aktualisiert: 04.09.2012 15:09
Bewerten
 (0)

Asiens Konsumenten auf Shoppingtour

In China sitzt das Geld der Konsumenten relativ locker
Emerging Markets
Konsum: Trotz kriselnder Weltwirtschaft steigen die Ausgaben von Verbrauchern in den Schwellenländern. Der Trend dürfte langfristig anhalten.
€uro am Sonntag

von Julia Gross, Euro am Sonntag

Von Lebensmitteln über Hausgeräte und Compu­ter bis hin zu Reisen und Luxuskarossen: Die aufstrebende Mittelklasse in den Schwellenländern im asiatischen und südamerikanischen Raum hat sich bislang von der Euro-Schuldenkrise und der stockenden amerikanischen Konjunktur wenig beeindrucken lassen. Ihr Konsumverhalten erwies sich als äußerst robust.

„Allein die Hälfte des weltweiten Gesamtumsatzes mit Luxusgütern entfällt auf Konsumenten in Schwellenländern“, sagt Scilla Huang Sun, Fondsmanagerin des Julius Bär Luxury Brand Fund. Sie schätzt, dass 90 Prozent des Wachstums im Luxussektor im laufenden Jahr auf Käufer aus diesen aufstrebenden Regionen entfallen. Bis 2025 sollen die Konsumausgaben der Schwellenländer einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey zufolge auf 30 Billionen US-Dollar pro Jahr steigen — so viel, wie Verbraucher heute weltweit insgesamt für Verbrauchsgüter ausgeben.

Auf die wachsende Kaufkraft der Schwellenländerkonsumenten setzen deshalb auch viele Investoren. Fonds wie der Julius Bär Luxury Brands (siehe Fonds im Fokus) oder der UBS Equity Asian Consumption (ISIN: LU 057 751 207 1) bevorzugen Aktien von Unternehmen, deren Produkte besonders in den Emerging Markets gekauft werden. Die Performance kann sich sehen lassen: Der UBS Asian Consumption erzielte in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von fast 20 Prozent, der Luxusgüterfonds von Julius Bär brachte es seit 2009 auf knapp 90 Prozent.

Guter Einstiegszeitpunkt
Die kommenden Wochen und ­Monate könnten Anlegern eine günstige Einstiegsgelegenheit bieten. Denn zwei Faktoren dürften dem Mega­trend vorübergehend eine kleine Delle verpassen. „Es wird gern vergessen, dass die Binnennachfrage unter anderem von den hohen Rohstoffpreisen angetrieben wurde, von denen viele Schwellenländer profitierten. Jetzt sind aber viele Rohstoffe billiger geworden“, sagt Chetan Ahya, Asien-Experte bei Morgan Stanley. Tatsächlich sind die Einzelhandelsumsätze in China zuletzt immer noch zweistellig, aber weniger stark gestiegen als im Jahr zuvor.

Ein weiterer Faktor, der den Konsum schwächen könnte, sind steigende Lebensmittelpreise. Denn für Nahrung geben die Verbraucher in Schwellenländern mit bis zu 60 Prozent einen weit höheren Teil ihres Einkommens aus als Konsumenten in Industrieländern. Aufgrund der extremen Dürre in den USA dürften auf Mais und Soja basierende Produkte sowie Fleisch in den kommenden Monaten teurer werden.

Die beiden Negativfaktoren betreffen jedoch nicht alle Schwellenländer in gleichem Maß — und schon gar nicht langfristig. „Konsum bleibt ein beherrschendes Investmentthema, besonders in Asien“, erklärt Experte Ahya. Auch die asiatischen Zentralbanken bemühen sich, mit einer gelockerten Geldpolitik den Binnenkonsum weiter anzukurbeln. Bereits im kommenden Quartal könnten die ­chinesischen Einzelhandelsumsätze nach Ansicht der Nomura-Bank wieder stärker wachsen.

In anderen Regionen ist derzeit überhaupt keine Eintrübung zu spüren, zum Beispiel Russland: Mit einem Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel kann die öldominierte Wirtschaft sehr gut leben. Sie soll 2012 um 3,5 bis vier Prozent wachsen, die Arbeitslosigkeit liegt konstant unter fünf Prozent, die Löhne steigen zurzeit um rund zehn Prozent pro Jahr — und die Russen denken nicht ans Sparen.

Fonds im Fokus
JB Luxury Brands Fund B

Trotz stockendem Weltwirtschaftswachstum kletterte der Umsatz mit Luxusgütern im ersten Halbjahr 2012 um über zehn Prozent. Die beiden Portfolio-Managerinnen Scilla Huang Sun und Andrea Gerst investieren in Luxusgüter-Unternehmen mit starken Bilanzen und attraktiven Umsatzzahlen in Schwellenländern. Dazu zählen zum Beispiel Swatch und die international agierenden Komglomerate LVMH Moët Hennessy und Richemont. Sie profitieren auch von der laut Sun und Gerst gestiegenen Lust der Schwellenländer-Konsumenten auf Shopping-Reisen nach Europa und in die USA. Bei überdurchschnittlich hohen Margen von rund 18 Prozent arbeiten diese Unternehmen äußerst rentabel.
Fazit: Interessantes Nischeninvestment.

Bildquellen: ChameleonsEye / Shutterstock.com

Nachrichten zu LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.04.2016LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton HoldKepler Cheuvreux
15.04.2016LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton NeutralBNP PARIBAS
14.04.2016LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton buyGoldman Sachs Group Inc.
13.04.2016LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton overweightJP Morgan Chase & Co.
13.04.2016LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton OutperformCredit Suisse Group
30.06.2015LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
29.01.2015LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton UnderperformCredit Suisse Group
26.02.2014LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton verkaufenCredit Suisse Group
04.08.2009LVMH verkaufenHamburger Sparkasse AG (Haspa)
28.07.2009LVMH reduzierenIndependent Research GmbH
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX eröffnet etwas höher -- Asiens Börsen wenig verändert -- Google richtet Auto-Entwicklungszentrum bei Detroit ein -- Brent-Rohöl über 50 Dollar -- HP, Google im Fokus

Brasiliens Regierung plant Verkauf von Flughafenanteilen. Irland ruft EuGH wegen Facebook an. Euro auf moderatem Erholungskurs. Brent wieder über 50 US-Dollar. HP verdient trotz PC- und Drucker-Flaute überraschend viel. Alibaba im Visier der US-Börsenaufsicht. Renschler sieht die MAN-Scania-Kooperation auf gutem Weg.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Volatilität in Schwellenländern

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?