Aktien, Anleihen und Fonds sind auch Geldmarktpapiere und Derivate erlaubt.

Jens Ehrhardt: "Verlustvermeidung hat beim DJE Tri Style Priorität"

Fondsverwalter wie Bernd Greisinger mit seinem BG Global Dynamic (ISIN LU 012 651 848 8) oder Jens Ehrhardt mit dem DJE Tri Style (ISIN AT 000 070 117 2) nutzen in ihren Superfonds die neugewonnene Freiheit, um neben Gewinnen vor allem eines zu erreichen: "Verlustvermeidung hat bei uns Priorität", sagt Ehrhardt, der mit dem DJE Tri Style den ersten Superfonds Deutschlands auf den Markt gebracht hat.

Bei etwas riskanten Anlagezielen setzt Ehrhardt nicht nur auf Einzelwerte, sondern berücksichtigt breitaufgestellte Aktienfonds wie den Asienfonds Lux Topic Pacific (ISIN LU 018 884 747 8). Und wenn es an der Börse mal ganz düster aussieht, dann kann sich Ehrhardt ganz aus Aktien zurückziehen, um sein Geld in Anleihen oder Immobilienfonds zu stecken.

Risikovermeidung durch breite Streuung

Schnelles Umschichten in Cash oder Anleihen wird auch bei anderen Managern großgeschrieben. Beispiel UBS Global Allocation Fund (ISIN LU 019 721 655 8): Der Anteil internationaler Anleihen weicht derzeit um über 20 Prozentpunkte vom historischen Durchschnitt des Portfolios ab, der von US-Bonds um 29 Prozentpunkte. Risikovermeidung durch eine große Anzahl von Titeln ist ein anderer beliebter Trick. So umfaßt das Portfolio von Stattman bis zu 600 Titel. Kein Wert hat dabei mehr als ein Prozent Anteil.

Miles Geldard, Manager des JPMorgan Global Capital Preservation (ISIN LU 007 021 194 0), setzt zudem auf Wandelanleihen, die in Baissezeiten weniger verlieren als etwa Aktien. Derivate bieten in vielen Fonds zusätzlich die Möglichkeit, sich gegen Kursverluste abzusichern. Dennoch: Zaubern können die Manager nicht. Trotz aller Freiheiten rutschte etwa der UBS-Global-Allocation-Fonds zweimal in seiner 22jährigen Geschichte in die Verlustzone.

"Königsdisziplin des Fondsmanagements"

Die Qualität des Managements entscheidet. Gefragt sind erfahrene Investmentprofis, die "die Königsdisziplin des Fondsmanagements" beherrschen, wie es Experte Sälzle formuliert. Soll heißen: Die Verantwortlichen müssen die verschiedenen Märkte richtig lesen können und dementsprechend handeln. Bei der Umsetzung dieser Strategie zeigen sich allerdings erhebliche Unterschiede.

Große Investmentbanken wie Merrill Lynch, UBS oder auch JP Morgan können auf ein weltweites Analysten-Netz zurückgreifen, das bei der Titelauswahl entscheidend mithilft. Zusätzlich gibt es im Managementteam eine ganze Reihe von Fachleuten, die die einzelnen Anlagekategorien wie Anleihen oder Aktien abdecken.

Auch "Einzelkämpfer" überzeugen

Der Aufwand der Einzelkämpfer wie Fondsmanager Luca Pesarini muten dagegen doch recht bescheiden an. Verstecken muß er sich dennoch nicht. Pesarini kommt mit seinem aktiv gemanagten Mischfonds Ethna Aktiv (ISIN LU 013 641 277 1) seit 2002 auf ein Plus von über 40 Prozent.

Auch das Zwei-Mann-Fondsteam des Plutos International (ISIN LU 012 250 525 7) leistet mit seinem Mischfonds gute Arbeit: In den vergangenen drei Jahren fuhren die Vermögensverwalter aus dem Taunus ein Plus von 26 Prozent ein. Eine noch längere Erfolgshistorie hat der MLIIF Global Allocation vorzuweisen, der seit 1989 im Schnitt einen Gewinn von knapp zehn Prozent abgeworfen hat.

Stattman hat Aktienquote reduziert

Und Investmentprofi Denis Stattman tut auch alles, damit die Erfolgsgeschichte weitergeht. In den vergangenen Monaten hat der Manager den Aktienanteil in seinem Portfolio Schritt für Schritt reduziert. Gerade noch rechtzeitig, bevor das Wetter an den Weltbörsen in den vergangenen Wochen umgeschlagen hat und die Wertentwicklung seines Fonds verhageln konnte.



Die Tricks der Profis: Von Cash bis Terminmarkt

Klassische Fonds werden daran gemessen, ob sie in einem bestimmten Zeitraum besser oder schlechter abschneiden als ein Vergleichsindex. Die neuen Superfonds wollen dagegen in jeder Marktlage Gewinne bringen oder wenigstens die Verluste überschaubar halten. Die Mittel dafür sind vielfältig:

Good old Cash ist eine der Methoden. Während die meisten "Normalo-Fonds" in Krisenzeiten ihre Cash-Quote, wenn überhaupt, auf nur zehn bis 20 Prozent ausdehnen, werfen die Manager der Alleskönner-Fonds schon mal alle Aktien über Bord. 100 Prozent Cash – warum nicht?

In alle Anlageklassen investieren, je nach Marktlage, ist ein weiteres probates Mittel. Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe. Spekulation auf steigende wie auch auf fallende Kurse. Alles ist möglich.

Diversifikation. Mehrere hundert Einzelwerte in einem Fonds können das Risiko senken. Diversifikation statt Konzentration.

Absichern. Eine der wichtigsten Strategien ist es, aufgelaufene Gewinne zu sichern. Das geht am besten am Terminmarkt, wo etwa Aktienbestände mit Optionen gesichert werden. Fallen die Kurse, gewinnen die Optionen an Wert und "retten" das Depot.



Babylonische Sprachverwirrung
Geld machen in jeder Marktlage – ein Konzept, das sich immer mehr Fonds auf die Fahne schreiben. Mischfonds, Absolute Return und Total Return, Superfonds, Hedgefonds – die Bezeichnungen und Gattungen der Fonds sind so mannigfaltig wie verwirrend, zumal die Marketingabteilungen mit Namensgebungen wie Capital Preservation oder Tri Style für zusätzliche Verwirrung sorgen. Ein kleines Abc tut not.

Mischfonds
Der Klassiker. Investiert wird in Aktien wie auch in Anleihen. Das Problem daran: Die meisten Mischfonds sind starr. Am Verhältnis der beiden Anlageklassen wird nur wenig oder gar nichts verändert. Anleger legen sich also von vornherein fest, wenn sie etwa in einen 50:50-Mischfonds investieren. Absolut flexibel investierende Mischfonds sind die Ausnahme.

Absolute- und Total-Return-Fonds
Unter Absolute Return laufen in der Mehrheit Fonds, die ein absolutes Ertragsziel haben und Verluste vermeiden wollen. Total-Return-Produkte dagegen sind hauptsächlich Rentenfonds, die nicht nur auf den Zinsertrag setzen, sondern aktiv auch an den Kursbewegungen der Anleihen Geld verdienen wollen. Das Problem: Die Fondsgesellschaften halten sich nicht immer an diese Abgrenzungen, oft werden die Begriffe synonym verwendet.

Superfonds Diese Fonds können in alle zulässigen Anlage-Instrumente investieren, also auch in andere Fonds, Derivate, Futures und Optionen. Nicht zu verwechseln mit Hedgefonds, bei denen auch Leerverkäufe und der Einsatz von geliehenem Geld möglich sind.

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