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16.11.2009 12:22

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Die besten Japan-Aktienfonds


Wien (aktiencheck.de AG) - Trotz struktureller Herausforderungen und dringendem Reformbedarf seitens der neuen Regierung sehen Experten eine Vielzahl von attraktiven Investmentmöglichkeiten am japanischen Aktienmarkt, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Man müsse nur genau suchen - denn die meisten erfolgreichen Nischenaktien würden von Analysten links liegen gelassen. Bester Japan Aktienfonds im aktuellen "e-fundresearch"-Ranking auf Basis der risikoadjustierten Rendite (Sharpe Ratio) sei der Polar Capital Japan (ISIN IE0030772507/ WKN 749721). In den letzten fünf Jahren habe er Anlegern eine durchschnittliche jährliche Performance von +2,12 Prozent gebracht. Unwesentlich besser sei - mit einem Plus von 2,91 Prozent - die Wertentwicklung seit Jahresbeginn verlaufen. Die größten Positionen in dem von James Salter gemanagten Fonds seien derzeit Financials und Industrials mit Anteilen von 26,34 bzw. 22,81 Prozent am Gesamtvolumen.

Ronald Slattery, Manager des Zweitplatzierten Fidelity Funds - Japan Advantage A JPY (Fidelity Funds - Japan Advantage Fund A (JPY)), habe derzeit nach eigenen Angaben Unternehmen der chemischen Industrie stark übergewichtet. "Ich sehe bei zyklischen Unternehmen wie Mitsubishi Gas Chemical und Central Glass günstige Investmentmöglichkeiten, ebenso bei überverkauften defensiven Werten wie Kobayashi Pharmaceutical und NTT DoCoMo", erkläre Slattery. Zuletzt habe er zudem das Engagement bei führenden Banken und Versicherungen verstärkt.

Der Fidelity Funds - Japan Advantage A JPY habe seit Jahresbeginn ein Performanceplus von 1,40 Prozent erzielt. Trotz einer negativen Performance von -4,38 Prozent auf Dreijahressicht sei er über diesen Zeitraum der erfolgreichste Fonds im Ranking. Über die letzten fünf Jahre habe die durchschnittliche jährliche Performance +1,05 Prozent betragen. "In nächster Zeit erwarte ich keine signifikanten Kursbewegungen, da in Japan eine große Unsicherheit bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung herrscht", so Slattery.

June-Yon Kim erwarte eine V-förmige Erholung der japanischen Wirtschaft. Er sei verantwortlich für einen weiteren Fidelity Fonds im Ranking - den FAST - Japan Advantage A (Fidelity Funds - Japan Advantage Fund A (JPY)). "Die exportabhängige japanische Wirtschaft hat natürlich erheblich unter dem weltweiten Nachfragerückgang gelitten. Andererseits sollte Japan verstärkt von einer globalen Konjunkturerholung profitieren", so der Fondsmanager. Er glaube, dass die neue Regierung den Japanern Hoffnung auf dringend notwendige Strukturreformen gemacht habe.

Laut Ruth Nash, Managerin des JOHCM Japan Retail GBP (ISIN IE0034388466/ WKN A0DPQV), seien die Aussichten für die japanische Wirtschaft "bestenfalls düster". "Trotzdem sind wir sehr positiv gestimmt, was die japanische Börse betrifft. Wir sind davon überzeugt, dass der japanische Markt zu den am ineffizientesten bewerteten unter den großen Weltmärkten gehört", so Nash. Es sei in Japan möglich, Unternehmen zu finden, die in ihren Branchen zwar zu den Weltmarktführern gehören würden, aber trotzdem völlig unterbewertet seien.

"Wir machen uns einige Sorgen über die Entwicklung der japanischen Wirtschaft auf mittlere Sicht - besonders was die Deflation betrifft", so auch Andrew Porter, Manager des Threadneedle (Lux) - Japanese Equities (Threadneedle (Lux) Japanese Equities AU). So habe die Bank of Japan erst kürzlich in einer Veröffentlichung durchblicken lassen, dass die Deflation bis 2012 andauern könnte und, dass sie das keineswegs beunruhige. "Wir sind dagegen der Meinung, dass Deflation ein klares Hindernis für die Entwicklung der Volkswirtschaft eines Landes ist", so Porter weiter.

"Japanische Unternehmen haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie hervorragende Qualität produzieren können", so Adam Matthews, Manager des JF Japan Alpha Plus A Dist USD (JF Japan Alpha Plus A (dist) - USD), von J.P. Morgan. Auch er sehe derzeit eine Reihe von attraktiven Gelegenheiten am japanischen Aktienmarkt. Man müsse aber sehr genau nach guten Unternehmen Ausschau halten. Es gebe nämlich eine Reihe von hervorragenden Firmen, die auch in dem derzeit schwierigen Szenario Gewinne schreiben würden.

Matthews empfehle Investoren, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die in ganz Asien erfolgreich tätig seien. Dazu würde etwa Suzuki gehören. Interessant wären auch Autozulieferer und Handelsunternehmen. In seinem Fonds seien derzeit Domestic Services übergewichtet. Ebenfalls übergewichtet seien Eisen- und Stahlunternehmen. "Uns interessieren besonders Nischenunternehmen mit guten Entwicklungsperspektiven", erkläre der J.P. Morgan-Fondsmanager.

Auch Porter schätze nach eigenen Angaben Unternehmen, die in den globalen Nischenmärkten eine gewichtige Rolle spielen würden. "Das wirtschaftliche Umfeld in Japan dürfte weiterhin schwierig bleiben. Die Nischenmärkte sollten sich hingegen auf mittlere bis längere Sicht gut entwickeln", so der Threadneedle-Experte. Viele dieser Unternehmen würden über reichlich Cashreserven verfügen, die sie in weiteres Wachstum investieren könnzen.

"Ein wichtiger Faktor ist natürlich die Politik der neuen Regierung mit möglicherweise neuen konjunkturfördernden Maßnahmen. Chancen sehe ich weiterhin bei Finanzdienstleistern, die ihre Bilanzen stärken oder IT-Unternehmen, die von einer Nachfrageerholung bei Halbleitern, LCD-Bildschirmen oder PCs profitieren können", so Fidelity-Experte Kim. Auch sein Kollege Slattery sehe Chancen bei Financials. So hätten Banken und Versicherungen unter der Befürchtung des Marktes gelitten, dass die Regierung eine Schuldenobergrenze für kleine und mittlere Unternehmen einführen werde.

Nach Ansicht von Experten dürfe bei Japan-Investments eine Reihe von strukturellen Herausforderungen nicht aus den Augen gelassen werden. Eine der größten sei die demographische Entwicklung - die japanische Gesellschaft gelte als extrem überaltert. Erst kürzlich hätten Medienberichte für Aufsehen gesorgt, dass das Verkaufsvolumen für Seniorenwindeln jenes für Kleinkinder mittlerweile übersteige. "Aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen in der japanischen Gesellschaft werden immer kleinere Autos und Wohnungen genauso wie deutlich weniger Reisen nachgefragt", so Matthews.

"Wenn Investoren an Japan denken, dann denken sie meistens an große Namen wie Sony, Canon, Toyota und Honda - allesamt Unternehmen, die viel Beachtung seitens der Analysten genießen. Aber 45 Prozent der japanischen Aktien werden nicht von Analysten gecovered", so Nash. Dabei würden viele dieser Unternehmen alles andere als klein sein, sich in ihren Nischenmärkten gut etabliert haben sowie über führende Technologien verfügen. "Genau hier liegen die Chancen bei japanischen Aktien", bringe es Nash auf den Punkt.

"Das Auffüllen von Lagerbeständen dürfte der japanischen Wirtschaft in den nächsten Monaten weiterhin Aufwind verschaffen. Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis sieht es zwar nicht so positiv aus, aber sowohl das Kurs-Buchwert-Verhältnis als auch das Kurs-Cashflow-Verhältnis sind im langfristigen Vergleich sehr attraktiv", so Kim. Er verfolge nach eigenen Angaben eine Mischung aus einem Growth- und Value-Ansatz. "Da ich auch Short gehe und Derivate einsetze, kann ich in diesem Umfeld einen zusätzlichen Mehrwert für die Anleger erzielen", so Kim weiter. (16.11.2009/fc/a/f)

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