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01.09.2009 17:04

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ETFs richtungsloser Handel


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten in den vergangenen fünf Handelstagen bewirkt einen eher richtungslosen Handel mit ETFs, so die Deutsche Börse AG.

Offenbar würden die Meinungen darüber, wie es mit der Wirtschaft und der Börse weitergehe, ziemlich auseinandergehen. Viele würden in Wartestellung verharren. Bei den Umsatzrennern, an Dax und DJ Euro Stoxx 50 gekoppelte ETFs, seien Käufer und Verkäufer aktiv. "Es kommt zwar auch zu Abgaben, aber ganz verabschieden aus dem Aktienmarkt will sich im Moment niemand", berichte Marco Salaorno von der Société Générale. Es würden auch immer wieder Positionen aufgebaut, etwa beim iShares-ETF (iShares DAX (R) (DE)) auf den DAX.

Eric Wiegand von der Deutschen Bank sehe noch einen Käuferüberhang bei den klassischen Indexfonds auf DAX, DJ EURO STOXX 50, MSCI Europe oder MSCI World. Andere Händler, etwa Bernardus Roelofs, Leiter des ETF Sales Trading bei Flow Traders, berichte aber auch von umfangreicheren Verkaufsordern, vor allem Ende der vergangenen Woche. "Der Optimismus ist durchaus noch da", meine Bastian Ohta von UniCredit. Allerdings hätten die Märkte auf die positiven Konjunkturdaten, die aktuell ja zahlreich seien, nicht mehr stark reagiert, schränke Ohta ein.

Bei den Hebelprodukten zeige sich ein ähnlich gemischtes Bild mit Käufen und Verkäufen, der Lyxor-ETF LevDAX (Multi Units Luxembourg - Lyxor ETF LevDAX) sei Salaorno zufolge eher gekauft worden. Vergleichsweise viel Aktivität gebe es bei den Short-Produkten zu DAX oder DJ EURO STOXX, wisse Eric Wiegand. Der db x-trackers ShortDAX ETF (db x-trackers SHORTDAX (R) ETF 1C) stehe auf der Umsatzliste der Deutschen Börse für die vergangenen fünf Handelstage denn auch auf Platz vier, gleich hinter den Long-Produkten auf deutsche und europäische Börsenbarometer.

Branchen-ETFs würden weiter rege gehandelt. Wer nach klaren Trends suche, werde aber auch hier enttäuscht. "Finanztitel wurden wieder stärker nachgefragt", meine Salaorno, etwa die Lyxor-ETFs (Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Insurance) mit Versicherungs-, Bank- oder Finanzdienstleistertiteln. Flow Traders berichte hingegen von Gewinnmitnahmen bei Bank-Aktien, die ja in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen seien. Auf Sicht von sechs Monaten könne etwa der Banken-ETF von Lyxor mit einem beachtlichen Plus von 109 Prozent aufwarten. Wiegand beobachte unter anderem Interesse an ETFs auf die Technologiebranche oder Private Equity, aber auch an Short-Produkten auf Banken.

Die Schwellenländerpapiere würden weiter ein Schattendasein fristen. Stefano Valenti von UniCredit berichte von einem extrem ruhigen Handel bei Emerging Markets. "Die Umsätze sind im Moment noch niedriger als Mitte August, und da war schon nicht viel los", so Valenti. Anleger nähmen nur kleine Anpassungen ihres Portfolios vor, mehr nicht. Eine eindeutige Tendenz sehe er nicht.

"Der Fokus liegt im Moment eindeutig auf den Industrieländern", ergänze Wiegand. "Die Investoren halten sich zurück", urteile auch Bernardus Roelofs. Selbst der Kursrutsch an Chinas Aktienbörsen habe erstaunlicherweise nicht zu einer Verkaufswelle bei China-ETFs geführt, meine er. Auf der Verkaufsliste hätten Roelofs zufolge Indexfonds mit brasilianischen Aktien, aber auch marktbreite Emerging Markets-ETFs gestanden. Auch Salaorno beobachte diesen Verkaufstrend bei Lyxor ETF Brazil (LYXOR ETF BRAZIL (IBOVESPA) A). Er sehe zudem einige Verkäufe in chinesischen Aktien, z.B. Lyxor ETF China Enterp. (LYXOR ETF CHINA ENTERPRISE (HSCEI) ).

Anhänger bei niedrigen Umsätzen würden Marco Salaorno zufolge jedoch ETFs auf Indices aus der Türkei, Osteuropa oder Russland finden, konkret der ETF Turkey (Lyxor ETF Turkey (DJ Turkey TITANS 20)), der ETF Eastern Europe (Lyxor ETF Eastern Europe (CECE EUR)) und der ETF Russia (LYXOR ETF Russia (DJ RUSINDEX TITANS 10) A), alles Papiere von Lyxor.

Eher abgestoßen würden weiterhin die Renten-ETFs. "Offenbar rechnen die Anleger mit Zinserhöhungen", erkläre Eric Wiegand. Kurzläufer würden verkauft, aber auch - unverändert - die renditeschwachen Geldmarktfonds. Dafür sei der db x-trackers II Short iBoxx (db x-trackers II SHORT IBOXX EUR SOV EUROZONE TR IDX ETF 1C), ein Short-Produkt auf den Rentenmarkt, sehr begehrt, wisse Wiegand.

Investoren würden aber durchaus gerne auf Währungsfonds setzen, wie Wiegand weiter erläutere. Gut gelaufen sei etwa der db x-trackers Currency Valuation ETF (db x-trackers CURRENCY VALUATION ETF 1C), der in den vergangenen sechs Monaten ein Plus von 10,7 Prozent habe verzeichnen können, und der db x-trackers Currency Returns ETF (db x-trackers CURRENCY RETURNS ETF 1C), der im gleichen Zeitraum um 4,59 Prozent zugelegt habe. (01.09.2009/fc/a/f)

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