20.07.2012 11:25
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Geld verdienen mit Schulden machen

Euro fondsxpress
Mit Schuldenmachen Geld verdienen, das ist der neueste Trend. Für die südeuropäischen Länder kommt er leider etwas zu spät. Aber Spaß beiseite. Es ist schon paradox, dass die Bundesrepublik Deutschland, Finnland, ­Österreich und die Niederlande inzwischen mit zweijährigen Anleihen Geld verdienen.
Die aktuell begebenen zweijährigen Bundesanleihen rentierten mit minus 0,06 Prozent. Zwar nicht dramatisch viel, aber es war schon die dritte Emission mit negativen Renditen. Da fragt man sich schon, wer ist so „blöd“ und kauft die Anleihen? Aber ganz so blöd ist das nicht. Denn bei institutionelle Investoren herrscht anscheinend pure Angst. Daher sind sie nicht bereit, dass Geld anderweitig zu verleihen und offenbar sind sie zu diesem schmerzhaften Renditeverzicht bereit, um sicherzugehen, ihr Geld überhaupt wiederzusehen. Denn auch bei der EZB bekommen sie seit der Senkung des Einlagenzinses auf null auch keine Zinsen.

Die Regulierungswut hat einen großen Anteil

Überdies führt auch die Regulierungswut der Bürokraten zu diesem seltsamen Verhalten. Versicherer sind durch diese Vorgaben gezwungen, einen gewissen Anteil in sicheren Staats­anleihen zu halten. Zudem gibt es genügend Fonds, die ihre Cashreserven irgendwo anlegen müssen. Das führt dazu, dass die Nachfrage nach Kurzläufern von ­solventen Staaten wächst, aber die Zahl der als solide geltenden Staaten sinkt. Ein Teufelskreis also. Da kann man nur raten: Finger weg von solch unrentablen Anlagen. Denn es gibt Alternativen in Form von hochverzinslichen Fonds. So hat etwa JP Morgan (S. 13) gerade einen Fonds mit fünfjähriger Laufzeit lanciert, der sechs Prozent Rendite bringen soll.

Ein erholsames Wochenende wünscht Jörn Kränicke, Chefredakteur

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