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16.08.2011 11:32

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Fonds der Schreck sitzt tief


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Alle Hände voll zu tun haben die Market Maker im Fondshandel angesichts der Ausverkaufsstimmung der zurückliegenden Handelstage, so die Deutsche Börse AG.

"Die Umsätze sind hoch und auch der Wochenauftakt ist von Abgaben geprägt", berichte Frank Wöllnitz. Selbst zwischenzeitliche Phasen steigender Märkte hätten wenig Überzeugungskraft. "Bei Aufwind an den Börsen bleiben die Fondsanleger im jetzigen Marktumfeld lieber fern", vermute der Händler von ICF Kursmakler. Der Schrecken sitze wahrscheinlich zu tief.

Es gelte weiterhin die Devise "Alles muss raus", wenn auch auf niedrigerem Niveau, berichte Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Denn ein großer Schwung an Verkäufen sei durch das Erreichen von Stopps erst einmal abgearbeitet. Auch zeichne sich gegenwärtig kein Trend ab, der eine Rückkehr der Anleger rechtfertige. Ob die am Dienstag anstehenden Gespräche zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Sarkozy eine Lösung bereitstelle, sei offen. Die erneuten Diskussionen über die mögliche Einführung von Eurobonds hätten das Krisentreffen der beiden Staatschefs in Paris in den Fokus der Marktteilnehmer gerückt. "Es ist schwer einzuschätzen, welche Maßnahmen helfen und welche nicht", erkläre Deisenroth-Boström.

Von extrem hohen Verkäufen an Publikumsfonds-Anteilen bis Donnerstag vergangener Woche spreche Anja Deisenroth-Boström. Danach hätte sich der Umsatz geviertelt. Dies gelte auch für Publikumsfonds mit deutschen und europäischen Aktien, die weiterhin tendenziell auf den Verkaufslisten stünden. Deutliche Abgaben melde die Baader Bank etwa für den cominvest Fondak P (Fondak A), den DWS Deutschland (DWS Deutschland ) sowie den Fidelity Fund European Growth (Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR)). Anleger hätten sich Wöllnitz zufolge zudem verstärkt vom Carmignac Patrimoine (carmignac patrimoine) getrennt.

Gegen den Strom schwimme der Edmond de Rothschild Europe Value Cap (Edmond de Rothschild Fund Europe Value A Cap), für den ICF-Kursmakler einen Kaufüberhang ausmache. Der Fonds ziele auf eine Überrendite gegenüber dem MSCI Europe 15-Index mit Aktien von europäischen Unternehmen, die im Euro-Raum sowie in Großbritannien, in der Schweiz, in Dänemark, Schweden und Norwegen ansässig seien.

Rohstoffe würden derzeit ebenfalls auf wenig Gegenliebe stoßen. "Insgesamt sind die Rohstoffmärkte unter Druck", berichte Frank Wöllnitz. Das hätte auch bei den entsprechenden Fonds zu Verkäufen geführt. Von Abgaben spreche Wöllnitz beispielsweise beim Earth Exploration Fund (Earth Exploration Fund UI (EUR R)), der weltweit in Aktien aus den Bereichen Öl und Gas, Edelmetalle, Basismetalle, Uran, Diamanten, erzhaltigen Sande sowie Kohle investiere. Deutliche Verkäufe registriere die Baader Bank zudem für Edelmetallminen.

Anleger hätten sich in großem Stil sowohl von der US-Dollar- als auch der Euro-Version des BGF World Mining Fund (BGF World Mining Fund A2 USD) getrennt. Die Finger würden Investoren Deisenroth-Boström zufolge zudem vom BGF World Gold Fund (BGF World Gold Fund A2 USD) lassen. Der in US-Dollar notierte Fonds fokussiere sich auf Aktienwerte von Unternehmen, die überwiegend im Goldbergbau tätig seien.

Vom Abwärtssog betroffen seien auch Fonds, die ihren Schwerpunkt auf Schwellenländer legen würden. Portfolios mit osteuropäischen und russischen Unternehmen wie etwa der DWS Russia hätten dazu gehört. "Hier macht sich der stark unter Druck geratene Ölpreis bemerkbar", glaube Wöllnitz. Binnen 30 Tagen habe der Kurs für das schwarze Gold um über 9 Prozent nachgegeben. Als weltweit größter Energieexporteur hänge die gesamte Wirtschaftsentwicklung Russlands stark von der Nachfrage nach Öl und Gas ab. Wenn, wie es sich nun abzeichne, der Westen langsamer wachse, dann benötige er auch weniger Energie.

Von einem Verkaufsüberhang spreche Wöllnitz zudem beim Magellan C (MAGELLAN C), dessen Schwerpunkt auf Unternehmen aus Lateinamerika, Südostasien, Afrika und Europa liege. Auf der anderen Seite hätten sich Portfolios mit indischen Unternehmen wie etwa der HSBC Gif Indian Equitiy (HSBC GIF Indian Equity AD) der Spirale nach unten relativ gut entziehen können. Sie seien zwar abgegeben worden, aber weniger stark. (16.08.2011/fc/a/f)

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