22.02.2013 10:23
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SJB FondsEcho. Allianz PIMCO Pfandbrieffonds

FondsEcho-Kolumne

Gerd Bennewirtz
Absicherung. Enthalten.
Angesichts des griechischen Schuldenschnitts vom vergangenen Jahr sowie den Kursverlusten von Euro-Staatsanleihen der Krisenländer steigt bei Investoren das Interesse an Schuldpapieren, die eine zusätzliche Absicherung beinhalten. Hier ist in erster Linie der ursprünglich in Deutschland eingeführte Pfandbrief zu nennen, der im Ausland unter der Bezeichnung „Covered Bond“ bekannt ist. Pfandbriefe bieten im Fall der Insolvenz ihres Schuldners eine zusätzliche Sicherheit, da sie mit Immobilien- oder Grundbesitz hinterlegt sind. Die Gläubiger können dann im Rahmen einer gesetzlichen Garantie die Immobilien verwerten und gehen nicht das Risiko ein, völlig leer auszugehen. Trotz ihrer zusätzlichen Besicherung bieten Pfandbriefe attraktive Renditen und können mit einem Renditevorsprung zu Staatsanleihen aufwarten.

Der europäische Pfandbriefmarkt verfügt über ein Volumen von rund 2.500 Milliarden Euro und stellt das Anlageuniversum dar, in dem sich der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds AT EUR (WKN 972066, ISIN LU0039499404) sehr erfolgreich bewegt. Im Gesamtjahr 2012 gelang dem Fonds angesichts des sinkenden Zinsniveaus eine zweistellige Rendite – ein Kunststück, das allerdings in diesem Jahr kaum zu wiederholen sein dürfte. Der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds engagiert sich schwerpunktmäßig am Pfandbriefmarkt in Euro und mischt zur Währungsdiversifikation Schuldpapiere in britischen Pfund, dänischen Kronen oder Schweizer Franken bei. Der Fonds ist bereits seit über zwanzig Jahren am Markt, wurde am 22. Oktober 1992 aufgelegt und verfügt derzeit über ein Volumen von 305,5 Millionen Euro. FondsManager Kristion Mierau ist seit Oktober 2010 allein für den Fonds verantwortlich und hat zuletzt die Gewichtung spanischer Pfandbriefe innerhalb des Portfolios erhöht. Auch Pfandbriefe aus anderen in Bedrängnis geratenen Eurostaaten wie Irland oder Italien werden zur Renditesteigerung beigemischt. Die Total Expense Ratio (TER) des Fonds, die die laufenden jährlichen Kosten misst, beträgt überschaubare 0,99 Prozent. Als Benchmark orientiert sich der Pfandbrieffonds am iBoxx EUR Covered All Mats TR Index. Seit Auflage konnte der Fonds mit der Anlage in öffentlich-rechtliche Wertpapiere und Pfandbriefe hoher Bonität eine kumulierte Wertentwicklung von +162,81 Prozent bzw. eine Rendite von +4,87 Prozent p.a. in Euro erzielen. Wie sieht die FondsStrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Pfandbriefe. Ausgewählt.

Der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds AT EUR zielt darauf ab, eine marktgerechte Rendite an den Euro-Pfandbriefmärkten zu erwirtschaften. Hierzu werden mindestens 70,0 Prozent des FondsVermögens direkt oder über Derivate in Pfandbriefe und vergleichbare verzinsliche Wertpapiere von Kreditinstituten investiert, die ähnlich den Pfandbriefen mit Vermögensgegenständen unterlegt und abgesichert sind. Großer Wert wird auf eine ausgezeichnete Bonität der Emittenten gelegt; lediglich 5,0 Prozent des FondsVolumens dürfen in Wertpapiere ohne gute Bonität angelegt werden (Durchschnittsrating: AA-). Auch die maximale Gewichtung von Papieren der Schwellenländer ist auf 20,0 Prozent begrenzt. FondsWährung ist der Euro, das Fremdwährungsrisiko gegenüber der europäischen Einheitswährung darf höchstens 10,0 Prozent betragen. Die durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) des Fonds liegt je nach Marktbedingungen zwischen drei und neun Jahren und befindet sich aktuell mit 3,83 Jahren im unteren Bereich dieser Range. Während die ausgewählten Pfandbriefe innerhalb des FondsPortfolios eine durchschnittliche Nominalverzinsung von 3,72 Prozent aufweisen, beträgt die rechnerische Rendite 2,29 Prozent. Von der Benchmark des Fonds kann FondsManager Mierau nach Ermessen abweichen und eine individuelle Länder- und Titelgewichtung vornehmen. Wie schlägt sich dies in seinem FondsPortfolio nieder?

FondsPortfolio. Spanien. Vorneweg.

In der Ländergewichtung des Allianz PIMCO Pfandbrieffonds nimmt Spanien mit 34,0 Prozent die führende Stellung ein. Es folgen Skandinavien mit 16,3 Prozent sowie Deutschland mit 11,8 Prozent Anteil am FondsVolumen. In Großbritannien sind 9,7 Prozent des FondsVermögens investiert. Pfandbriefe aus Irland (9,4 Prozent) sowie den USA (6,0 Prozent) sind durchschnittlich stark im FondsPortfolio gewichtet. Kleinere Bestände in Frankreich (5,4 Prozent), der Schweiz (2,9 Prozent) sowie von luxemburgischen Emittenten (2,6 Prozent) runden das Portfolio des Allianz-Produktes ab. Auf Platz zehn der größten Länderpositionen findet sich Italien mit 1,4 Prozent. Was heißt dies für die Zusammensetzung der Top-10 des Fonds? Dem Schwerpunkt auf spanische Covered Bonds gemäß, liegt auf Platz eins ein spanischer Pfandbrief (Cedulas) mit Laufzeit bis November 2013 und einem Kupon von 4,50 Prozent. Finnische und deutsche Pfandbriefe mit dem jeweiligen Laufzeitende 2020 und einer Verzinsung von 3,37 bzw. 3,00 Prozent belegen Platz zwei und drei. Mit Hypotheken oder Staatskrediten besicherte Anleihen spanischer Banken sind im FondsPortfolio recht zahlreich vertreten: Auf den weiteren Plätzen finden sich Pfandbriefe der Banco Santander, der teilweise verstaatlichten Bankia sowie der Banco de Sabadell. Weitere Pfandbriefe der Bundesrepublik Deutschland sowie von der US-Investmentbank JP Morgan ausgegebene Covered Bonds runden das Gesamtportfolio des Allianz-Fonds ab. Investoren sollten sich vergegenwärtigen, dass die überdurchschnittliche Gewichtung spanischer Titel zwar zuletzt für erfreuliche Renditen sorgte, aber zugleich ein gesteigertes Risikopotenzial beinhaltet.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Abnehmend.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den Allianz PIMCO Pfandbrieffonds dem FTSE Pfandbrief Total Price Index gegenübergestellt, der den europäischen Markt für Covered Bonds über das gesamte Laufzeitspektrum abbildet. Die Korrelation fällt über drei Jahre mit 0,64 hinreichend deutlich aus, geht aber für ein Jahr kräftig auf 0,36 zurück. Damit nimmt die Parallelität der Kursverläufe von Fonds und Index kurzfristig merklich ab, was auch der Blick auf die Kennzahl R² bestätigt: Für drei Jahre liegt die Kennziffer bei 0,41, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,13 an. Damit haben sich mittelfristig 59 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 87 Prozent. Die bereits erwähnte hohe Gewichtung spanischer Pfandbriefe innerhalb des Fonds dürfte für diese gestiegene Abweichung vom Referenzindex verantwortlich sein. Der Tracking Error beträgt für drei Jahre 2,22 Prozent, auf Jahressicht liegt er bei 1,85 Prozent. Somit ist das von FondsManager Mierau insgesamt eingegangene aktive Risiko gering. Wie stark fallen die Kursschwankungen des Pfandbrieffonds aus?

FondsRisiko. Volatilität. Moderat.

Der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds AT EUR weist für drei Jahre eine moderate Volatilität von 2,94 Prozent auf, die noch unterhalb der 3,13 Prozent liegt, die der von der SJB ausgewählte Vergleichsmaßstab zu verzeichnen hat. Über ein Jahr stellt sich das Bild ähnlich dar: Hier beträgt die Volatilität des Fonds 1,91 Prozent, während der FTSE Pfandbrief Total Price Index mit 2,54 Prozent eine höhere Schwankungsintensität aufzuweisen hat. Damit sind die Kursschwankungen des Allianz-Fonds durchweg geringer als die der Benchmark, was als Plus mit Blick auf das Risikoprofil zu werten ist. Die niedrigere Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Pfandbriefportfolios dürfte besonders sicherheitsorientierte Investoren ansprechen. Zu welchen Ergebnissen kommt die Beta-Analyse? Die überdurchschnittlich attraktive Risikostruktur des Allianz-Fonds wird auch an dem unter Marktniveau liegenden Beta von 0,57 über ein Jahr ersichtlich. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsneigung der Renditen von Fonds und Referenzindex vergleicht, weist für ein Jahr einen Wert von 1,10 auf. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte ergibt, dass sich der Pfandbrieffonds in seinen Wertschwankungen mal weniger und mal stärker volatil als die Benchmark präsentierte: Die Risikokennziffer lag in 11 der letzten 35 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte von 0,79 im Tief an. In 24 der betrachteten Zeitspannen befand sich das Beta mit Werten bis 1,84 in der Spitze hingegen über Marktniveau. Zeiten mit erhöhter Risikoneigung und vergleichsweise schwankungsarme Phasen wechseln sich damit in der FondsHistorie ab. Welche Renditeergebnisse erzielt der Fonds mit seinem als neutral zu wertenden Risikoprofil?

FondsRendite. Alpha. Überzeugend.

Per 14. Februar 2013 hat der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds AT EUR über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +19,34 Prozent in Euro erzielt, was einer Rendite von +6,06 Prozent p.a. entspricht. Eine ausgezeichnete Renditeleistung für den Pfandbriefsektor, was sich auch daran zeigt, dass die Performance der Benchmark FTSE Pfandbrief Total Price Index deutlich übertroffen wird: Für drei Jahre kommt dieser auf eine Wertentwicklung von +3,82 Prozent bzw. eine jährliche Rendite von +1,26 Prozent. Im Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung bleibt der Performancevorsprung des Allianz-Fonds in vergleichbarer Höhe erhalten: Über ein Jahr hat der Pfandbrieffonds +9,64 Prozent in Euro an Wert zugelegt, während der Vergleichsindex lediglich mit einem Plus von +4,96 Prozent aufwarten kann. Die auch in ihrer absoluten Höhe zwischen 4,68 und 4,80 Prozentpunkten überzeugende, in beiden Zeithorizonten zu konstatierende Mehrrendite des Fonds macht diesen zum klaren Sieger im Performancevergleich. Die weit überdurchschnittliche Wertentwicklung des Fonds gemessen am SJB-Referenzindex offenbart sich auch in dem positiven Alpha, das über drei Jahre bei 0,47 liegt. Für ein Jahr stellt sich die Kennzahl mit 0,73 noch stärker dar. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre zeigt, dass der europäische Pfandbrieffonds mit absoluter Regelmäßigkeit die Benchmark schlägt: In den letzten 35 Einzelzeiträumen verzeichnete der Fonds ein stets positives Alpha mit Werten bis 0,88 in der Spitze, selbst der niedrigste Alpha-Wert von 0,14 liegt im grünen Bereich. Damit ist das Rendite-Risiko-Profil des Allianz-Fonds sehr attraktiv, da mit vergleichbaren Kursschwankungen eine nachhaltige Mehrrendite zum europäischen Pfandbriefmarkt generiert wird. Der abschließende Blick auf die Information Ratio bestätigt die gute Managementqualität des Fonds: Die Kennziffer fällt mit Werten von 2,58 über drei Jahre und 4,69 über ein Jahr klar positiv aus.

SJB Fazit. Allianz PIMCO Pfandbrieffonds.

Das im Zuge der fortgesetzten EU-Schuldenkrise weiter höchst akute Bedürfnis vieler Investoren nach einer gesteigerten Sicherheit ihrer Anlagen können Pfandbriefe sehr gut erfüllen. Obwohl diese Schuldpapiere mit zusätzlichen Sicherheiten aus dem Immobilienbereich hinterlegt sind, liegen die Renditen zumeist oberhalb derjenigen von Staatsanleihen. Der Allianz PIMCO Pfandbrieffonds überzeugt durch seine deutlich über Marktniveau liegende Performance bei moderater Volatilität. Eine ausgezeichnete Kombination, um die verbesserte Absicherung des Depots mit neuen Renditechancen zu verbinden.



Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Sie misst die Mehrrendite, die über der zu erwartenden Rendite des Marktes liegt. Das Alpha beziffert jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung oder höherer Risikobereitschaft zu erklären ist, sondern auf aktiver Titelauswahl und Beispiel: Ein Alpha von 5 zeigt an, dass der Fonds bei einer Nullentwicklung des Index 5 Prozent Mehrrendite erzielt hat, ohne dafür ein höheres Risiko einzugehen.

Beta

Ist die Kennziffer für die Risiken. Sie ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Index. Das Kriterium ist deren Schwankungsintensität (Volatilität). Beim Beta wird dem Index der feste Wert „1“ zugesprochen. Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht er 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Das Beta eines Fonds ist negativ, wenn sich Fonds und Index abwärts bewegen.

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

Information Ratio

Um die Qualität des Managements eines bestimmten Fonds besser einschätzen zu können, ist die Information Ratio eine zentrale Kennzahl. Errechnet wird die Information Ratio, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Je höher dieser Wert ist, desto besser das Management des zu untersuchenden Fonds.

Korrelation

Ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Der Kurs entspricht der Substanz des Buchwerts. Dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt ist hoch.

Diese Kennzahl drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dies bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher diese Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte und niedrige Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement oder Marktentwicklung basiert.

Sharpe Ratio

Ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und beim Index bei 0,30. Dann erwirtschaftet der Fonds mit jedem Risikoschritt ein Drittel mehr Rendite als der im Index dargestellte Markt. Eine negative Zahl bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt.

Tracking Error

Ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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