Fonds vielversprechende Ouvertüre
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Umsätze im Fondshandel an der Frankfurter Börse ziehen seit dem Jahreswechsel weiter an, so die Deutsche Börse AG.
"Die Investoren sind zurück", meine Andreas Kehnen von der Baader Bank. Auch Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler berichte von guten Umsätzen. Reges Anlegerinteresse beobachte Kehnen bei einigen Portfolios mit europäischen Aktien. Gefragt sei beispielsweise der UniDeutschland XS gewesen, der in Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung anlege: "Der Fonds ist im vergangenen Jahr deutlich besser gelaufen als der Vergleichsindex", bemerke der Spezialist. Gesucht hätten Anleger in den vergangenen Handelstagen auch Papiere des Threadneedle European Smaller Companies Fund 2 (Threadneedle European Smaller Companies Fund 2 EUR Net acc), der ebenfalls in kleinere Unternehmen aus der zweiten Reihe investiere.
Von Abgaben im Geldmarktsektor berichte Kehnen aktuell: "Anleger schichten anscheinend in Aktienfonds um", vermute der Spezialist. Im großen Stil verkauft worden sei in den vergangenen Tagen der DWS Geldmarkt Plus (DWS Geldmarkt PLUS). Der Fonds investiere in Euro-Geldmarktanlagen mit kurzer Restlaufzeit.
Bei global aufgestellten Portfolios melde Kehnen überwiegend Käufe, so zum Beispiel vom Warburg Value Fund (Warburg Value Fund A ), der weltweit nach unterbewerteten Unternehmen suche. Ebenfalls in ihre Depots gelegt hätten Investoren Anteile des in Südafrika und anderen Teilen des schwarzen Kontinents engagierten JPM Africa Equity A (JPM Africa Equity A (acc) - USD). "Seit der Fußball-WM ist das Anlegerinteresse an Investments in Afrika gestiegen", bemerke der Spezialist.
Trotz des hohen Goldpreises von aktuell 1.380 US-Dollar je Feinunze sowie warnender Stimmen von einem schnellen Ende dieses Aufwärtstrends habe Kehnen diese Woche Käufe beim in US-Dollar notierten HANSAgold (HANSAgold USD-Klasse) beobachten können. Der Fonds investiere überwiegend in physisches Gold und Zertifikate, nicht in Goldminenaktien, erkläre der Spezialist: "Einige Anleger sehen Gold wohl weiterhin als Risiko-Diversifizierung an."
Bis zum Herbst des vergangenen Jahres sei die Kursrally auf den internationalen Aktienmärkten um indische Unternehmen gelaufen. "Seit November bewegen sich die Kurse nur noch seitwärts", berichte Wöllnitz. "Schuld sind möglicherweise Gerüchte über eine Zinserhöhung der indischen Zentralbank, aber auch massiv gestiegene Lebensmittelpreise." Es sei ein Kreislauf aus gestiegenen Einkommen, steigender Nachfrage und ständigen Preiserhöhungen, der die Wirtschaftsleistung des Landes schwäche. Der Spezialist berichte über Abgaben beim HSBC GIF Indian Equity AD und DWS India (DWS India ). Von der Entwicklung seien indonesische Werte, wie sie z.B. im Fidelity Funds - Indonesia Fund (Fidelity Funds - Indonesia Fund A (USD)) vertreten seien, und thailändische Werte ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden.
Ungebrochen sei dagegen das Anlegerinteresse bei Anlagen im Reich der Mitte, so wie dem First State Greater China Growth (First State Greater China Growth Fund A Acc). Der Fonds investiere in Aktien von Unternehmen aus China, Hongkong und Taiwan. "Der Fonds hat letztes Jahr eine ordentliche Rendite hingelegt", wisse Kehnen.
Ein wenig unter Druck geraten sei laut Wöllnitz diese Woche der CS Euroreal A EUR . Der Fonds würde an der Börse mit Abschlägen von 15 bis 20 Prozent gehandelt. "Das ist nicht ungewöhnlich für Immobilienfonds, die die Anteilsrücknahme ausgesetzt haben", erkläre Wöllnitz. Was den Anlegern aber vielleicht nicht gefiele oder die Angst vor der endgültigen Schließung schüre, sei der Verkauf zweier stattlicher Immobilien in Paris, damit sei das Investitionsvolumen des Fonds um gut 180 Mio. Euro gesunken.
Dachfonds, die in andere Fonds investieren würden, beispielsweise in ETFs, versprächen meist höhere Gewinne durch eine möglichst wenig festgelegte Investitionsstrategie, erkläre Wöllnitz. Um effizient an den volatilen Marktbewegungen der Schwellenländer teilhaben zu können, hätten sie zu einem größeren Anteil auf Emerging Markets-Anlagen gesetzt. Der Spezialist berichte in diesem Zusammenhang von regem Anlegerinteresse am ETF-Dachfonds P (ETF-DACHFONDS P) und meine: "Es ist viel Geld im Markt, da liegt es nahe, einen Teil des Anlagevermögens in die Hände eines Fondsmangers zu geben, der viel Entscheidungsfreiheit hat. Dahinter steht die Hoffnung, Lücken zu nutzen, die man sonst übersehen hätte."
Vor allem an risikofreudigere Anleger mit langfristigem Horizont richte sich der Sauren Global Opportunities . Die Anlageideen für diesen weltweit agierenden Aktien-Dachfonds suche Eckhard Sauren hauptsächlich in ineffizienten Marktsegmenten wie Schwellenländern oder bei Nebenwerten. Denn dort sei es für einen erfahrenen Fondsmanager grundsätzlich einfacher, Mehrwerte zu erwirtschaften.
"Die Performance anderer Marktteilnehmer zu übertreffen, ist unser Ziel", erkläre der Fondsmanager. "Weil es schwieriger ist, eine nachhaltig überdurchschnittliche Performance über Marktprognosen zu erzielen, konzentrieren wir uns auf die Analyse der Fähigkeiten von Fondsmanagern." Sie müssten in ihrem Segment herausragen. Überzeugende Argumente seien beispielsweise bessere, frühere und genauere Analysen über die Märkte und insbesondere Unternehmen. "Das können nur Experten in ihrem jeweiligen Marktsegment liefern."
Typischerweise würden die Zielfonds eher niedrige Fondsvolumen aufweisen. Ziehe man einen Vergleich mit dem Einzelhandel, dann sei Dachfondsmanager Sauren für den Global Opportunities eher an kleinen Inhaber geführten Boutiquen als an großen Kaufhäusern interessiert. Aus Saurens Sicht sei beispielsweise der First State Asia Pacific Leaders ein Fonds, der mit Angus Tulloch von einem herausragenden Spezialisten verwaltet werde. Auch der Strategic China Panda Fund unter der Leitung von Lilian Co sei so ein Beispiel. "Als die Fondsmanagerin einen neuen Fonds übernommen hat, sind wir ihr gefolgt", füge Sauren hinzu.
Eine Marktmeinung vertrete Sauren bei seinen Investitionsentscheidungen grundsätzlich nicht. "Verlässliche Marktprognosen sind schwierig", berichte der Fondsmanager. "Es gibt aber immer genügend attraktive Unternehmen, in die die von uns ausgewählten Fondsmanager investieren." Eine breite Diversifikation gehöre nicht zu der Anlagestrategie des Sauren Global Opportunities. Eine höhere Gewichtung einzelner Länder oder Marktsegmente würde bewusst in Kauf genommen. Ein weiterer Grund, weshalb der Dach-Fonds mit einem höheren Risiko behaftet sei. Derzeit würden Aktienfonds Asien mit einem Anteil von über 20 Prozent den größten Posten im Portfolio ausmachen. Es würden mit jeweils rund zehn Prozent Fonds für europäische Nebenwerte und sorgfältig ausgewählte Hedgefonds folgen. (11.01.2011/fc/a/f)


