19.11.2012 14:48

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ERFOLGSGESCHICHTE AFRIKA

Mit Afrika altern


Für viele Anleger ist der südliche Kontinent nach wie vor ein weißer Fleck auf der Landkarte – und dies, obwohl viele afrikanische Länder eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben könnten wie einst die asiatischen Tigerstaaten.

Die afrikanische Wirtschaft hat nicht nur in den vergangenen Jahren gehörig Fahrt aufgenommen, sondern wird Prognosen zufolge auch künftig kräftige Wachstumsraten aufweisen. So werden laut einem Weltbankbericht die Staaten Subsahara-Afrikas dieses Jahr durchschnittlich fast 5 Prozent mehr erwirtschaften als im Vorjahr. Die gesamte Welt kommt hingegen nur auf 3,3 Prozent Wachstum. Für die kommenden Jahre prognostiziert der Internationale Währungsfonds indes, dass sieben der zehn am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika liegen.

Stabilere Strukturen und rasant wachsende Branchen

Diese Aussichten kommen nicht von ungefähr. Neben einigen Wirtschaftsreformen, einer zunehmenden Rechtsstaatlichkeit und besseren demokratischen Strukturen, profitiert der südliche Kontinent vor allem von seinen hohen Rohstoffvorkommen: Fast 90 Prozent der weltweiten Platinvorkommen liegen in Afrika, etwa 10 Prozent der globalen Goldförderung stammen aus Ghana und Südafrika, Sambia ist einer der wichtigsten Produzenten von Kupfer und Nigeria und Angola gehören zu den größten Erdölexporteuren der Welt. Die Einnahmen aus dem Kakao- und Kaffeeexport füllen hingegen unter anderem bei der Elfenbeinküste, Äthiopien und Uganda die Hälfte der Staatskasse. Auch seltene Erden sind in Afrikas Böden zu finden. Noch viel unkultiviertes, fruchtbares Land gibt es in Subsahara Afrika ebenfalls.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Branchen, die nicht nur in den letzten Jahren Zuwachsraten zwischen 10 und 25 Prozent vorweisen konnten, sondern wohl auch künftig kräftig wachsen werden. Dazu gehört der Telekommunikations-, Bau-, Banken-, Konsum- und Tourismussektor.

Afrikafonds als Anlageoption

Diese Chancen im Blick haben mehr und mehr Investoren. Der Markt für Anleger ist zwar noch überschaubar, dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, um vom Boom Afrikas zu profitieren. Da es als Privatanleger aufgrund von bürokratischen Hürden und illiquiden Börsen schwer möglich ist, in einzelne Titel zu investieren, sind Afrikafonds eine sinnvolle Alternative. Dazu gehören beispielsweise der VCH Afrikafonds der Altira Group, der DWS Invest Afrikafonds, der Dekafonds Middleeast and Africa, der FT Emerging Arabia Invest AD, der Subsahara-Fonds der Renaissance Asset Managers oder der ETF RBS Market Access FTSE/JSE Africa Top 40 Index Fund.

Diese Afrikafonds setzen zum einen auf die stabileren Märkte wie Ägypten und Südafrika, aber auch die aufstrebenden Staaten Nigeria, Kenia, Ghana, Ruanda und Sambia sind vermehrt auf dem Radar der Investoren aufgetaucht. Die Gelder werden dabei zu großen Teilen in Rohstoffe und den Energiesektor investiert. Daneben machen Aktientitel aus der Telekommunikations-, Finanz- und Konsumgüterbranche große Posten aus.

Geduld ist gefragt

Für schwache Nerven ist ein Afrika-Investment allerdings nicht geeignet. Die Kurse der Fonds sind sehr volatil. Auf- und Abwärtsbewegungen im zweistelligen Bereich sollte man daher verkraften können. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, könnte für seine Geduld allerdings belohnt werden. So ist der MSCI Frontier Markets Africa in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich fast 13 Prozent pro Jahr gestiegen – und hat sich somit deutlich besser entwickelt als der MSCI World, der im gleichen Zeitraum lediglich auf ein jährliches Plus von rund 5,5 Prozent kommt.

Franz von den Driesch ist Chefredakteur der Webmagazine AnleihenMonitor, Ruhestandsmonitor und econoafrica. Die Portale sind redaktionell unabhängig und werden von Wirtschaftsjournalisten mit langjähriger Berufserfahrung betreut. Für die monatlich kostenlosen Newsletter der Webmagazine können sich Anleger auf www.anleihenmonitor.de, www.ruhestandsmonitor.de und www.econoafrica.de anmelden.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Pichugin Dmitry / Shutterstock.com

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