22.03.2013 15:48
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Krise – aber trotzdem reich!

Euro fondsxpress
Auf der einen Seite hört man aus den Südländern nur schlechte Nachrichten. Etwa Arbeitslosenzahlen von rund 25 Prozent in Spanien. Auf der anderen Seite überraschte in diese Woche die Bundesbank mit einer Studie über das Nettovermögen der europäischen Haushalte.
3500 Haushalte wurden dazu in Deutschland befragt. Identische Umfragen haben alle17 nationalen Notenbanken der Eurozone durchgeführt. Dabei kam Erstaunliches zutage. Nicht der Norden ist reich, sondern der Süden. Ganz vorn sind sogar die Spanier. Verkehrte Welt also. In konkreten Zahlen ausgedrückt, beträgt das Nettovermögen abzüglich der Bankverbindlichkeiten im Durchschnitt 195 000 Euro. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Geld, Immobilien und Autos.

Spanier sind reicher als deutsche

In Spanien besitzt jeder Haushalt hingegen 285 000 Euro und in Frankreich 229 000 Euro. Im Median sehen die Verhältnisse ähnlich aus. Nur die Zahlen sind niedriger. Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verfügt demnach nur über 51 400 Euro. In Frankreich sind es rund 114 000 Euro und in Italien 164 000 Euro. Das sind die ersten Ergebnisse, die aus dieser Studie bekannt wurden. Bislang hat die EZB sich noch zurückgehalten, etwa die Zahlen aus Zypern oder Portugal bekannt zu geben. Es bleibt spannend, wie die Werte in der Öffentlichkeit aufgenommen werden und ob nun die „deutsche Armut“ auf die Tagesordnung der Talkshows kommt und im Wahlkampf eine Rolle spielt. Die Bundesbank versuchte den Reichtum des Südens mit der hohen Eigenheimquote zu begründen. Aber da es Nettoergebnisse sind, ist dies eher ein nicht ganz stichhaltiger Versuch.

Ein schneefreies Wochenende wünscht Jörn Kränicke, Chefredakteur

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