06.12.2012 18:25
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SJB FondsEcho. Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield.

Unternehmensanleihen. Renditestark.
Obwohl der deutsche Aktienindex DAX Anfang Dezember sein Jahreshoch nochmals um einige Punkte ausbauen konnte, sind die Chancen für eine neue dauerhafte Aufwärtsbewegung als schlecht einzustufen. Angesichts der überwiegend liquiditätsgetriebenen Hausse an den internationalen Börsen und den weiter hohen Risiken im Umfeld von Finanz- und Schuldenkrise im Euroraum sind Investoren gut beraten, den Rentenanteil in ihrem Portfolio zu erhöhen. Wem als Anleger die äußerst bescheidenen Renditen von als sicher eingestuften Staatsanleihen, die meist kaum die Inflationsrate ausgleichen, zu niedrig sind, der sollte sich im Sektor der Unternehmensanleihen umsehen. Vielen Unternehmen geht es trotz der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit tendenziell rückläufigen Wachstumsraten recht gut, so dass Erträge und Umsatz stimmen. Investoren, die für überdurchschnittliche Renditen im Anleihensektor gewisse Risiken in Kauf zu nehmen bereit sind, finden im Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield A EUR (WKN 935900, ISIN LU0110014080) ein attraktives Anlageobjekt. Der Fonds engagiert sich vorwiegend am Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen (Corporate Bonds), die mit einem Bonitätsrating unterhalb von „BBB-“ ausgestattet sind und damit kein Investment-Grade-Ranking aufweisen. Der Schwerpunkt liegt auf Wertpapieren europäischer Emittenten, wodurch Währungsrisiken weitgehend vermieden werden. Der Allianz-Hochzinsanleihenfonds wurde am 05. Juni 2000 aufgelegt und verfügt aktuell über ein Volumen von 145,68 Millionen Euro. Die Total Expense Ratio (TER) des Fonds, die die laufenden jährlichen Kosten misst, beträgt 1,30 Prozent. FondsManager Axel Potthof ist in seiner Titelauswahl frei, betreibt ein aktives Portfoliomanagement und verwendet keine Benchmark. Seit Auflage konnte der Fonds eine kumulierte Wertentwicklung von +63,75 Prozent bzw. eine Rendite von +4,03 Prozent p.a. in Euro erwirtschaften. Besonders erfreulich fiel die Performance im laufenden Jahr 2012 aus, wo ein sattes Plus von +23,03 Prozent verzeichnet wurde. Mit welcher FondsStrategie ist dies FondsManager Potthof gelungen?

FondsStrategie. Hochzinstitel. Bevorzugt.

Der Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield A EUR hat sich das Erzielen einer überdurchschnittlichen Rendite an den europäischen Rentenmärkten zum Anlageziel gesetzt. Hierzu nutzt der Fonds das besondere Ertragspotenzial hochverzinslicher Unternehmensanleihen, nimmt aber auch eine Beimischung von Staatsanleihen vor. Das Anlageuniversum umfasst Europa ohne die Türkei und Russland. Zur Risikodiversifikation wird eine breite Streuung über zahlreiche Einzeltitel angestrebt. Zusätzliche Renditen sollen durch eine fundierte Einzelwertanalyse und das aktive Management der im FondsPortfolio enthaltenen Titel generiert werden. Die durchschnittliche Bonität der im Fonds vertretenen Anleihen liegt bei „BB-“ und damit eine Stufe unterhalb von Investment Grade. Sogenannte High Yield Bonds müssen stets mindestens 51 Prozent des FondsVermögens ausmachen. Die durchschnittliche Laufzeit der Wertpapiere des Fonds kann zwischen drei und neun Jahren betragen; aufgrund des aktuell sehr niedrigen Zinsniveaus liegt die effektive Duration bei 2,93 Jahren. Mit 7,23 Prozent fällt die durchschnittliche Nominalverzinsung innerhalb des FondsPortfolios recht hoch aus, wofür FondsManager Potthof auch überdurchschnittliche Schwankungsrisiken in Kauf nimmt. Wie ist das FondsVermögen im Detail zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Großbritannien. Führend.

Die Asset Allokation des Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield A EUR nimmt eine klare Schwerpunktlegung auf Unternehmensanleihen vor, die 83,1 Prozent der FondsBestände ausmachen. 14,7 Prozent des FondsVermögens sind in Staatsanleihen investiert. Zinspapiere aus den Emerging Markets kommen mit einer Gewichtung von 2,2 Prozent über den Status einer Beimischung im FondsPortfolio nicht hinaus. In der Ländergewichtung des europäischen Hochzinsanleihenfonds nimmt Großbritannien mit 14,2 Prozent die führende Stellung ein. Es folgen die Niederlande mit 12,2 Prozent und Deutschland mit 12,0 Prozent Anteil am FondsVolumen. In Frankreich sind 10,0 Prozent des FondsVermögens beheimatet, während High-Yield-Titel aus Luxemburg mit 9,3 Prozent gewichtet sind. Hochzinsanleihen aus den USA machen 9,2 Prozent der FondsStruktur aus, Rentenpapiere aus Italien (5,7 Prozent) und Spanien (3,2 Prozent) sind durchschnittlich stark im FondsPortfolio gewichtet. Kleinere Bestände in der Schweiz (2,3 Prozent), Portugal (1,9 Prozent), Skandinavien (1,8 Prozent) sowie Irland (1,6 Prozent) runden das Portfolio des Allianz-Produktes ab. Was heißt dies mit Blick auf die Zusammenstellung der Top-10 des Fonds? Auf Platz eins des überwiegend mit Unternehmensanleihen bestückten Fonds liegt ausgerechnet eine Staatsanleihe der Niederlande mit Laufzeit bis 2017 und einem Zinskupon von 2,50 Prozent. 4,52 Prozent des FondsVermögens sind in diesem Staatspapier investiert, das für Stabilität im Portfolio sorgt – ansonsten sind alle weiteren Einzeltitel unter den zehn größten Positionen Hochzinsanleihen von Unternehmen. Hier finden sich High-Yield-Titel von Medienfirmen wie der deutschen Unitymedia oder dem niederländischen Kabelbetreiber Ziggo. Hinzu kommen Rentenpapiere von Telekomfinanzierern wie der in Luxemburg ansässigen Wind Acquisition Finance oder eine hochverzinste Anleihe des französischen Elektrounternehmens Rexel.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Moderat.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse haben wir den Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield dem FTSE Euro Corporates Total Price Index als Benchmark gegenübergestellt. Die Korrelation gegenüber dem ganz aus europäischen Unternehmensanleihen konstituierten Vergleichsindex fällt gering aus. Über drei Jahre liegt sie bei 0,37, auf ein Jahr gesehen nimmt sie nochmals auf 0,31 ab. Damit ist die Parallelität der Kursverläufe von Fonds und Index insgesamt schwach ausgeprägt, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist: Für drei Jahre liegt die Kennziffer bei 0,14, über ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,11 an. Damit haben sich mittelfristig 86 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 89 Prozent. Die Zahlen demonstrieren die Neigung zu aktivem Titelmanagement, die FondsManager Potthof auch nach eigenem Bekunden auszeichnet. Die sehr individuelle Zusammenstellung von High-Yield-Anleihen und einigen Staatspapieren hat über drei Jahre einen ausgeprägten Tracking Error von 10,03 Prozent zu verzeichnen, auf Jahressicht geht die Spurabweichung des Fonds vom Referenzindex auf 6,51 Prozent zurück. Wie starken Schwankungen ist das FondsPortfolio unterworfen?

FondsRisiko. Volatilität. Erhöht.

Der im Sektor der europäischen Hochzinsanleihen aktive Rentenfonds der Allianz weist für ein Jahr eine Volatilität von 6,96 Prozent auf, die merklich oberhalb der 3,31 Prozent liegt, die der FTSE Euro Corporates Total Price Index als Benchmark zu verzeichnen hat. Auch über drei Jahre sind die Schwankungen des High-Yield-Fonds gegenüber dem Referenzindex tendenziell erhöht: Hier beträgt die Volatilität des Fonds 10,79 Prozent, während der FTSE-Vergleichsindex mit 3,29 Prozent eine deutlich geringere Schwankungsintensität aufzuweisen hat. Die überdurchschnittlichen Kursschwankungen des Allianz-Fonds sind die Konsequenz daraus, dass die Engagements schwerpunktmäßig im Anleihensegment unterhalb des Investment-Grade-Ratings erfolgen. Für höhere Renditen muss hier auch eine höhere Volatilität in Kauf genommen werden. Das Risiko des Fonds gegenüber dem ausgewählten Referenzindex, der den gesamten Sektor der europäischen Unternehmensanleihen abbildet, ist damit signifikant gesteigert. Mit welchen Folgen für die Risikokennziffer Beta?

Die erhöhten Wertschwankungen des Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield schlagen sich auch in dem über Marktniveau befindlichen Beta von 1,25 für drei Jahre nieder. Die Risikokennziffer, die die Schwankungsneigung der Renditen von Fonds und Referenzindex vergleicht, weist über ein Jahr einen Wert von 0,76 auf. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte ergibt, dass sich der Allianz-Fonds in der Mehrheit der Fälle volatiler als die Benchmark präsentierte: Die Risikokennziffer lag in 14 der letzten 33 betrachteten Einzelzeiträume über dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte bis 3,35 in der Spitze an. In sechs Einjahreszeiträumen befand sich das Beta hingegen mit einem Wert von zutiefst 0,17 unter Marktniveau. Hinzu kommen insgesamt 13 Zeitspannen, in denen sich Fonds und Vergleichsindex gegenläufig entwickelten, wie die negativen Beta-Werte im Bereich von -0,05 bis -0,90 verdeutlichen. Insgesamt sind die Schwankungsintensität und damit auch das Risikoprofil des Allianz-Fonds tendenziell erhöht, was angesichts der Fokussierung auf den High-Yield-Bereich innerhalb des Unternehmensanleihensektors aber verständlich ist. Führt das eingegangene höhere aktive Risiko auch zu besseren Renditeergebnissen?

FondsRendite. Alpha. Generiert.

Per 30. November 2012 hat der Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +34,86 Prozent in Euro erzielt, was einer Rendite von +10,47 Prozent p.a. entspricht. Eine sehr attraktive Performance für einen Fonds aus dem Anleihensektor, denn die Renditezahlen des Vergleichsindex werden klar übertroffen: Für drei Jahre kommt der FTSE Euro Corporates Total Price Index auf eine Wertentwicklung von +5,02 Prozent bzw. eine jährliche Rendite von +1,64 Prozent. Damit verfügt der Allianz-Fonds über einen Performancevorsprung von über 29 Prozentpunkten, der seine überdurchschnittlichen Schwankungen rechtfertigt. Im Wechsel auf die kurzfristige Betrachtung bleibt das Renditeplus des Allianz-Fonds in seiner beeindruckenden Höhe erhalten: Über ein Jahr hat der High-Yield-Fonds +26,12 Prozent in Euro an Wert zugelegt, während die Benchmark lediglich mit einem Plus von +7,14 Prozent aufwarten kann. Sowohl in der kurzfristigen als auch der mittelfristigen Betrachtung ist der Performancevorsprung des Fonds erheblich, die Renditezahlen überzeugen in ihrer absoluten Höhe genauso wie im Vergleich mit dem Sektor der europäischen Unternehmensanleihen.

Die hohe Mehrrendite des Fonds gegenüber der SJB-Benchmark schlägt sich auch in dem positiven Alpha nieder, das über drei Jahre bei 0,71 liegt. Für ein Jahr präsentiert sich die Kennzahl mit 1,53 sogar noch stärker. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre bestätigt, dass der Hochzinsanleihenfonds der Allianz einen regelmäßigen Renditevorsprung erzielt. In 21 der letzten 33 Einzelzeiträume verzeichnete der Fonds ein positives Alpha mit Werten bis 4,14 in der Spitze. Lediglich 12 Zeitspannen weisen ein negatives Alpha von zutiefst -0,97 aus, sind tendenziell aber geringer ausgeprägt als die Phasen mit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung. Setzt man das erhebliche Renditeplus des Unternehmensanleihenfonds der Allianz ins Verhältnis zu den ebenfalls gesteigerten Kursschwankungen, die dieser dafür in Kauf nimmt, fällt das Gesamturteil positiv aus. Die Rendite-Risiko-Struktur des Fonds stimmt, bekräftigt durch den abschließenden Blick auf die Information Ratio: Die Kennziffer liegt mit Werten von 2,72 über ein Jahr und 0,87 für drei Jahre klar im grünen Bereich.

SJB Fazit. Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield.

Wer sich als Investor bewusst für das mit gesteigerten Kursschwankungen verbundene Segment der Hochzinsanleihen entscheidet, findet in dem auf den europäischen Unternehmensanleihensektor spezialisierten Allianz PIMCO Corporate Bond Europa HiYield ein Produkt mit ausgezeichnetem Chance-Risiko-Verhältnis. Die deutliche Mehrrendite des Fonds ist die gesteigerte Volatilität allemal wert. Eine attraktive Depotbeimischung für alle Anleger, die den Fokus ihrer Investments antizyklisch vom Aktien- auf den Anleihensektor verlagern.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Sie misst die Mehrrendite, die über der zu erwartenden Rendite des Marktes liegt. Das Alpha beziffert jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung oder höherer Risikobereitschaft zu erklären ist, sondern auf aktiver Titelauswahl und Beispiel: Ein Alpha von 5 zeigt an, dass der Fonds bei einer Nullentwicklung des Index 5 Prozent Mehrrendite erzielt hat, ohne dafür ein höheres Risiko einzugehen.

Beta

Ist die Kennziffer für die Risiken. Sie ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Index. Das Kriterium ist deren Schwankungsintensität (Volatilität). Beim Beta wird dem Index der feste Wert „1“ zugesprochen. Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht er 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Das Beta eines Fonds ist negativ, wenn sich Fonds und Index abwärts bewegen.

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

Information Ratio

Um die Qualität des Managements eines bestimmten Fonds besser einschätzen zu können, ist die Information Ratio eine zentrale Kennzahl. Errechnet wird die Information Ratio, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Je höher dieser Wert ist, desto besser das Management des zu untersuchenden Fonds.

Korrelation

Ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Der Kurs entspricht der Substanz des Buchwerts. Dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt ist hoch.

Diese Kennzahl drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dies bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher diese Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte und niedrige Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement oder Marktentwicklung basiert.

Sharpe Ratio

Ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und beim Index bei 0,30. Dann erwirtschaftet der Fonds mit jedem Risikoschritt ein Drittel mehr Rendite als der im Index dargestellte Markt. Eine negative Zahl bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt.

Tracking Error

Ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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