30.11.2012 10:36
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SJB FondsEcho. Carmignac Patrimoine.

Klassiker. Schwergewichtig.
Der Carmignac Patrimoine mit seiner 23-jährigen Erfolgsgeschichte ist ein Klassiker unter den international agierenden Mischfonds. Mit seinem FondsVolumen von 23,82 Milliarden Euro ist schon seine pure Größe beeindruckend. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit vieler FondsAnleger rückte das Schwergewicht im Jahre 2008, als es dem Fonds gelang, trotz der massiven Kursverluste am Aktien- und Anleihenmarkt im Zuge der Finanzkrise ein positives Jahresergebnis von +0,01 Prozent zu erwirtschaften. In der Folge profitierte der Fonds von hohen Kapitalzuflüssen vorzugsweise sicherheitsorientierter Investoren, die seine ausgewogene Mischung von Aktien und Anleihen zu schätzen wissen. Auch die Anlageklasse der Devisen gehört zum Anlageuniversum des französischen FondsKlassikers.

Ziel des Carmignac Patrimone A EUR Acc (WKN A0DPW0, ISIN FR0010135103) ist eine Kapitalmehrung mit Schwerpunkt auf dem Vermögenserhalt, weswegen stets mindestens 50 Prozent des FondsVermögens in Anleihen- und Geldmarktprodukte investiert werden. Um die Handelbarkeit des Fonds zu erhöhen, die unter dem weit über die 5.000-EUR-Marke hinaus gestiegenen Anteilspreis litt, wurde am 12. November 2012 ein Split der Fondsanteile im Verhältnis 1:10 vorgenommen. FondsManager Edouard Carmignac, zugleich Gründer der Investmentgesellschaft Carmignac Gestion, verwaltet den Carmignac Patrimoine gemeinsam mit Rose Ouahba, die den Rentenanteil des Fonds managt. Der am 07. November 1989 aufgelegte Fonds nutzt als Benchmark eine Kombination aus 50 Prozent MSCI AC World Index (EUR) und 50 Prozent Citigroup World Government Bond Index All Maturities (EUR).

Während die Wertentwicklung des Fonds seit Auflegung mit einem Plus von +614,2 Prozent weiterhin beeindruckt, hat die Performance des Fonds über die letzten drei Jahre etwas gelitten und konnte den zusammengesetzten Vergleichsindex nicht mehr schlagen, der über fünf und zehn Jahre noch klar übertroffen wird. Hauptgrund hierfür dürfte die vergleichsweise defensive Ausrichtung des Fonds in den Zeiten von Eurokrise und Schuldenproblemen sein. Relativ spät, nämlich erst nach Verkündung des unbegrenzten Aufkaufprogramms für kurzlaufende Staatsanleihen der EU-Schuldenstaaten durch EZB-Chef Mario Draghi im August 2012, hat FondsManager Edouard Carmignac seine Aktienquote auf über 40 Prozent deutlich erhöht. Das durchschnittliche Aktienexposure in der ersten Jahreshälfte 2012 lag hingegen bei lediglich 27,3 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf 2012 ist es dem Carmignac Patrimoine mit seiner ausgewogenen Strategie gelungen, ein Renditeplus von +4,63 Prozent in Euro zu erzielen. Was sind die Kernpunkte seiner Anlagestrategie?

FondsStrategie. Anlageklassen. Ausgewogen.

Der Carmignac Patrimoine ist ein global anlegender Mischfonds, der in drei Anlageklassen investiert: internationale Anleihen, internationale Aktien und Devisen. Die Gewichtung dieser Assetklassen wird flexibel gehandhabt, um unter sämtlichen Marktbedingungen Performance zu generieren. Ziel des Fonds ist der Kapitalzuwachs bei gleichzeitigem Schwerpunkt auf dem Vermögenserhalt – deshalb legt er besonderes Augenmerk auf seine Risikostruktur, um die negativen Auswirkungen von fallenden Märkten zu begrenzen und Schwankungsrisiken abzufedern. Im Zuge einer ausgewogenen Diversifikation des Portfolios investiert der Carmignac Patrimoine bis zu 50 Prozent seines Nettovermögens in internationale Aktien. Hierbei können Titel aller Marktkapitalisierungen und Wertpapiere ohne Beschränkung auf eine bestimmte Branche oder geographische Region erworben werden. Das Engagement in Aktien der Schwellenländer darf jedoch 25 Prozent des Nettovermögens nicht überschreiten.

Um die Risiken des Aktienexposures abzufedern und für eine solide Ertragsbasis zu sorgen, werden stets mindestens 50 Prozent des FondsVermögens im Anleihensektor investiert. In volatilen Börsenphasen kann der Rentenanteil bis auf maximal 100 Prozent gesteigert werden. Der Carmignac Patrimoine erwirbt fest oder variabel verzinsliche Anleihen sowohl öffentlicher als auch privater Schuldner und kann zudem in Geldmarktprodukte anlegen. Das durchschnittliche Rating des vom Fonds gehaltenen Anleihenbestandes muss stets im Investment Grade-Bereich liegen, einzelne Titel können jedoch auch ein Rating unterhalb von BBB-/Baa3 aufweisen. Auch für den Rentenbereich des Carmignac-Fonds gilt: Der Anteil von Zinsprodukten der Schwellenländer darf 25 Prozent des FondsVermögens nicht überschreiten. Der dritte Performancetreiber des Carmignac Patrimoine ist der Sektor der Währungen. Der Fonds kann Engagements im Devisenbereich eingehen und innerhalb des Portfolios den Schwerpunkt auf andere Währungen als die FondsWährung EUR legen. Ohne Berücksichtigung von Termingeschäften, deren Abschluss dem Fonds gleichfalls gestattet ist, beträgt das Engagement in EUR-Wertpapieren per Mitte November rund 32,0 Prozent.

FondsPortfolio. Anleihen. Vorn.

In der aktuellen Asset Allocation des Carmignac Patrimoine sind Anleihen mit 51,82 Prozent am stärksten gewichtet. Innerhalb des Anleihensektors dominieren Unternehmensanleihen aus Industriestaaten mit 22,42 Prozent. Den zweiten Platz innerhalb der Rentenallokation belegen Staatsanleihen aus Industrieländern (17,52 Prozent), Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets machen 5,94 Prozent der FondsBestände aus. 5,93 Prozent des FondsVolumens sind in Staatsanleihen aus Schwellenländern investiert. Aktien stellen mit 40,86 Prozent die zweitwichtigste Anlageklasse des Carmignac Patrimoine dar. Die Aktien im FondsPortfolio verteilen sich zu 28,66 Prozent auf die Industriestaaten, 12,20 Prozent der Dividendentitel sind in den Schwellenländern beheimatet. Bei der geographischen Allokation der Industrieländer liegt Europa mit 14,34 Prozent knapp vor Nordamerika (13,63 Prozent). Japan (0,60 Prozent) und Australien (0,09 Prozent) spielen eine nur untergeordnete Rolle. Die Mehrheit der Aktien aus den Emerging Markets ist auf Asien fokussiert, woher 8,80 Prozent der Titel stammen. 2,89 Prozent des FondsVermögens sind in lateinamerikanische Aktien investiert, 0,51 Prozent an Aktien aus dem Nahen Osten runden das Portfolio ab.

Neben den beiden Anlageklassen der Aktien und Anleihen, die den Löwenanteil des FondsVermögens vom Carmignac Patrimoine ausmachen, verfügt der Fonds des französischen Investmenthauses über Liquidität, Geldmarktinstrumente und Anlagen in Derivate in Höhe von 7,32 Prozent des FondsVolumens. Welche Einzeltitel sind innerhalb des Mischfonds am stärksten gewichtet? Die größte Einzelposition des Carmignac Patrimoine ist eine bis 2021 laufende und mit 3,12 Prozent verzinste US-Staatsanleihe, die 10,98 Prozent des FondsVolumens einnimmt. Neben einer weiteren US-Staatsanleihe mit Laufzeit 2042 finden sich unter den Top 10 von Anleihenseite mexikanische, polnische und spanische Staatsanleihen. Die Favoriten aus dem Aktiensektor kommen zumeist aus dem Energie- oder Konsumgütersektor. Die am stärksten vertretene Aktie innerhalb des Carmignac Patrimoine ist das US-Ölunternehmen Anadarko Petroleum (1,79 Prozent), gefolgt von dem schweizerischen Nahrungsmittelkonzern Nestlé (1,56 Prozent). Multinational agierende Konzerne wie die US-Restaurantkette YUM! Brands oder der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk komplettieren das Aktienportfolio.

FondsVergleichsindex. Individualität. Bewiesen.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den Carmignac Patrimoine einem kombinierten Vergleichsindex aus 50 Prozent FTSE All World Index und 50 Prozent Barclays Capital Bond Composite Global gegenübergestellt. Gegenüber der zu gleichen Teilen aus einem globalen Aktien- und Anleihenindex zusammengesetzten Benchmark ist die Korrelation nicht allzu stark ausgeprägt. Über ein Jahr fällt sie mit 0,62 hinreichend deutlich aus, geht aber für den Dreijahreszeitraum kräftig auf 0,33 zurück. Die Korrelationsanalyse zeigt damit nur kurzfristig eine signifikante Übereinstimmung beider Kursverläufe, längerfristig ist deren Parallelität gering. Dies dürfte vorwiegend auf die merkliche Untergewichtung des Aktiensektors innerhalb des Carmignac-Fonds zurückzuführen sein, die FondsManager Edouard Carmignac in den ersten zwei bis drei Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise vornahm und erst vor wenigen Monaten wieder zurückführte. Die teils divergente Kursentwicklung von Fonds und Benchmark bestätigt auch der Blick auf die Kennzahl R². Diese liegt für drei Jahre bei 0,11, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,38 an. Damit haben sich mittelfristig 89 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 62 Prozent. Eine deutliche, aber gewollte Abweichung vom Markt durch aktives FondsManagement, das den Schwerpunkt im Zuge der Euro- und Schuldenkrise auf defensive Anlagen legte und betont vorsichtig agierte. Mit welchen Ergebnissen für die Schwankungsneigung des Fonds?

FondsRisiko. Schwankungen. Gedämpft.

Der Carmignac Patrimoine weist für drei Jahre eine Volatilität von 7,30 Prozent auf, die rund zwei Prozentpunkte unter dem Niveau liegt, das der kombinierte internationale Aktien- und Anleihenindex als Benchmark mit 9,28 Prozent zu verzeichnen hat. Über ein Jahr fällt das Bild ähnlich aus, wobei die günstigere Risikostruktur des Carmignac-Fonds noch deutlicher ausgeprägt ist: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds lediglich 5,65 Prozent, wohingegen die Kombination aus 50 Prozent FTSE All World Index und 50 Prozent Barclays Capital Bond Composite Global eine Schwankungsbreite von 8,88 Prozent aufzuweisen hat. Die defensive Ausrichtung des Fonds hat sich demnach eindeutig in einer weit unterdurchschnittlichen Volatilität und somit einem attraktiven Risikoprofil niedergeschlagen.

Die verminderte Schwankungsneigung des Carmignac-Produktes gemessen an dem von der SJB ausgewählten Vergleichsindex manifestiert sich auch in dem äußerst geringen Beta des Fonds von 0,27 über drei Jahre. Für ein Jahr fällt die Kennzahl mit 0,43 zwar etwas höher, aber weiter sehr überzeugend aus. Der Carmignac Patrimoine macht die Wertschwankungen des Marktes demnach zu weniger als 50 Prozent mit und präsentiert sich äußerst stabil. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte ergibt, dass sich der Fonds mit absoluter Regelmäßigkeit weniger volatil als die Benchmark darstellte: Die Risikokennziffer lag in allen 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte bis 0,72 in der Spitze an. In den fünf Zeitspannen zwischen März und Juli 2012 befand sich das Beta mit zutiefst -0,09 sogar im negativen Bereich und signalisiert damit eine gegenläufige Kursbewegung von Fonds und Index. Insgesamt zeigt sich der Carmignac Patrimoine damit erheblich schwankungsärmer als die zu gleichen Teilen aus globalen Aktien- und Anleihenindizes zusammengesetzte Benchmark und löst sein Versprechen ein, die Anlegergelder vor heftigen Kursschwankungen zu bewahren. Die Risikostruktur stimmt, wie sieht es mit der Renditeentwicklung aus?

FondsRendite. Alpha. Erzielt.

Per 22. November 2012 hat der Carmignac Patrimoine über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +13,10 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +4,18 Prozent p.a. entspricht. Damit gelingt es dem ausgewogenen Mischfonds nicht, die Performance des von der SJB ausgewählten Referenzindex zu erreichen. Die Kombination aus 50 Prozent FTSE All World Index und 50 Prozent Barclays Capital Bond Composite Global kann für drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +31,34 Prozent aufwarten und damit ein Ergebnis von +9,51 Prozent p.a. erzielen. Auch beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr liegt der Carmignac-Fonds im Renditevergleich hinten: Mit einer Wertentwicklung von +6,66 Prozent fallen die Kurszuwächse des französischen Investmentproduktes nur rund halb so hoch wie beim zusammengesetzten Vergleichsindex aus, der über die letzten zwölf Monate eine Rendite von +13,79 Prozent erwirtschaftet hat. Im Performancevergleich ist der Carmignac Patrimoine damit nur zweiter Sieger; auch in ihrer absoluten Höhe überzeugen die im letzten Dreijahreszeitraum erzielten Renditen nicht. Gilt dies ebenfalls, wenn man dem Fonds sein attraktives Risikoprofil zugute hält?

Trotz der zuletzt unterdurchschnittlichen Wertentwicklung reicht es für den Carmignac-Fonds dank seiner sehr geringen Schwankungen zu einem positiven Alpha. Über drei Jahre liegt die Kennziffer, die die erzielte Rendite ins Verhältnis zu den in Kauf genommenen Wertschwankungen setzt, bei 0,15. Auch auf Jahressicht befindet sich das Alpha mit 0,07 knapp im positiven Bereich. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird deutlich, dass es dem Mischfonds aus dem Hause Carmignac in der Mehrzahl der Fälle gelang, ein positives Alpha zu generieren. In 20 der letzten 36 Einjahreszeiträume wurden positive Alpha-Werte bis 1,11 in der Spitze erreicht. Lediglich in 16 Einzelperioden reichte es nicht zu einem Alpha im grünen Bereich – hier fiel die Renditekennziffer mit Werten zwischen -0,07 und -0,42 negativ aus. Die weit überdurchschnittliche Schwankungsarmut seiner Erträge sorgt beim Carmignac Patrimoine somit dafür, dass der Rendite-Risiko-Vergleich insgesamt noch positiv ausfällt. Wer als Investor den Sicherheitsaspekt hoch gewichtet und gering ausgeprägte Kursrücksetzer gegenüber maximalen Renditechancen bevorzugt, ist beim Carmignac-Fonds damit an der richtigen Adresse.

SJB Fazit. Carmignac Patrimoine.

Der Carmignac Patrimoine zehrt weiter von seinem völlig zu Recht erworbenen guten Ruf, als er während der Finanzkrise das Vermögen seiner Investoren praktisch unbeschadet durch die heftigen Marktturbulenzen brachte. Da die defensive Ausrichtung des FondsPortfolios recht lange beibehalten wurde, fallen die Renditen der letzten drei Jahre für einen international agierenden Mischfonds nur unterdurchschnittlich aus. An hoher Stabilität und geringen Wertschwankungen interessierte FondsAnleger sollten aber investiert bleiben.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Sie misst die Mehrrendite, die über der zu erwartenden Rendite des Marktes liegt. Das Alpha beziffert jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung oder höherer Risikobereitschaft zu erklären ist, sondern auf aktiver Titelauswahl und Beispiel: Ein Alpha von 5 zeigt an, dass der Fonds bei einer Nullentwicklung des Index 5 Prozent Mehrrendite erzielt hat, ohne dafür ein höheres Risiko einzugehen.

Beta

Ist die Kennziffer für die Risiken. Sie ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Index. Das Kriterium ist deren Schwankungsintensität (Volatilität). Beim Beta wird dem Index der feste Wert „1“ zugesprochen. Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht er 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Das Beta eines Fonds ist negativ, wenn sich Fonds und Index abwärts bewegen.

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

Information Ratio

Um die Qualität des Managements eines bestimmten Fonds besser einschätzen zu können, ist die Information Ratio eine zentrale Kennzahl. Errechnet wird die Information Ratio, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Je höher dieser Wert ist, desto besser das Management des zu untersuchenden Fonds.

Korrelation

Ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Der Kurs entspricht der Substanz des Buchwerts. Dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt ist hoch.

Diese Kennzahl drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dies bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher diese Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte und niedrige Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement oder Marktentwicklung basiert.

Sharpe Ratio

Ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und beim Index bei 0,30. Dann erwirtschaftet der Fonds mit jedem Risikoschritt ein Drittel mehr Rendite als der im Index dargestellte Markt. Eine negative Zahl bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt.

Tracking Error

Ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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