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24.08.2012 15:45

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Heißer September


In der kommenden Woche wird das eher beschauliche Städtchen Jackson Hole in Wyoming wieder in aller Munde sein. Im Winter treffen sich dort die Extrem­skifahrer am Rendevouz Moun­tain, um in Corbett’s Couloir ihren Wagemut zu testen.

Der Anfang der berüchtigten Abfahrt besteht aus einer zwei Meter breiten Felsschlucht in einer überhängenden Felswand, die auf den ersten zehn Metern fast im freien Fall zu überwinden ist. Und seit 1978 treffen sich dort alljährlich im Sommer die Chefs der Notenbanken aus aller Welt. Derzeit sicher die mächtigsten Männer der Welt. Denn sie bestimmen, was auf der politischen Agenda steht. Die Welt achtet ja inzwischen mehr darauf, was Ben Bernanke oder Mario Draghi sagen als darauf, was Staatschefs sagen. ­Barack Obama oder Angela Merkel müssen sich da hinten anstellen. Kommenden Freitag wird Bernanke die Eröffnungsrede halten und am Sonntag ist Mario Draghi dran.

Viel Neues wird nicht erwartet

Ob Neues aus den Bergen der Grand Teton Range nach außen dringen wird, ist fraglich. Denn es ist ja so gut wie sicher, dass die USA die nächste Stufe des „Quantitative Easings“ zündet — also wei­tere Staats­anleihen aufkauft. Das schmeckt den Rebublikanern gar nicht. In der beginnenden heißen Phase des Wahlkampfs um das Weiße Haus wird dieses Thema bei ihnen bereits heiß diskutiert. Aber nicht nur der US-Wahlkampf wird den September spannend machen, sondern auch das Bundesverfassungsgericht. Am 12. entscheidet es über die Verfassungsmäßigkeit von ESM und Fiskalpakt. Daher müssen wir uns wohl auf stürmische Zeiten an den Börsen im September einrichten.

Ein erholsames Wochenende wünscht Jörn Kränicke, Chefredakteur

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