07.06.2013 15:13
Bewerten
 (0)

Griechenpleite 2.0

Euro fondsxpress
Was viele Realisten schon vor der Griechenlandrettung vermutet haben, könnte nun eintreten — ein neuer Schuldenschnitt. Der IWF hat jetzt Klartext geredet und massive Kritik an der Krisenpolitik der EU geübt. Die dünnhäutigen Brüsseler Beamten wiesen prompt jegliche Kritik von sich.
Das Büro von EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigte sich mit einigen IWF-Schlussfolgerungen keineswegs einverstanden. Die Behauptung des Währungsfonds, es sei für wachstumsfördernde Reformen in Griechenland nicht genug getan worden, sei „schlichtweg falsch und unbegründet“, hieß es. Wahrscheinlich glauben dies die Eurokraten tatsächlich.

Die griechische Realität ist traurig

Wenn man sich jedoch mit der Realität beschäftigt, wird schnell klar, dass sich in Griechenland kaum etwas zum Besseren gewendet hat —im Gegenteil. Laut dem Bericht haben die Banken 30 Prozent ihrer Einlagen verloren, die Rezession war viel schlimmer als erwartet und die Arbeitslosigkeit ist exorbitant hoch. Trotz aller Bemühungen sei der Schuldenstand Griechenlands keineswegs gesunken. Daher denkt der IWF logischerweise über einen weiteren Schuldenschnitt nach. Davon hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wenig. Er ist verärgert über den eigenmächtigen Vorstoß des Währungsfonds.

Karlsruhe kann Berlin zum Euro-Austritt zwingen

Weiterer Ärger für die Politiker droht in der kommenden Woche vom Verfassungsgericht. Es befasst sich unter anderem damit, ob die EZB mit den Staatsanleihekäufen ihre Kompetenzen überschritten hat. Sollte Karlsruhe dies feststellen, kommt Ex-Verfassungsrichter Udo Di Fabio in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland aus dem Euro austreten muss.

Ein sonniges Wochenende wünscht Ihnen Jörn Kränicke, Chefredakteur

Zum Download von Euro fondsxpress klicken Sie bitte HIER



Sie können den fondsxpress, der immer freitags per E-Mail zugestellt wird, auch kostenlos abonnieren unter: www.fondsxpress.de

Artikel empfehlen?

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Dow schließt etwas leichter -- K+S weist Übernahmevorschlag von Potash zurück -- IWF: Griechenlands Verschuldung ist nicht mehr tragfähig -- Prokon wird Genossenschaft

BP zahlt Milliarden wegen "Deepwater Horizon"-Katastrophe. Varoufakis: Ich trete bei "Ja" in Referendum zurück. Juncker: EZB müsste Notkredite für Griechen eigentlich stoppen. Zehn Erfolgstipps von Tesla-Chef Elon Musk. Griechen-Referendum wird zum entscheidenden Faktor im Schuldendrama.
Wer waren die Aktienstars des deutschen Leitindex?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Promis machen Werbung für Finanzprodukte

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?