17.03.2017 20:22
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Europa-Chaos: Gefahr für Ihr Geld!

Euro am Sonntag-Titel: Europa-Chaos: Gefahr für Ihr Geld! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
Die bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich könnten EU und Währungsunion zum Beben bringen. Für Anleger gilt es, darauf vorbereitet zu sein.
€uro am Sonntag
von A. Zehbe und J. Groß, Euro am Sonntag

Wenn Ende März die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Rom zusammenkommen, werden die Probleme Europas für einen kurzen Augenblick in den Hintergrund rücken. Im frisch restaurierten Saal der Horatier und Curiatier im Konservatorenpalast auf dem Kapitolinischen Hügel soll gefeiert werden, was viele als Geburtsstunde der Europäischen Union bezeichnen: die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren. In ebendiesem Saal begann am 25. März 1957 das europäische Märchen von Frieden, Freizügigkeit und freiem Handel.


Doch ihre Erfolge muss die Staaten­gemeinschaft ausgerechnet in der größten Krise ihrer Geschichte feiern. Statt Eintrittsverhandlungen finden Austrittsdiskussionen statt, die Debatte um die Flüchtlingspolitik spaltet den Kontinent, und Rechtspopulisten sind europaweit auf dem Vormarsch. Aus den ökonomischen Problemen der vergangenen Jahre sind politische erwachsen, die ausgerechnet im Jubiläumsjahr das Schicksal Europas und der gemeinsamen Währung besiegeln könnten. Denn in gleich drei großen Volkswirtschaften wird dieses Jahr eine neue Regierung ­gewählt. Und in allen drei Ländern mischen Parteien den Wahlkampf auf, die den Euro und die Europäische Union in ihrer jetzigen Form ablehnen.

Den Auftakt des Superwahljahres machen die Niederlande, wo am kommenden Mittwoch die Bürger über ein neues Parlament abstimmen. Mit seiner Partij voor de Vrijheid (PVV) lag Geert Wilders, der per Volksentscheid über den Verbleib in der Europäischen Union entscheiden lassen will, in Umfragen lange Zeit vor der regierenden VVD von Ministerpräsident Mark Rutte. Mittlerweile ist die Wilders-Zustimmung auf rund 20 Prozent geschrumpft und eine Regierungsbeteiligung nahezu ausgeschlossen - vor allem weil alle anderen niederländischen Parteien eine Zusammen­arbeit mit der PVV ablehnen.

Referendum wäre nicht bindend

Ohnehin hätte ein Referendum über einen Nexit eher Empfehlungscharakter: "Gemäß niederländischem Recht sind Volksbefragungen rechtlich nicht bindend", sagt Anna Stupnytska, Volkswirtin beim Vermögensverwalter Fi­delity. Die Einführung rechtsverbind­licher Referenden erfordere eine Zwei­drittelmehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Mindestens eine der Kammern würde nahezu sicher mit Nein stimmen, meint die Analystin.



Während Geert Wilders im Würgegriff der anderen Parteien also nur wenig handlungsfähig sein dürfte, hätte ein Wahlerfolg dennoch Signalwirkung. "Er wird gerade recht kommen, um den Front National (FN) in Frankreich zu ­ermutigen und fünf Wochen vor den dortigen Wahlen Rückenwind zu geben", sagt Viktor Nossek vom ETF-Anbieter WisdomTree.

Le Pen macht Märkte nervös

Denn auch in Frankreich strebt mit dem rechtsextremen FN eine Partei an die Macht, die den Euro ablehnt, protektionistische Maßnahmen für die französische Wirtschaft fordert und die Franzosen ebenfalls über einen Verbleib in der EU abstimmen lassen will. Dass die Spitzenkandidatin Marine Le Pen Umfragen zufolge im ersten Wahlgang die Nase vorn hat, sorgt an den Märkten für Nervosität: Die Renditen für zehnjährige französische Staatsanleihen sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Erst die Aufholjagd des ehemaligen Wirtschaftsministers und proeuropäischen Shootingstars Emmanuel Macron, der wahrscheinlich als zweiter Kandidat in die Stichwahl ­gehen wird, ließ die Risikoprämien sinken. Mit 60 zu 40 Prozent wird Macron als Sieger aus der Stichwahl hervor­gehen - glaubt man den Umfragen.

Spätestens das Demoskopen-Debakel beim Brexit-Votum und den US-Präsidentschaftswahlen, in denen das vermeintlich Unmögliche möglich wurde, hat deutlich gemacht, dass man zumindest theoretisch das Szenario eines Le-Pen-Siegs auf dem Schirm haben sollte. Auch weil bis zur Wahl noch viel Zeit ist. Zeit, um dem Gegner Steine in den Weg zu legen. Was, wenn sich Macron wie der republikanische Kandidat François Fillon in Skandale verstrickt und nicht mehr wählbar scheint?

Katastrophale Folgen für Europa

"Selbst im eher unwahrscheinlichen Fall eines Wahlsiegs Le Pens ist abzuwarten, inwieweit sich ihre Ankün­digungen einer Schwächung der EU ­umsetzen lassen", sagt Adrian Daniel, Fondsmanager bei MainFirst, und fügt hinzu: "Die Mehrheit der Nationalversammlung könnte diese Pläne blockieren." Bislang hat der Front National lediglich zwei Sitze im Parlament. Bei den im Juni stattfindenden Wahlen zur Nationalversammlung wird sich die Zahl mit Sicherheit erhöhen - auch wenn eine Mehrheit wegen des speziellen Wahl­systems mit zwei Urnengängen sehr unwahrscheinlich ist. Käme es anders, wäre das eine handfeste Katastrophe. "Es wäre das Ende Europas, wie wir es kennen", fasste der europäische Währungskommissar Pierre Moscovici die Gefahr in einem Interview vergangene Woche zusammen.

Ein Frexit und die Wiedereinführung des Franc würden Milliarden Euro verschlingen, vor allem wegen höherer Handelskosten. Das größere Risiko ist jedoch, dass andere Länder dem Beispiel Frankreichs folgen könnten und die Eurozone früher oder später zerbricht. Die Rückkehr zu den nationalen Währungen würde wegen der erheb­lichen Abwertung der südeuropäischen Devisen vermutlich mit der Staatsinsolvenz hoch verschuldeter Länder enden. Die im Zuge der Rettungsschirme ESM und EFSF gewährten Bürgschaften in Milliardenhöhe würden plötzlich fällig, und allein deutsche Target-Guthaben von über 800 Milliarden Euro aus der Zahlungsabwicklung im Euroraum wären wohl verloren.

Banken, auch in wirtschaftlich stärkeren Ländern, blieben auf ihren Milliardenforderungen sitzen, gerieten ins Straucheln und müssten gerettet werden - wenn das dann überhaupt noch möglich ist. Dass der europäische Binnenhandel einbrechen würde, ist da nur noch eine Randnotiz. Kurzum: Europa, auch Deutschland, würde beben.

Brexit als Austritts-Blaupause

Auch der anstehende Austritt Großbritanniens aus der EU hat das Zeug, die geschwächte Union gehörig aus dem Tritt zu bringen. Premierministerin Theresa May will bis Ende März das Austrittsgesuch nach Brüssel schicken. 2019 soll das Kapitel EU abgeschlossen sein. Dabei könnte Großbritannien bei den anstehenden Brexit-Verhandlungen viel Unfrieden zwischen den anderen EU-Mitgliedsländern stiften, da diese jeweils eigene Interessen verfolgen.

Während Polen Wert darauf legt, dass das Problem der vielen polnischen Emigranten auf der Insel gelöst wird, stehen für Deutschland die Exporte nach UK ganz oben auf der Verhandlungsliste. Zudem könnte das Brexit-Beispiel Schule machen.

Waren die Briten es vor allem leid, aus Brüssel fremdbestimmt zu werden, hat die Europa-Ablehnung auf dem Kontinent ihren Ursprung insbesondere in der Eurokrise. Die Süd­europäer leiden unter auferlegten Sparvorgaben, während die Menschen im nördlichen Euroraum unter der Nullzinspolitik stöhnen und das Gefühl haben, für den Süden mitzuzahlen.

Vielen eurokritischen Parteien hat das starken Auftrieb gegeben. Auch die 2013 von Bernd Lucke gegründete AfD, die im September die Bundestagswahl aufmischen will, hatte anfangs nur ein Anliegen: die Abschaffung des Euro.

Asylpolitik verdrängt Eurokritik

Dass viele eurokritische Parteien wie die AfD nun verstärkt mit der Ablehnung der Asylpolitik auf Stimmenfang gehen, liegt nicht nur an der Brisanz des Themas, sondern auch daran, dass sich die Gefahr einer Eurokrise bei den Wählern schlechter verkaufen lässt: Es ist ­ruhiger geworden um die Währungsunion. Die einst so akuten Probleme scheinen nicht zu drängen, und es gibt immer häufiger ermutigende Zeichen. Im Jahr 2016 hat die Wirtschaft in der EU um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt, in der Eurozone waren es 1,7 Prozent. Das ist zwar etwas weniger als 2015, liegt aber dennoch über dem Wachstum anderer Industrienationen wie den USA.

Vor allem aufstrebende Länder wie Rumänien, Polen oder die baltischen Staaten konnten ihre Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr ordentlich steigern. Doch auch ehemalige Krisenstaaten scheinen wieder auf die Beine zu kommen. Irland begeistert Anleger mit einem Wachstum von fast fünf Prozent und baut erfolgreich seinen Schuldenberg ab. Vom Markt wird dies goutiert: Musste das Land vor fünf Jahren noch über acht Prozent für eine zehnjährige Anleihe zahlen, ist es nun rund ein Prozent an Zinsen im Jahr.

Auch Spanien wuchs 2016 mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr kräftig - einer sich lang hinziehenden Regie­rungs­krise zum Trotz. Allerdings ist nach wie vor fast jeder fünfte Spanier arbeitslos. Auch in Sachen Schulden­abbau passiert wenig: Absolut gesehen wächst der Schuldenberg; derzeit liegt er bei gut 1,1 Billionen Euro.

Italien wäre kaum zu retten

Die hohen Staatsschulden bleiben eines der größten Probleme der Währungszone - und ihr größtes Risiko. Griechenlands Schuldenstand liegt mit 175 Prozent des BIP jenseits von Gut und Böse. Die Länder der Eurozone und der Internationale Währungsfonds sind zerstritten über die Frage, wie man dem Land, das 2016 sein achtes Rezessionsjahr in Folge erlebte, noch helfen könnte. Im Juli muss Griechenland Kredite in Milliardenhöhe zurückzahlen, gut möglich, dass das die Eurokrise auf die Tagesordnung zurückholt.

Ein noch größeres Risiko geht Öko­nomen zufolge mittlerweile von Italien aus. Mit mehr als 130 Prozent der Wirtschaftsleistung hat das Land neben Portugal und nach Griechenland die zweithöchste Staatsverschuldung Europas. Die Wirtschaft wächst nur langsam, der Bankensektor sitzt auf faulen Krediten in Milliardenhöhe und bei möglicherweise auf 2017 vorgezogenen Neuwahlen droht auch hier ein Erfolg eurokritischer Populisten.

Die Renditen für zehnjährige Anleihen sind trotz wiederholter Stützungskäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) das erste Mal seit knapp zwei Jahren wieder über die Zweiprozentmarke geklettert. Ende März will Italien erneut Geld am Kapitalmarkt einsammeln. Es bleibt abzuwarten, welche Verzinsung das Land Anlegern dann bieten muss, um seine Bonds zu platzieren. Sicher ist, dass eine Rettung Ita­liens um ein Vielfaches schwieriger wäre als die Griechenlands.

Wenig Spielraum für die EZB

Nicht umsonst hat die EZB den Leitzins am vergangenen Donnerstag bei null Prozent belassen. Ein Anstieg der Refinanzierungskosten klammer Eurostaaten könnte ein Wiederaufleben der Eurokrise befeuern. Das hat mittlerweile die skurrile Folge, dass eine zehnjährige US-Staatsanleihe bei geringerem Risiko aktuell 0,3 Prozentpunkte mehr an Rendite abwirft als entsprechende italienische Papiere. Die US-Zinswende macht’s möglich. Im Dezember 2016 ­erhöhte die Federal Reserve den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 0,5 bis 0,75 Prozent. Für das laufende Jahr hat US-Notenbankchefin Janet Yellen signalisiert, dass sie die Zügel dreimal anziehen könnte.

Das dürfte die EZB nicht unbeeindruckt lassen. Steigen in den USA die Zinsen, werden Anleger ihre Gelder aus Europa abziehen. Die Kurse von Staatsanleihen der Eurozone würden dann unter Druck geraten und die Refinan­zierungskosten so oder so steigen. Die große Frage ist, wie lange die EZB die Stützungskäufe wuppen kann - und wann ihr die nach den eigenen Kriterien kaufbaren Anleihen ausgehen. Über kurz oder lang wird sie ihr Kaufprogramm drosseln und ebenfalls an der Zinsschraube drehen müssen.

EU-Krise als Chance

Geld zum Nulltarif allein reicht ohnehin nicht, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wichtiger wäre es, bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen - eine von der Politik vernachlässigte Aufgabe. Viele Ökonomen sehen die Bedrohungslage durch anti­europäische Bewegungen darum auch pragmatisch: Regierungen könnten Versäumnisse aufholen, die Lebens- und Einkommenssituation der Menschen verbessern. Es besteht aber die Gefahr, dass sie sich eher von der EU abwenden. "Nationale Interessen vor die der EU zu stellen, wäre eine logische Reaktion, um der populistischen Rhetorik der Rechtsextremen den Wind aus den Segeln zu nehmen", sagt Viktor Nossek.

Gerade in Zeiten, in denen Europa vor allem von den USA, Russland und der Türkei kräftig Gegenwind erhält, ist eine starke und geschlossene EU wichtig. Im Staatenblock hat Europa eine viel stärkere Verhandlungsposition, als einzelne Staaten sie hätten - auch gegenüber Mitgliedern aus den eigenen Reihen, wie sich auf dem EU-Gipfel Ende vergangener Woche zeigte. Unbeirrt wählten die Staats- und Regierungschefs den amtierenden Ratspräsidenten Donald Tusk in eine zweite Amtszeit. Und das, obwohl Polen bei einer Wiederwahl mit einer Blockade des Gipfels gedroht hatte. Tusk hatte es vergangenen Dezember gewagt, angesichts der Entmachtung des polnischen Verfassungsgerichts die Einhaltung von Rechtsstaatlichkeit in Polen anzumahnen.

Investments für Mutige
Europa gehört ins Depot

Politische Börsen haben kurze Beine, lautet eine Börsenweisheit, wonach politische Ereignisse nur kurzfristig Einfluss auf das Marktgeschehen nehmen. Doch irgendwie scheint diese un­geschriebene Regel aus der Mode gekommen zu sein. Die sich über Jahre hinziehende Euroschuldenkrise war daran sicherlich nicht ganz unschuldig.

Heute warnen viele Volkswirte und Fondsmanager explizit davor, politische Risiken zu ignorieren. "Es gibt fraglos gute Gründe, sich angesichts der um sich greifenden politischen ­Unsicherheit in Europa unwohl zu fühlen", sagt beispielsweise ­Tawhid Ali, Portfoliomanager für europäische Aktien bei der schwedischen Fondsgesellschaft AB. Ein mögliches Wiederaufflackern der Griechenland-Krise, der Brexit oder eben die möglichen Wahlgewinne von Populisten dürften Börsenkurse auch über einen längeren Zeitraum bedrohen. Laut Ali ist jedoch der entscheidende Punkt: "Nicht jede Aktie ist im selben Ausmaß davon betroffen."

Nach dieser Devise handeln die meisten längerfristig erfolgreichen Europa-Fonds-Manager: Sie kümmern sich wenig um die politische Großwetterlage, sondern suchen nach Unternehmen, die unabhängig davon ein gutes, aussichtsreiches Geschäftsmodell und Wachstums­potenzial besitzen. Viele europäische Konzerne sind global aufgestellt, sie haben Kunden auf der ganzen Welt und sind somit weniger vom Absatz in einzelnen, womöglich krisengeschüttelten Ländern abhängig.

Chancen in Krisenländern

Von daher ist das Risiko, in Europa zu investieren, mit Fonds­lösungen in der Regel überschaubar. Ein Blick in die Anlagestrategie gibt Hinweise darauf, wie der Fondsmanager Titel auswählt. Benchmark-­Unabhängigkeit oder starke Abweichungen von Vergleichs­indizes, ausgedrückt durch eine hohe Active-Share-Kennziffer, sind weitere Indizien für eine unternehmensgetriebene In­vest­mentstrategie.

Doch was ist mit Anlegern, die mehr wollen? Schließlich bieten gerade jene Länder, die dabei sind, die Eurokrise zu überwinden, häufig die größten Gewinnchancen. Beim Wirtschaftswachstum liegen beispielsweise im laufenden Jahr unter anderem Irland und Spanien vorn.

Deshalb hat die Redaktion mit dem Jupiter European Growth einen Fonds ausgewählt, der aktuell vergleichsweise viele Aktien aus Spanien, Irland und den Niederlanden hält (siehe Investor-Info unten). Rund ein Viertel der Titel im Portfolio stammt aus diesen drei Ländern.

Wer bereit ist, ein höheres ­Risiko einzugehen, kann sich ­einen Spanien-ETF als Bei­mischung ins Depot legen. Die spanische Wirtschaft hat sich gut von der Krise erholt, im laufenden Jahr soll das Wirtschaftswachstum 2,5 Prozent erreichen, 2018 dann 2,1 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten hat der MSCI Spanien um 19 Prozent zugelegt.

Auffällig ist allerdings, dass sich die Wachstumsdynamik in Spanien genauso wie in anderen aufstrebenden EU-Ländern abschwächt. Betrachtet man den Zeitraum 2016 bis 2018, gibt es EU-Prognosen zufolge zurzeit ­eigentlich nur drei Länder mit einem überdurchschnittlichen, jedes Jahr zunehmenden Wachstum: Estland, Lettland und Litauen. Und anders als bei vielen anderen EU-Mitgliedern weist der Trend bei der Staatsverschuldung im Baltikum nach unten. Das Zertifikat OMX Baltic 10 liegt auf Zwölfmonatssicht mit 17 Prozent im Plus. Wegen der territorialen Interessen Russlands existieren allerdings auch hier politische Risiken.

Investor-Info

Jupiter European Growth
Global Player aus Europa

Manager Alexander Darwall schaut nicht auf makroökonomische Entwicklungen, sondern sucht Unternehmen, deren Produkte nicht ­besonders preissensitiv sind und weltweit nachgefragt werden. Warum wir ausgerechnet diesen Fonds empfehlen: Der European Growth zählt zu den besten Europa-Fonds der vergangenen zehn Jahre. Aktuell ist Darwall mit seiner Strategie aber deutlich stärker in den "besseren" EU-Ländern Spanien, Niederlande und Irland investiert als andere gute Fonds in dieser Kategorie. Das könnte einen zusätz­lichen Performanceschub liefern.

Amundi MSCI Spain
Den Aufschwung mitnehmen

Trotz heftiger Auswirkungen der Eurokrise wächst Spaniens Wirtschaft wieder kräftig, und die Börse brummt. Beim Abbau von Schulden und Arbeitslosigkeit ist jedoch noch einiges zu tun. Auch der Wunsch der Katalanen nach Unabhängigkeit ist ein Risikofaktor. Mutige greifen bei dem ETF trotzdem zu.

OMX Baltic 10-Zertifikat
Wachstum im Osten

Estland, Lettland und Litauen zählen zwar zur Europeripherie, aber die Probleme von Griechenland und Co liegen diesen Ländern fern. Kräftiges Wirtschaftswachstum und niedrige Staatsverschuldung spiegeln sich auch an der Börse positiv wider. Ein Zertifikat der Unicredit bildet die Entwicklung von zehn baltischen Aktien quer durch alle Branchen ab, darunter Banken und je ein Internetprovider, Baukonzern, Einzelhändler und Versorger. Das Papier kann mit einer Frist von zwölf Monaten vom Emittenten gekündigt werden. Ohne politisches Risiko ist das Investment nicht: Dafür sorgen Spannungen mit Russland.

Absicherungsstrategien
Finger weg von Europa!

Der Beginn der Finanzkrise, in deren Gefolge unter anderem der spanische Immobilienmarkt implodierte, jährt sich im Sommer zum zehnten Mal. Auch die Anfänge der Euro­krise liegen bereits sieben Jahre zurück. Die Folgen sind jedoch teilweise immer noch zu spüren - auch für Anleger.

Nachdem das vergangene Jahr mit dem britischen Brexit-­Votum und der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten schon einige Überraschungen bereithielt, ist es nur verständlich, wenn manche In­vesto­ren sich nicht mehr auf Pro­gnosen verlassen wollen, denen zufolge die Populisten in Frankreich und den Niederlanden kaum eine Chance haben, die Regierung zu stellen.

Die Gefahr des Auseinan­derbrechens der Europäischen Union ist real, auch die Existenz der Gemeinschaftswährung wird von vielen Seiten infrage gestellt. In Frankreich hält Marine Le Pen den Euro für tot und will den Franc zurück, in Griechenland glauben viele, ein ­Grexit könnte die Probleme des Landes lösen. "Immer häufiger hört man derzeit auch den Vorschlag, zur Lösung der Proble­me im Euro solle Deutschland aus der Gemeinschaft austreten", sagt Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Vermögensverwaltung Assenagon.

Frankreich-Risiko für Fonds

"Insbesondere die Wahlen in Frankreich haben Sprengpotenzial für den Euro und die EU", erklärt Uwe Diehl, Leiter der ­Client Group Deutschland und Österreich bei AXA Investment Managers. Wer europäische Aktien, einen Europa-Fonds oder Europa-ETF im Depot hat, wäre unmittelbar betroffen. Der Euro Stoxx 50, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone repräsentiert, hat einen Frankreich-Anteil von fast 35 Prozent, MSCI Europe und Stoxx Europe 600 liegen bei 16 Prozent. Einer Analyse des Ratinghauses Scope zufolge steckt in zehn der 20 größten aktiv gemanagten Europa-Aktienfonds ein höherer Frankreich-­Anteil als im MSCI Europe.

Davon abgesehen: Auch auf Deutschland, Frankreichs wichtigsten europäischen Handels­partner, hätte ein französischer Protektionismus massive Auswirkungen. Und falls die Union zerbricht, wird das wohl keinen europäischen Börsenindex unberührt lassen.

Europäischen Aktien konsequent den Rücken zu kehren, ohne auf gute Performance zu verzichten, ist mit dem Amundi MSCI World ex Europa kinderleicht. Er klammert den Markt einfach aus - und erreichte in der Analyse der beständig besten Fonds (Ausgabe 9/2017) Platz 5. Das passive Investment hat in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um mehr als 16 Prozent pro Jahr zugelegt. Anleger müssen sich aber bewusst sein, dass das Portfolio stark US-lastig ist. Wer noch andere US-Aktien oder US-Aktienfonds im Depot hat, sollte zu besser diversifizierenden Anlagen greifen.

Das klassische Absicherungsinstrument ist Gold. Eine Zins­erhöhung der US-Notenbank in der kommenden Woche dürfte den Preis zwar belasten, doch rechnet die Landesbank Baden-Württemberg im Jahresverlauf mit steigenden Goldnotierungen. Grund: steigende In­flationsraten und die Verunsicherung im Vorfeld der Wahlen in Frankreich und den Niederlanden.

"Wir empfehlen darüber hinaus Absicherungsmaßnahmen gegenüber einer zu erwartenden, fortgesetzten Euroschwäche gegenüber dem Dollar", sagt Uwe Diehl von AXA Investment Managers.

Investor-Info

Amundi MSCI World ex Europe

Aktien aus dem Rest der Welt Der französische Anbieter Amundi bildet mit diesem Produkt den Weltaktienindex MSCI World mithilfe von Derivaten ab, lässt dabei jedoch Europa außen vor. In dem Index ­bleiben dann im Wesentlichen amerikanische (77 Prozent), japanische, kanadische und australische Titel übrig. Hinsichtlich der Branchen ist das Portfolio recht ausgewogen, kein Sektor hat mehr als 20 Prozent Anteil. Interessantes Produkt auch für Anleger, die eine Ergänzung zu europäischen Aktien suchen.

Xetra-Gold
Gold als Vermögensschutz

Bei Marktturbulenzen und in einem inflationären Umfeld, wie es zurzeit in Europa und den USA herrscht, steigt in der Regel der Goldpreis. Xetra-Gold bildet den Goldpreis eins zu eins ab. Allerdings notiert Gold in US-Dollar, die Umrechnung in Euro kann sich für Anleger positiv oder negativ auswirken. Sie können sich das Edelmetall ab einem Gramm ausliefern lassen. Deshalb ist das Produkt steuerlich physischem Gold gleichgestellt: Kursgewinne sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.

BNP Euro/Dollar Short
Von Euroschwäche profitieren

Jedes für Europa-Gegner positive Wahlergebnis, jede schlechte Nachricht aus Griechenland, Italien oder Portugal setzt den Euro ­unter Druck. Heißt das nächste französische Staatsoberhaupt Marine Le Pen, droht gar der Absturz der Währung. Für eine kurzfristige Absicherung gegen einen schwachen Euro ist beispielsweise ein Optionsschein von BNP ­Paribas mit einem Hebel von aktuell 4,0 geeignet. Achtung: Steigt der Euro auf oder über 1,3124 US-Dollar, verlieren Anleger ihr eingesetztes Kapital vollständig.

Bildquellen: Carlos Caetano / Shutterstock.com, Borislav Bajkic / Shutterstock.com

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