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01.02.2011 13:35

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ETF-Handel Schwellenländer-Begeisterung angekratzt


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die in diesem Jahr ohnehin gebremste Euphorie in Sachen Schwellenländer hat durch die Turbulenzen in Ägypten nochmals einen Dämpfer bekommen; Anleger konzentrieren sich lieber auf die Industrieländer, so die Deutsche Börse AG.

"Die Unruhen in Ägypten versetzen die Märkte in Aufruhr", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. Schwellenländerfonds stünden klar auf den Verkaufslisten, der Trend gehe hin zu den großen Industrieländerindizes. Dabei seien die Umsätze hoch geblieben. "Der Januar war der beste Monat in unserer Geschichte", berichte Roelofs. Auch die Commerzbank melde anhaltend hohe Volumina. Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank habe allerdings eine "Verlangsamung gegenüber dem Jahresanfang" ausgemacht, er spreche von "soliden Umsätzen".

Ausgesprochen beliebt würden - wie in den Vorwochen - die Standardwerte bleiben, etwa EURO STOXX 50- (db x-trackers DJ EURO STOXX 50 (R) ETF 1D) und S&P 500-Tracker (iShares S&P 500 (DE)). Der EURO STOXX 50 profitiere derzeit von der hohen Gewichtung von Finanzwerten, für die viele Analysten Nachholbedarf sehen würden, wie Andreas Bartels von der Commerzbank erläutere. Doch auch Nordamerika gehöre zu den Rennern: "Die US-Wirtschaft ist 2010 so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr, vor allem der Privatkonsum hat zugelegt", so Roelofs. DAX-ETFs kämen nicht mehr so gut an, Market Maker würden einhellig von Abgaben (db x-trackers Dax (R) ETF 1C) bei hohen Volumina berichten. Auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage würden DAX-Tracker abermals die ersten drei Plätze belegen. Dafür würden sich die Anleger mit DAX Short-Produkten (iShares STOXX Europe 600 Insurance (DE)) positionieren, wie Bartels festgestellt habe. Die Bonitätsherabstufung Japans durch Standard & Poor's habe Indexfonds, die den japanischen Markt abbilden würden, im Übrigen nicht geschadet. "Verkäufe haben wir nicht gesehen, allerdings ist es um Japan schon seit einiger Zeit still geworden", heiße es vonseiten der Commerzbank.

Auch in Sachen Schwellenländer (iShares MSCI Emerging Markets (DE)) sei die Kauffreude dahin: "Das Bild bei den Emerging Markets ist gemischt", erkläre Sidi Kleefeld. Während es im vergangenen Jahr quasi nur Käufe gegeben habe, sei das in diesem Jahr anders, die Abgaben hätten sich zuletzt sogar noch verstärkt. Etwa werde das Emerging Markets Flaggschiff der Deutschen Bank (db x-trackers MSCI EMERGING MARKETS TRN INDEX ETF 1C) eher abgegeben. "Wir sehen zwar auch Zuflüsse, es wird aber nicht mehr blind gekauft." Der Commerzbank zufolge würden sich Anleger aber durchaus bei einzelnen Ländern, etwa Russland (LYXOR ETF Russia (DJ RUSINDEX TITANS 10) A) positionieren.

Indextracker mit ausschließlich ägyptischen Aktien würden in Europa nicht gehandelt, deutlich Federn infolge der Unruhen aber der Lyxor Pan Africa (LYXOR ETF PAN AFRICA A) habe lassen müssen, wie Bernardus Roelofs melde. Auf Sicht von einem Monat seien Verluste von 11 Prozent zu verbuchen. Auf Sicht von sechs Monaten liege die Performance aber schon wieder im grünen Bereich, für die vergangenen zwölf Monate könne der Fonds sogar mit einem Plus von fast 17 Prozent aufwarten. Der ETF zeichne die Entwicklung afrikanischer Unternehmen etwa aus dem Rohstoff- oder Telekommunikationsbereich nach, mit einem Anteil von gut 8 Prozent sei der Baukonzern Orascom Construction Industries mit Sitz in Kairo prominent vertreten.

Im Handel mit Sektoren-Indexfonds würden die gleichen Trends wie bei Direktanlagen in Aktien dominieren. "Die Underperformer des vergangenen Jahres werden gekauft, die Outperformer verkauft", erkläre Kleefeld und nenne als Beispiele Automobil-ETFs, von denen sich Anleger getrennt hätten, und Banken-ETFs, die zugekauft würden. Auch andere Marktteilnehmer würden großes Interesse an Finanzwerten (ComStage ETF Dow Jones STOXX (R) 600 Financial Services TR I) sehen. Flow Traders melde darüber hinaus noch Zuflüsse in Health Care- (LYXOR ETF DJ STOXX 600 HEALTH CARE) und Rohstofffonds (EasyETF S&P GSCI (TM) CAPPED COMMODITY 35/20 A EUR unhedged) sowie Abflüsse aus der Technologie- (db x-trackers DJ STOXX (R) 600 TECHNOLOGY ETF 1C) und Wasserbranche (iShares S&P Global Water (DE)).

Renten-ETFs würden nach wie vor nur wenige Anhänger finden. Auf den Verkaufslisten stünden der Commerzbank zufolge vor allem Indexfonds, die langlaufende deutsche Staatsanleihen abbilden würden, etwa der iShares eb.rexx Government Germany 5,5-10,5 (iShares ebrexx (R) Government Germany 55-105 (DE)) und der Comstage iBoxx Euro Sovereign Germany Capped 5-10 (ComStage ETF iBOXX EUR Sovereigns Germany Capped 5-10 TR I). Laut Deutscher Bank gebe es allerdings Zuflüsse bei Geldmarktfonds wie dem db x-trackers II Eonia (db x-trackers II EONIA TOTAL RETURN INDEX ETF 1C) und Rentenfonds mit Staatspapieren mittlerer Laufzeit, etwa dem db x-trackers II iBoxx Sovereign Eurozone 3-5 (db x-trackers II iBoxx EUR Sovere Eurozone 3-5 Total Return). (01.02.2011/fc/a/f)

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