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27.10.2009 09:30

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ETF Anleger scheinen vorsichtiger zu agieren


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Angesichts der Kursgewinne in den großen Indices - der Dax legte in den vergangenen drei Monaten in der Spitze um 11 Prozent, der DJ Euro Stoxx 50 um über 13 Prozent zu - scheinen Anleger vorsichtiger zu agieren, so die Deutsche Börse AG.

Bernardus Roelofs von Flowtraders beobachte nach wie vor eine positive Stimmung bei Anlegern, doch der Kaufwille sei etwas abgeflacht. Eric Wiegand von der Deutschen Bank schätze, dass einige Investoren glauben würden, dass die Rally der vergangenen Monate ihrem Ende entgegen laufe und die Zinsen wieder ansteigen könnten. Und Frank Mohr von der Commerzbank sehe ein gezieltes und zunehmendes Interesse an Short-Produkten auf DAX und DJ EURO STOXX 50. "Die Anfragen nach der Funktionsweise der Short-ETFs nehmen zu. Investoren bereiten sich auf Kursrückgänge vor."

Aber noch würden sie kaufen. Vor allem die europäischen Indices wie DJ EURO STOXX 50 (iShares_DJ_EURO_STOXX_50_(DE)), DJ STOXX 50 (Lyxor_ETF_DJ_Euro_Stoxx_50) und DJ EURO STOXX 600 (ISIN FR0010616250/ WKN A0Q9UV) oder FTSE 100 (UBS_ETF_FTSE_100) stünden dabei im Zentrum des Interesses. DAX-ETFs (db_x-trackers_DAX_(R)_ETF_1C) dagegen seien eher auf der Verkäuferseite zu finden. Doch die Anlegermeinung sei nicht ganz einheitlich, meine Roelofs. Investoren würden den MSCI Europe ETF von iShares (iShares_MSCI_Europe_(DE)) verkaufen. "Vielleicht ist einigen Investoren alles viel zu schnell gegangen."

Short-Produkte würden gehandelt, doch ein einheitlicher Trend lasse sich nicht ausmachen. Der Short-DAX ETF von db x trackers (db_x-trackers_SHORTDAX_(R)_Daily_ETF_1C) werde überwiegend gekauft, während Short-Produkte auf europäische Indices verkauft bzw. der doppelt gehebelte ETF von ETFX (ISIN DE000A0X9AC4/ WKN A0X9AC) gekauft würden.

Breit ausgerichtete Indexfonds auf Schwellenländer-Indices (db_x-trackers_MSCI_EMERGING_MARKETS_TRN_INDEX_ETF_1C) würden in dieser Woche mehrheitlich verkauft. Doch auch der eine oder andere Investor steige noch ein über den db x-trackers Asien ex Japan (db_x-trackers_MSCI_AC_ASIA_EX_Japan_TRN). Selektiv würden Investoren in Japan (UBS_ETF_MSCI_Japan_A) oder Taiwan einsteigen.

Brasilien habe in der vergangenen Woche eine Kapitalsteuer von zwei Prozent auf Aktienkäufe durch ausländische Investoren erhoben, um die starke Aufwertung des Brasilianischen Real zu stoppen. "Diese Maßnahme hat Investoren zunächst verunsichert", habe Roelofs gesagt. Brasilien-ETFs (iShares_MSCI_Brazil_DE) seien sowohl gekauft als auch verkauft worden.

Wie Gregor Hamme von der UniCredit Group aus London melde, habe die jüngste Aktion der ING Anleger aus der Bahn getragen. Der niederländische Finanzdienstleister wolle eine Kapitalerhöhung durchführen, um die Staatskredite zurückzuzahlen. Zudem möchte der Finanzkonzern das Banken- und Versicherungsgeschäft aufspalten.

Bei Investoren sei diese Meldung nicht gut angekommen, die Aktie habe neun Prozent verloren und auch andere Unternehmen des Sektors nach unten gezogen. Hamme habe beobachten können, dass Investoren nach Bekanntgabe der Meldung Sektoren-ETFs auf Versicherungen verkauft hätten (iShares_DJ_STOXX_600_Insurance_(DE)). Durchwachsen sehe es bei Banken (LYXOR_ETF_MSCI_EMERGING_MARKETS) aus. ETFs aus den Sektoren Grundstoffe (Lyxor_ETF_DJ_Stoxx_600_Basic_Resources) oder Bau (iShares_DJ_STOXX_600_ConstructionMaterials_(DE)) dagegen würden klar gekauft.

Das vermutete Ende der Börsenrally rufe Marktteilnehmer auf den Plan, die darauf setzen würden, dass sich die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen ausweiten würden. "Investoren kaufen ein entsprechendes Shortprodukt, das dieser Entwicklung Rechnung trägt", berichte Eric Wiegand. Bei einer Ausweitung der Renditeabstände gewinne der ETF. Auch auf steigende Zinsen werde über einen Short-ETF auf den europäischen Staatsanleihen Index i-boxx spekuliert (db_x-trackers_II_SHORT_IBOXX_EUR_SOV_EUROZONE_TR_IDX_ETF_1C).

Wie Mark Schönbrodt von der DekaBank melde, würden in dieser Woche einige Investoren auf einen Anstieg im FTSE/EPRA European Property Index Fund setzen und den entsprechenden ETF (iShares_FTSE/EPRA_European_Property_Index_Fund_(DE)) kaufen. Der Index bewege sich bereits seit Anfang Juli wieder stetig nach oben. (27.10.2009/fc/a/f)

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