Fonds Goldminen kommen an
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Vorweihnachtlich zurückhaltend präsentieren sich Investoren derzeit im Handel mit Publikumsfonds, so die Deutsche Börse AG.
"Wie in den Wochen zuvor sind die Umsätze eher mittelprächtig und ohne eindeutige Tendenz", registriere Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Auf beiden Seiten mehr Schwung gebe es zwar bei offenen Immobilienfonds, und auch Mischfonds stünden weiterhin im Anlegerfokus. Nach der Einigung über die zukünftige Linie im Umgang mit den Schulden der europäischen Staaten zum Ende vergangener Woche habe sich insgesamt indes schnell wieder Ernüchterung eingestellt.
"Auf einen klaren Trend an den Aktienbörsen warten wir weiterhin vergeblich", berichte Andreas Kehnen von der Baader Bank. Solange die Politik die Hauptrolle auf dem Handelsparkett spiele, sei die Fortsetzung kurzfristig hoher Schwankungen an den Börsen vorprogrammiert. Deutliche Volatilität verschrecke aber den in der Regel längerfristig orientierten Fondsanleger eher. Zudem habe so mancher Fonds-Manager die Bücher für dieses Jahr bereits zugeklappt und sich in die Weihnachtspause verabschiedet.
Ein deutlich gesunkener Goldkurs locke Kehnen zufolge verstärkt Käufer von Goldminen-Fonds. Anleger hätten sich etwa für die US-Dollar-Version des BGF World Mining Fund (BGF World Mining Fund A2 USD) interessiert. Verkäufe dagegen verbuche der Händler für die in Euro notierte Variante des BGF World Mining Fund. Allein am gestrigen Montag habe der Goldpreis über 3 Prozent bzw. knapp 60 US-Dollar eingebüßt. Mit einem Eröffnungskurs von 1.650 US-Dollar am heutigen Dienstag habe das gelbe Metall ein Sieben-Wochen-Tief markiert. "Rein optisch sieht der Goldpreis gegenwärtig zwar günstig aus", meine der Händler, gebe aber zu bedenken, dass sich Gold historisch gesehen immer noch auf einem relativ hohen Niveau bewege.
Umsatzspitzenreiter im Fondshandel seien offene Immobilienfonds. "Es ist einiges los und so manches Portfolio hat in den vergangenen Wochen zulegen können", beobachte Orlemann. Nachdem Anleger sich zuletzt Anteile des CS Euroreal (CS Euroreal A EUR) ins Depot gelegt hätten, gestalte sich der Handel derzeit eher ausgeglichen. Gelockt habe eine ansehnliche Dividende. Mit der Begründung einer allgemeinen Verunsicherung beim Anleger habe sich die Credit Suisse von dem Plan einer Wiederöffnung des CS Euroreal in diesem Jahr verabschiedet.
Von mehr Zu- als Rückflüssen spreche Orlemann dagegen beim Hausinvest (hausInvest) und beim Deka Immobilien Europa (Deka-ImmobilienEuropa). In gleichem Maße gekauft wie verkauft werde zudem der SEB Immoinvest (SEB ImmoInvest P) und der Degi International (DEGI International).
Unabhängig von der Marktsituation kämen gemischte Portfolios bei Fondsanlegern auch in dieser Woche gut an, wie Orlemann berichte. Einmal mehr ganz vorn in der Umsatzstatistik dabei seien etwa der Flossbach von Storch SICAV (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R) und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen , die mehrheitlich gekauft würden. Letzterer setze mit mittel- bis langfristigem Horizont auf Nebenwerte aus dem deutschsprachigen Raum. Hingegen hätten Anleger sich unterm Strich vom Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A) getrennt.
Bei Portfolios mit europäischem Fokus würden in dieser Woche hiesige Unternehmen punkten. Von einem Kaufüberhang spreche Kehnen etwa beim DWS Deutschland und beim DWS Aktien Strategie Deutschland . Uneinheitlich gehe es bei geographisch breiter aufgestellten Fonds zu. Einen Abgabeüberhang registriere der Händler etwa für den Amundi Funds Absolute Volatility Euro Equitie, während Investoren beim DWS Top Dividende tendenziell zugegriffen hätten.
Immer noch unterdurchschnittliche, aber dennoch spürbare Umsätze verbuche Kehnen für Fonds mit asiatischer Ausrichtung. "Monatelang haben Fondsanleger den asiatischen Raum eher von der Seitenlinie aus betrachtet", fasse der Händler zusammen und erkenne in den derzeitigen Bewegungen eine zögerliche Rückkehr in die Region. Sowohl Zu- als auch Abflüsse melde der Händler etwa für den DWS Top 50 Asien und den First State Asia Pacific Leaders Fund (First State Asia Pacific Leaders Fund A Acc).
Wenig Bewegung gebe es gegenwärtig bei Geldmarktfonds. Von einigen großen Kaufpositionen spreche Kehnen etwa beim Metzler Geldmarkt . Ins Depot hätten Fondsinvestoren zudem den DekaLux-Geldmarkt (DekaLux-Geldmarkt: Euro) gelegt. (15.12.2011/fc/a/f)


