23.11.2012 10:09
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SJB FondsEcho. Allianz Flexi Rentenfonds.

Mischfonds. Defensiv.
In Anbetracht der zum Jahresende 2012 hin auf einem erstaunlich hohen Kursniveau verharrenden internationalen Aktienmärkte wächst bei vielen Investoren der Wunsch, die zuletzt aufgelaufenen Kursgewinne zu sichern und ihr Depot insgesamt defensiver aufzustellen. Denn die Schulden- und Finanzkrise innerhalb der Eurozone ist alles andere als beendet, wie die jüngsten Entwicklungen um das weiter mit dem Staatsbankrott kämpfende Griechenland beweisen. Können sich die EU-Institutionen nicht auf neue Hilfen einigen oder steigt gar der Internationale Währungsfonds (IWF) aus dem Hilfsprogramm aus, drohen neue Verwerfungen an den Kapitalmärkten.

Kehren die volatilen Börsen zurück und setzt ein neuer kräftiger Kursrutsch ein, sind Anleger mit einem defensiv aufgestellten Mischfonds gut positioniert, der schwerpunktmäßig im Anleihensektor investiert und einen geringen Aktienanteil beimischt. Dieser Spezies ist der Allianz Flexi Rentenfonds A EUR (WKN 847192, ISIN DE0008471921) zuzuordnen, der sich überwiegend am Markt für Euro-Anleihen engagiert. Neben Staatsanleihen sehr guter Bonität aus Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden werden zwischen 10 und 30 Prozent des FondsVermögens am Aktienmarkt des Euroraums investiert. Per Ende Oktober liegt die Aktienquote des Fonds bei 25,1 Prozent. Der Allianz Flexi Rentenfonds ist bereits seit über zwanzig Jahren am Markt, wurde am 05. Juni 1991 aufgelegt und verfügt derzeit über ein Volumen von 563,1 Millionen Euro. Die Total Expense Ratio (TER) des Fonds, die die laufenden jährlichen Kosten misst, beträgt 1,15 Prozent. Hinzu kommt eine performanceabhängige Vergütung, die im letzten Geschäftsjahr 1,13 Prozent betrug. FondsManager Armin Kayser verwendet als Benchmark eine Kombination aus 20 Prozent Euro Stoxx 50 Total Return und 80 Prozent JP Morgan EMU Government Bond Investment Grade Index, von der er jedoch nach Ermessen abweichen darf. Seit Auflage konnte der Fonds seinen Anlegern eine kumulierte Wertentwicklung von +281,38 Prozent bzw. eine Rendite von +6,45 Prozent p.a. in Euro bieten. Im laufenden Jahr 2012 lag die Performance bei +9,79 Prozent gegenüber +9,11 Prozent bei der Benchmark.

FondsStrategie. Aktienbeimischung. Flexibel.

FondsManager Armin Kayser hat es sich mit dem Allianz Flexi Rentenfonds zum Ziel gesetzt, eine attraktive Rendite an den Euro-Rentenmärkten zu erwirtschaften und zusätzlich durch die Beimischung von Aktien das Renditepotenzial zu erhöhen. Kayser investiert hauptsächlich in fest verzinsliche Wertpapiere, die über eine ausgezeichnete Bonität verfügen und von Emittenten aus Industriestaaten stammen. Neben den Euroländern kommen beispielsweise auch Großbritannien, die USA oder Australien als Emittenten in Frage. Die Anleihen des Fonds können eine durchschnittliche Restlaufzeit zwischen 3 und 9 Jahren haben – aktuell liegt die Duration mit 6,67 Jahren im oberen Bereich. Die durchschnittliche Nominalverzinsung der ausgewählten Anleihen beträgt 3,73 Prozent, das Durchschnittsrating liegt bei „AA“ und damit klar innerhalb des Investment Grade-Sektors. Maximal 30 Prozent des FondsVermögens investiert FondsManager Kayser in Aktien von Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung, die überwiegend aus der Eurozone stammen. Der Aktienanteil wird flexibel gehandhabt und den jeweiligen Marktbedingungen angepasst. Das Fremdwährungsrisiko gegenüber dem Euro ist auf höchstens 5 Prozent des FondsVermögens beschränkt. Wie sieht die aktuelle Portfoliostruktur im Detail aus?

FondsPortfolio. Renten. Dominant.

Die Asset Allokation des Allianz Flexi Rentenfonds legt den klaren Schwerpunkt auf Rententitel, in denen 73,6 Prozent des FondsVermögens investiert sind. Aktien machen mit 25,1 Prozent ziemlich genau ein Viertel der Portfoliostruktur aus. Komplettiert wird die Vermögensaufstellung des Fonds durch liquide Mittel in Höhe von 1,2 Prozent des FondsVolumens.

In der Ländergewichtung des Allianz Flexi Rentenfonds nimmt Deutschland mit 27,12 Prozent die führende Stellung ein. Es folgen Italien mit 18,41 Prozent und Frankreich mit 16,66 Prozent Anteil am FondsVolumen. In Belgien sind 7,03 Prozent des FondsVermögens investiert. Aktien und Anleihen aus den Niederlanden (6,57 Prozent) sowie Spanien (5,89 Prozent) sind durchschnittlich stark im FondsPortfolio gewichtet. Kleinere Bestände in Österreich (4,26 Prozent), Finnland (2,81 Prozent) sowie Irland (2,15 Prozent) runden das Portfolio des Allianz-Produktes ab. Auf Platz zehn der größten Länderpositionen findet sich Großbritannien mit 1,95 Prozent. Was heißt dies mit Blick auf die Zusammenstellung der Top-10 des Fonds? Dem Schwerpunkt auf den Anleihensektor gemäß, setzen sich die zehn größten Einzelpositionen allein aus Rententiteln zusammen. Auf Platz eins liegt eine Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland mit Laufzeit bis 2028 und einem Kupon von 4,75 Prozent. Belgische Staatsanleihen mit Laufzeitende 2021 bzw. 2022 und einer Verzinsung von jeweils 4,25 Prozent belegen Platz zwei und drei. Weiterhin unter den zehn größten Titeln des Allianz Flexi Rentenfonds vertreten sind eine gemeinsame Anleihe der deutschen Bundesländer sowie eine von der deutschen Förderbank KfW begebene Anleihe. Gleich fünf der zehn größten Einzelpositionen stellen Staatsanleihen aus Italien dar: Die mit Zinssätzen zwischen 3,75 und 6,00 Prozent aufwartenden Papiere haben Fälligkeiten zwischen 2014 und 2021 und besitzen jeweils einen Anteil von rund 2,0 Prozent am Gesamtportfolio des Allianz-Fonds. Das Chance-Risiko-Verhältnis von italienischen Staatsanleihen wird von FondsManager Kayser offensichtlich als sehr attraktiv eingeschätzt.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Ausgeprägt.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den Allianz Flexi Rentenfonds einem kombinierten Vergleichsindex gegenübergestellt, der zu 20 Prozent aus dem europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 und zu 80 Prozent aus dem EU-Rentenindex FTSE All Eurozone Government Bond zusammengesetzt ist. Die Korrelation fällt deutlich aus und weist darauf hin, dass die nachfolgend ermittelten Alpha- und Beta-Werte eine hohe Aussagekraft besitzen. Über drei Jahre liegt sie bei 0,81, auf ein Jahr gesehen steigt die Korrelation auf 0,86 an. Damit ist der Gleichlauf von Fonds und Index insgesamt stark ausgeprägt. Dies bestätigt auch der Blick auf die Kennzahl R²: Für drei Jahre liegt die Kennziffer bei 0,66, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,74 an. Damit haben sich mittelfristig 34 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 26 Prozent. Der Tracking Error zeigt eine recht geringe Spurabweichung des Fonds vom Referenzindex, die für drei Jahre bei 2,58 Prozent, auf Jahressicht bei 2,00 Prozent liegt. Somit fährt FondsManager Kayser in seinem FondsPortfolio ein geringes aktives Risiko. Wie fallen die Volatilitätswerte aus?

FondsRisiko. Volatilität. Gedämpft.

Der mit einer flexiblen Aktienbeimischung agierende Rentenfonds der Allianz weist für ein Jahr eine Volatilität von 5,29 Prozent auf, die leicht unterhalb der 5,68 Prozent liegt, die der von der SJB ausgewählte Vergleichsmaßstab zu verzeichnen hat. Über drei Jahre stellt sich das Bild ähnlich dar: Hier beträgt die Volatilität des Fonds 4,30 Prozent, während der kombinierte Index aus 20 Prozent Euro Stoxx 50 und 80 Prozent FTSE All Eurozone Government Bond mit 4,60 Prozent eine höhere Schwankungsintensität aufzuweisen hat. Damit sind die Kursschwankungen des Allianz-Fonds durchweg geringer als die der Benchmark, was als Plus mit Blick auf die Risikostruktur zu werten ist. Die unterdurchschnittliche Volatilität ist gerade für sicherheitsorientierte Investoren ein wesentlicher Vorteil.

Das vergleichsweise günstige Risikoprofil des Allianz Flexi Rentenfonds zeigt sich auch an dem unter Marktniveau liegenden Beta von 0,78 über drei Jahre. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsneigung der Renditen von Fonds und Referenzindex vergleicht, weist für ein Jahr einen Wert von 0,87 auf. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte ergibt, dass sich der Allianz-Fonds mit Blick auf seine Wertschwankungen regelmäßig weniger volatil als die Benchmark präsentierte: Die Risikokennziffer lag in 26 der letzten 27 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte bis 0,30 im Tief an. Lediglich in einer einzigen Zeitspanne befand sich das Beta mit einem Wert von 1,03 leicht über Marktniveau. Damit fällt die Risikoanalyse klar zugunsten des Allianz-Fonds aus, der gegenüber der kombinierten Benchmark aus Aktien- und Rentenindex regelmäßig eine zumeist deutlich niedrigere Schwankungsneigung aufweist.

FondsRendite. Performance. Attraktiv.

Per 16. November 2012 hat der Allianz Flexi Rentenfonds über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +19,05 Prozent in Euro erzielt, was einer Rendite von +5,98 Prozent p.a. entspricht. Damit wird die Performance des kombinierten Index aus 20 Prozent Euro Stoxx 50 und 80 Prozent FTSE All Eurozone Government Bond deutlich übertroffen: Für drei Jahre kommt dieser auf eine Wertentwicklung von -1,42 Prozent bzw. eine jährliche Rendite von -0,47 Prozent. Im Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung wird der Performancevorsprung des Allianz-Fonds geringer, bleibt aber erhalten: Über ein Jahr hat das flexible Rentenprodukt +10,78 Prozent in Euro an Wert zugelegt, während die zusammengesetzte Benchmark lediglich mit einem Plus von +7,62 Prozent aufwarten kann. Der in beiden Zeithorizonten zu konstatierende Performancevorsprung des Fonds macht diesen zum eindeutigen Sieger im Renditevergleich, zumal die Mehrrendite auch in ihrer absoluten Höhe überzeugt. Die erfreuliche Renditeentwicklung des Fonds gemessen am SJB-Referenzindex offenbart sich auch an dem starken Alpha, das über drei Jahre bei 0,52 liegt. Für ein Jahr stellt sich die Kennzahl mit 0,32 gleichfalls positiv dar. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre zeigt sich, dass bei dem flexibel agierenden Mischfonds der Allianz die Phasen der Mehrrendite dominieren. In den letzten 27 Einzelzeiträumen verzeichnete der Fonds regelmäßig ein positives Alpha mit Werten bis 0,82 in der Spitze, selbst der niedrigste Alpha-Wert von 0,19 überzeugt und kündet von einem Renditevorsprung gegenüber der Benchmark. Insgesamt ist das Rendite-Risiko-Profil des Allianz Flexi Rentenfonds damit sehr positiv zu beurteilen, was auch der abschließende Blick auf die Information Ratio des Fonds bestätigt: Die Kennziffer liegt mit Werten von 2,52 über drei Jahre und 1,47 über ein Jahr klar im grünen Bereich.

SJB Fazit. Allianz Flexi Rentenfonds.

Angesichts der tendenziell wieder zunehmenden Rückschlagsgefahr an den globalen Aktienmärkten sind gerade sicherheitsbewusste Anleger bei einem Rentenfonds gut aufgehoben, der seinen Aktienanteil flexibel handhaben kann und europäische Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating bevorzugt. Der Allianz Flexi Rentenfonds wartet mit attraktiven Risiko-Ertrags-Kennzahlen auf und kann Investoren ans Herz gelegt werden, die überdurchschnittliche Renditen im Sektor der Euro-Anleihen mit einer geringen Volatilität verbinden wollen.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Sie misst die Mehrrendite, die über der zu erwartenden Rendite des Marktes liegt. Das Alpha beziffert jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung oder höherer Risikobereitschaft zu erklären ist, sondern auf aktiver Titelauswahl und Beispiel: Ein Alpha von 5 zeigt an, dass der Fonds bei einer Nullentwicklung des Index 5 Prozent Mehrrendite erzielt hat, ohne dafür ein höheres Risiko einzugehen.

Beta

Ist die Kennziffer für die Risiken. Sie ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Index. Das Kriterium ist deren Schwankungsintensität (Volatilität). Beim Beta wird dem Index der feste Wert „1“ zugesprochen. Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht er 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Das Beta eines Fonds ist negativ, wenn sich Fonds und Index abwärts bewegen.

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

Information Ratio

Um die Qualität des Managements eines bestimmten Fonds besser einschätzen zu können, ist die Information Ratio eine zentrale Kennzahl. Errechnet wird die Information Ratio, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Je höher dieser Wert ist, desto besser das Management des zu untersuchenden Fonds.

Korrelation

Ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Der Kurs entspricht der Substanz des Buchwerts. Dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt ist hoch.

Diese Kennzahl drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dies bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher diese Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte und niedrige Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement oder Marktentwicklung basiert.

Sharpe Ratio

Ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und beim Index bei 0,30. Dann erwirtschaftet der Fonds mit jedem Risikoschritt ein Drittel mehr Rendite als der im Index dargestellte Markt. Eine negative Zahl bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt.

Tracking Error

Ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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