28.03.2013 14:47
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Dilettanten am Werk

Euro fondsxpress
Lange wurde darum gerungen, und nun ist sie da, die Enteignung der zyprischen Sparer. Beträge über 100000 Euro sollen nun mit einer Zwangsabgabe belastet werden. Zudem wird eine Kapitalverkehrskontrolle eingeführt.
Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland werden wohl pro Person und Bank auf 5000 Euro beschränkt. Zyprer sollen zudem pro Auslandsreise auch nur maximal 3000 Euro Bargeld mit sich führen dürfen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass unmittelbar vor oder auch während der Schließung der Banken Milliarden von den zyprischen Konten abgeflossen sein sollen. Kein Wunder, denn klug wie zyprische- und EU-Bürokraten nun mal sind, wurden nur die Filialen auf Zypern geschlossen.

In London konnte jeder Geld abheben oder Überweisungen tätigen

Dumm nur, dass es auch Filialen der Bank of Cyprus und Laiki in London gibt. Daher schrieb der Münchner Vermögensverwalter Georg von Wallwitz in seinem Blog folgende süffisante Worte: „Liebe Kunden mit Konten in Zypern, geht einfach, um Geld abzuheben, zu den Londoner Filialen der zyprischen Banken. Diese waren auch die ganze letzte Woche offen, und es konnte dort problemlos Geld abgehoben werden. In der EU ist man anscheinend nicht mit dem Filialbanksystem vertraut und daher nicht auf die Idee gekommen, die offensichtlichen Möglichkeiten der Geldverschiebung zu verhindern.“ Da wird einem schlecht, wenn bei allem, was aus Brüssel kommt, so dilettantisch vorgegangen wird. In ein paar Tagen wird dann wohl auch Klarheit darüber herrschen, ob überhaupt noch genug Geld auf den Konten ist, um die von Zypern beizusteuernden Milliarden aufzutreiben.

Ein fröhliches Osterfest wünscht Jörn Kränicke, Chefredakteur

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