26.08.2013 06:45
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FRweekly-briefing: „Den Bullen fehlt der Elan“

Regelmäßig zu Wochenbeginn informiert FundResearch über die aktuellen Markteinschätzungen und –ausblicke.

BHF-Bank: Juni Tiefstände des DAX wieder möglich

Die im letzten „FRweekly-briefing“ von Cognitrend-Analyst Joachim Goldberg vermutete Einstellung der Anleger auf eine ausgedehnte Seitwärtsbewegung des DAX scheint sich zu bewahrheiten: „Zumindest an der Preisentwicklung gemessen bleibt der DAX in einem bilderbuchartigen Seitwärtsmarkt“, stellt der Analyst fest. „So gesehen handelt es sich bei deutschen Standardwerten um ein ideales Umfeld für Trading-orientierte Akteure.“

Aber wohin geht die Reise? Nach Ansicht von Markus Wallner von der Commerzbank dürfte das Aufwärtspotenzial des deutschen Leitindex vorerst begrenzt sein: Die Berichtssaison für das zweite Quartal sei eher gemischt ausgefallen und die Gewinnerwartungen hätten keinen Impuls nach oben gegeben. Aus charttechnischer Sicht nehmen sogar die Schwächeanzeichen zu, glaubt Christian Schmidt von der Helaba: „Dem DAX ist es erneut nicht gelungen, die Handelsrange mit den Begrenzungen bei 8.557 und 8.225 Punkten zu verlassen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in Kürze geschieht, sei jedoch größer geworden. Nur in welche Richtung der Ausbruch erfolge, bleibe abzuwarten. „Die Indikatoren haben sich zuletzt wieder eingetrübt“, so Schmidt. „Damit besteht ein Übergewicht für einen Ausbruch nach unten.“ Dem pflichtet Jana Meier von der HSBC bei: „Den Bullen fehlt der Elan, das letzte Hindernis auf dem Weg zum bisherigen Rekordstand bei 8.558 Punkten anzugehen“, meint die technische Analystin. Dazu hätte das Aktienbarometer die Hürden der letzten Hochs bei 8.415, 8.453 bzw. 8.457 Punkten knacken müssen.

Dr. Josef Schlumberger, Fondsmanager bei der BHF-Bank, sieht die europäischen Aktienmärkte gegenüber denen der USA günstig bewertet. Dies spreche in Verbindung mit dem Druck auf die EZB, angesichts des negativen Kreditwachstums in Europa die Zinsen eher noch weiter nach unten zu schrauben, für die europäischen Märkte. „Diesem beruhigenden monetären und fundamentalen Szenario steht jedoch der anstehende Börsenhorrormonat September entgegen“, warnt Schlumberger. „Seit Mark Twain wissen wir, dass dies der gefährlichste Börsenmonat ist (abgesehen von den anderen elf Monaten).“ Die nächsten Tage und Wochen seien entscheidend: „Sollte es die Aktienmärkte dann nicht schaffen, weiter auf neue Höchststände zu marschieren, spricht viel für einen hoffentlich kurzen, aber möglicherweise doch heftigen Rücksetzer auf die Juni-Tiefstände.“ Das hieße für den DAX Kurse deutlich unter 8.000 Punkten. „Die damit einhergehende Panik könnte dann eine gesunde Basis für eine veritable Jahresendhausse darstellen, ehe uns dann im nächsten Jahr wieder die Realität – Stichwort Schuldenschnitt in der Euro-Peripherie – einholt“, glaubt der Fondsmanager.

Deutsche Bank: Mittelmeerländer-ETFs immer beliebter

„Seit rund zehn Tagen heißt es: raus aus den USA und rein nach Europa“, sagt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Dies liege vor allem daran, dass – wie auch BHF-Fondsmanager Schlumberger sagt – die europäischen Aktienmärkte den US-amerikanischen hinterherhinken. „Außerdem hat sich die europäische Peripherie besser entwickelt als erwartet, während die US-Berichtssaison eher enttäuscht hat.“ Insbesondere breit aufgestellte, an den EuroStoxx50 gekoppelte ETFs würden gekauft. „Hier ist die Gewichtung zum Beispiels Spaniens ja auch hoch“, meint Kleefeld. Auch bei der Commerzbank wird dieser Trend erkannt: „Zugegriffen wird in länderspezifische ETFs mit portugiesischen Aktien oder Indexfonds mit spanischen Dividendentiteln“, sagt Andreas Bartels. Aber nicht nur Aktien-Indexfonds, auch Renten-ETFs der Euro-Peripherie kommen bei Anlegern immer besser an. Deutsch-Banker Kleefeld meldet Käufe in einem ganz neuen, noch nicht an der Frankfurter Börse gelisteten Produkt: „Der ETF bildet europäische Staatsanleihen mit höheren Zinsen und Laufzeiten von ein bis drei Jahren ab, also etwa italienische, spanische und portugiesische.“

Beim Gold scheiden sich die Geister

Wie geht die Entwicklung des Goldpreises weiter? Die Experten sind sich uneinig: Nouriel Roubini, Ökonom und Chairman von Roubini Global Economics, sieht den Goldpreis bis 2015 auf 1.000 US-Dollar je Unze sinken. Weitere Verkäufe aufgrund von Margin calls, die anhaltend tiefe Inflation, Konkurrenz anderer Anlagen mit besserer Rendite und der positive Ausblick der US-Wirtschaft mit realen Wachstumsraten nennt er als Gründe.

Der als „Dr. Doom“ bekannte Börsenexperte Marc Faber sieht den Aktienmarkt hingegen in einem „Blasenterritorium“, was einen günstigen Einstieg in Goldinvestments bedeute. Mitte August hätten 400 Aktien im S&P-Index neue Zwölfmonats-Tiefststände markiert. „Das ist bemerkenswert“, sagt Faber. „Das bedeutet, dass das interne Marktbild sich stark von dem unterscheidet, was die Indizes anzeigen.“ Schwächen erkennt er in den Sektoren, Wohnbau, Detailhandel, Fluggesellschaften und Nahrungsmittel. Davon profitiere der Goldpreis. Dr. Doom stellt jedoch auch fest, „dass Gold in jüngster Vergangenheit leicht überkauft gewesen ist.“

(PD)

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