ETFs vorbereitet für Korrektur
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die am Markt aktiven Anleger haben gute Laune, so die Deutsche Börse AG.
Der deutsche Blue-Chip-Index Dax habe in den vergangenen Handelstagen den Abstand zur psychologisch wichtigen Marke bei 6.000 Punkten nachhaltig ausbauen und ein 18-Monatshoch erreichen können. "Investoren nehmen teilweise ihre Gewinne mit und Neuengagements gehen sie in ausgewählten Märkten ein", berichte Bernardus Roelofs von Flow Traders. Beigetragen zur guten Stimmung hätten auch die gut über die Bühne gelaufenen Börsengänge und die erfolgreiche Anleihenemission Griechenlands. "Der Markt geht weiter nach oben, aber es fehlen die Impulse. Das macht Anleger vorsichtig."
Eine Beobachtung, die andere Market Maker bestätigen würden. Eric Wiegand von der Deutschen Bank sehe Verkäufe in ETFs (db x-trackers DAX (R) ETF 1C) auf die breiten Indices DAX, DJ EURO STROXX 50, MSCI World und MSCI Emerging Markets. Allerdings würden Investoren nicht in großen Mengen verkaufen. Auf der anderen Seite würden Anleger Positionen in Short-Produkten aufbauen, wie dem DAX-ETF Short (db x-trackers SHORTDAX (R) Daily ETF 1C) oder EURO STROXX 50-ETF Short (db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 (R) SHORT Daily ETF 1C). Hier seien die Mittelzuflüsse auf signifikant hohem Niveau.
Deutlich mehr Käufe als Verkäufe sehe dagegen Mark Schönbrodt. Seine Kunden würden auf ETFs (ETFlab DAX (R)) zum DAX, EURO STROXX 50, MSCI Europe und zu Emerging Markets setzen. Käufe verzeichne Roelofs in ETFs (iShares DJ STOXX 50 (DE)) auf den europäischen Index STOXX 50. Ebenso beobachte er Nachfrage nach Indexfonds (UBS-ETF MSCI Canada A) mit kanadischen Aktien oder mit Werten aus dem S&P 500.
Die vor allem in Deutschland anstehende Saison der Hauptversammlungen und darauf folgende Dividendenzahlungen würden einige Investoren zu Dividenden-Trackern (iShares DivDAX (R) (DE)) greifen lassen.
Die von den britischen Telekom-Unternehmen Cable Wireless und Carphone Warehouse durchgeführte Aufspaltung der in früheren Tagen einverleibten Unternehmen habe das Augenmerk der Investoren auf diese Branche geführt, melde Geregor Hamme von der UniCredit Group aus London. Telekom- und Technologie-ETFs (iShares DJ STOXX 600 Telecommunications (DE)) würden gekauft.
Die Ankündigung der britischen Regierung, Anteile an RBS und Lloyd Banking Corporation verkaufen zu wollen, bringe den Branchen ETF (Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Banks) zum STOXX 600 Banks unter Druck. Investoren würden sich von diesem Indexfonds trennen.
ETFs (LYXOR ETF Russia (DJ RUSINDEX TITANS 10) A) mit russischen oder indischen Aktien würden noch ihre Käufer finden, während jene (LYXOR ETF MSCI AC ASIA - PACIFIC EX JAPAN), die sich auf brasilianische Indices, den MSCI Asia oder den MSCI Far East beziehen würden, derzeit die Gunst der Investoren verlieren würden. Dagegen würden sich einige noch Chancen bei Schwellenländer-Anleihen (db x-trackers II Emerg Markets Liquid Eurobond Index ETF 1C) ausrechnen.
ETFs (db x-trackers MSCI JAPAN TRN INDEX ETF 1C) mit japanischen Unternehmen würden ihre Abnehmer finden, berichte Wiegand. "Japan-ETFs gehören bis dato zu den schlechtesten Performern. Investoren setzen auf das Aufholpotenzial und Japans Exportstärke in die asiatischen Emerging Markets", vermute Wiegand. Schönbrodt beobachte dagegen Abgaben (iShares Nikkei 225 (R) (DE)). (30.03.2010/fc/a/f)


