-->-->
26.02.2013 11:05
Bewerten
 (1)

„Finanztransaktionssteuer trifft Unternehmen und Bürger“

Bankenverband fürchtet Schwächung der deutschen Wirtschaft. Finanzministerium: Zweifel an Einführungstermin.

Der Bundesverband deutscher Banken befürchtet, dass die deutsche Wirtschaft durch die europäische Finanztransaktionssteuer (FTS) Schaden nehmen könnte: „Die FTS trifft neben Banken und Sparkassen vor allem Unternehmen und Bürger“, so Dr. Markus Kirchner, Leiter des Verbindungsbüros in Berlin. „Betroffen sind insbesondere der deutsche Mittelstand und die deutsche Exportwirtschaft.“ Deutschlands arbeitsteilige und globale Wirtschaft benötige für viele Geschäfte begleitende Finanzdienstleistungen, z.B. in Form von Zins-, Währungs- oder Rohstoffabsicherungen. Die FTS verteure solche unternehmerisch sinnvollen und notwendigen Geschäfte signifikant. „Daraus ergeben sich für die deutsche Exportwirtschaft Wettbewerbsnachteile gegenüber internationalen Konkurrenten, deren Geschäfte nicht der FTS unterworfen sind.

Aber auch der Bürger werde über die private Altersvorsorge einen Großteil der FTS tragen. Denn die Steuer wird auf den Kauf und Verkauf von Aktien und Anleihen sowie auf den Abschluss und die Modifikation von Derivategeschäften erhoben. Nach Plänen der EU-Kommission soll der Mindeststeuersatz 0,1 Prozent bei Aktien- und Anleihegeschäften und 0,01 Prozent bei Derivategeschäften betragen. „Personen, die sich vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen für die Bildung privaten Altersvorsorgevermögens durch Fondsanlagen entscheiden, werden einen signifikanten Renditerückgang erleiden“, so die Befürchtung des Bankenverbands. Die Tatsache, dass nur elf der 27 EU-Mitgliedstaaten die FTS einführen wollen, werde zudem zu Ausweichbewegungen führen. „Der Dumme ist der Kleinanleger in Deutschland, der nicht ins Ausland ausweichen kann“, so Kirchner.

Zeitplan der Einführung wackelt

Derweil plane Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorerst noch keine Einnahmen aus der Steuer im Haushalt 2014 ein, berichtet das Handelsblatt. Bislang seien für das kommende Jahr noch Einnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro vorgesehen gewesen. Doch gebe es im Ministerium scheinbar Zweifel am Zeitplan der EU-Kommission, die die FTS Anfang 2014 einführen will. Es bestehe derzeit keine rechtliche Basis, um die Steuer in den Eckpunkten zum Haushalt 2014 zu berücksichtigen. Am 20. März sollen die Eckpunkte zum Haushalt 2014 im Bundeskabinett beschlossen werden. Damit dieser ausgeglichen ist, seien nach bisherigen Berechnungen des Ministeriums zusätzliche Einsparungen in Höhe von vier Milliarden Euro nötig. Dem Handelsblatt zufolge soll darin bereits der Verzicht auf ein Einrechnen der FTS enthalten sein.

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht mit Gewinnen ins Wochenende -- Dow im Minus -- Fed-Vorsitzende Yellen: Argumente für Zinsanhebung stärker geworden -- STADA, VW im Fokus

Opel-Marketing-Expertin Müller zieht in den Stada-Aufsichtsrat ein. Hapag-Lloyd-Chef: Hamburger Reederei nach Fusion wettbewerbsfähiger. Deutsche Post startet ab Montag weitere Tranche des Aktienrückkaufs. Bundesfinanzministerium sieht EZB-Anleihekäufe mit Sorge. Zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr möglich. US-Wirtschaft wächst etwas weniger als bislang ermittelt. Bundesbank: Banken drohen schärfere Regeln für riskante Geschäfte.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Welcher Darsteller verdient am meisten?
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?

Umfrage

Die Bundesregierung will die Bevölkerung wieder zur Vorratshaltung animieren, damit sie sich im Falle schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann. Panikmache oder begründet?
-->