17.01.2013 18:15
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SJB FondsEcho. Parvest Equity Brazil.

Brasilien. Bewertungsstark.
Investoren, die auf dem sehr ambitionierten Bewertungsniveau der großen internationalen Börsen nach antizyklischen Kaufgelegenheiten suchen, haben es derzeit nicht leicht. Doch hier hilft ein Blick nach Südamerika, genauer nach Brasilien, wo Ereignisse wie die Fußball WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 für Kursfantasie in dem Land mit seinen 206 Millionen Einwohnern sorgen. Trotz des zu erwartenden massiven Aufschwungs in den Bereichen Tourismus und Infrastruktur sind Brasiliens Aktien mit einem KGV von 9,5 für 2013 sehr attraktiv bewertet. Der Vergleich mit dem Bewertungsniveau der letzten fünf Jahre zeigt: Es besteht ein Abschlag von rund 18 Prozent gegenüber dem jüngsten Durchschnittswert des KGV brasilianischer Aktien.

Dem auch im globalen konjunkturellen Umfeld begründeten rückläufigen Wirtschaftswachstum hat Brasiliens Zentralbank mit kräftigen Zinssenkungen begegnet: Zuletzt wurde der brasilianische Leitzins im Oktober 2012 auf das Rekordtief von 7,25 Prozent gesenkt. In der Konsequenz konnte der übermäßige Aufwertungsprozess der brasilianischen Währung Real gestoppt werden, was vor allem der Exportindustrie des Landes zugute kommt. Damit ist der Boden für eine neuerliche Aufwärtsbewegung der brasilianischen Ökonomie bereitet, von der ein langfristig etablierter Brasilien-Fonds wie der Parvest Equity Brazil D (WKN A0LFY3, ISIN LU0265267285) profitieren dürfte. Der Fonds hat sich auf brasilianische Aktien mittlerer und hoher Marktkapitalisierung spezialisiert, die auf der Basis ihres aktuellen Kursniveaus unterbewertet sind. FondsManager Gabriel Wallach verwaltet den 441,7 Millionen Euro schweren Aktienfonds, der den US-Dollar als Referenzwährung besitzt. Als Benchmark wird der MSCI Brazil 10/40 NR verwendet, wobei von der Branchen- und Sektorengewichtung des Index im Rahmen einer aktiven Verwaltung abgewichen werden kann. Seit Auflegung am 12. Dezember 2006 hat der Fonds eine kumulierte Performance von +38,56 Prozent bzw. eine Rendite von +5,56 Prozent p.a. in US-Dollar erwirtschaftet. Die Total Expense Ratio (TER) des Fonds liegt bei 2,15 Prozent. Welche Strategie wird bei der Portfoliozusammenstellung verfolgt?

FondsStrategie. Konsumwerte. Favorisiert.

Der Parvest Equity Brazil D hat es sich zum Ziel gesetzt, einen mittelfristigen Wertzuwachs gegenüber seinem Vergleichsindex zu erzielen. Hierzu tätigt er Anlagen in Aktien und aktienähnliche Titel von Unternehmen, die ihren Sitz in Brasilien haben oder dort den Hauptteil ihrer Geschäftstätigkeit ausüben. Die Titelauswahl erfolgt auf Basis einer genauen Fundamentalanalyse der entsprechenden Einzelaktien brasilianischer Unternehmen aus dem Anlageuniversum großer und mittelgroßer Firmen (Mid Caps und Large Caps). Ausschlaggebend für die Einschätzung von FondsManager Wallach ist die Gewinndynamik des Unternehmens; hierbei bevorzugt er Aktien, die hinsichtlich ihres erwarteten zukünftigen Gewinnwachstums unterbewertet sind. Im Rahmen seiner Investmentstrategie konzentriert er sich auf die zyklischen Binnenmärkte Brasiliens, die von einer Erholung des BIP und den langfristigen Antriebsfaktoren des Privatkonsums überdurchschnittlich profitieren dürften. Besonders favorisiert werden derzeit Aktien aus den Sektoren Industrie, Grundstoffe und Basiskonsumgüter, während IT-Werte sowie der Energiesektor nur unterdurchschnittlich im FondsPortfolio vertreten sind. Wie sieht dieses im Detail aus?

FondsPortfolio. Finanztitel. Gefragt.

Bei der Branchenallokation des Parvest Equity Brazil liegen aktuell die Finanztitel mit 31,55 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. In der Konsequenz finden sich mehrere brasilianische Banken unter den Top 10 des Fonds: Hierzu gehören die Banco Bradesco sowie die Itau Unibanco. Das Institut gilt Marktexperten als die beste Privatbank Lateinamerikas. Den zweiten Platz in der Branchenstruktur des Brasilien-Fonds nehmen die Rohstofftitel mit 18,15 Prozent ein. Aus diesem Bereich stammt der weltweit größte Eisenerzproduzent Vale, zugleich mit 6,39 Prozent die größte Einzelposition des Fonds. FondsManager Wallach berichtet jedoch, dass die hohe Gewichtung des Bergbauunternehmens nach mehrmals aufeinanderfolgend schwachen Quartalszahlen in Frage steht. Der brasilianische Ölriese Petroleo Brasileiro (Petrobras) besitzt einen Portfolioanteil von 4,07 Prozent. Die dritte relativ stark gewichtete Branche innerhalb des Fonds sind Basiskonsumgüter mit 14,71 Prozent Anteil am FondsVolumen. Größte Einzelposition aus diesem Sektor ist die Aktie der Brauerei Cia de Bebidas, die 5,07 Prozent des FondsVolumens abdeckt. Der Lebensmittelhersteller BRF Brasil Foods besitzt einen Portfolioanteil von 4,35 Prozent. Relativ stark vertreten sind im Brasilien-Fonds von Gabriel Wallach weiterhin Energietitel (10,06 Prozent) sowie zyklische Konsumaktien (7,65 Prozent).

Unterdurchschnittlich stark gewichtet innerhalb der Branchenaufteilung sind hingegen Industrietitel (6,68 Prozent), Versorger (5,15 Prozent) sowie Telekomtitel (4,38 Prozent). Geringe Bestände im Gesundheitssektor (0,99 Prozent) sowie im Bereich der Informationstechnologie (0,68 Prozent) runden die Portfoliostruktur des Parvest-Fonds ab. Per Ende November 2012 hält der Fonds 66 Einzelaktien und ist damit recht breit gestreut.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den Parvest Equity Brazil D dem Dow Jones Brazil Stock Index gegenübergestellt. Das Ergebnis der vergleichenden Analyse weist auf eine deutliche Parallelität beider Kursverläufe hin. Mit 0,96 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,91 gleichfalls stark ausgeprägt. Die Kursbewegungen von Fonds und Benchmark sind eng miteinander verknüpft, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,93, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,82 an. Damit haben sich mittelfristig 7 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 18 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Wallach seine insgesamt geringe Unabhängigkeit von der Benchmark zuletzt etwas steigerte und stärker von seiner Freiheit bei der Titelauswahl Gebrauch machte. Der Tracking Error liegt über drei Jahre bei 2,86 Prozent, auf Jahressicht legt die Spurabweichung auf 3,38 Prozent zu. Wie ist es unter diesen Voraussetzungen um die Risikostruktur des Parvest-Fonds bestellt?

FondsRisiko. Schwankungen. Vergleichbar.

Der Brasilien-Fonds von Parvest weist über drei Jahre eine Volatilität von 20,55 Prozent auf, die noch leicht unterhalb der 20,84 Prozent liegt, die der Dow Jones Brazil Stock Index zu verzeichnen hat. Über ein Jahr fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds minimal höher als diejenige des Referenzindex aus: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 19,60 Prozent, wohingegen die Benchmark eine mittlere Schwankungsbreite von 19,24 Prozent aufzuweisen hat. Insgesamt liegen Fonds und Index mit Blick auf die Risikostruktur sehr eng beieinander.

Die vergleichbaren Schwankungen des Parvest Equity Brazil sowie des brasilianischen Vergleichsindex von Dow Jones manifestieren sich auch in dem von der SJB ermittelten Beta von 0,98 über drei Jahre. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 1,00 an und liegt damit exakt auf Höhe des Marktniveaus. Das sehr neutrale Risikoprofil des Fonds wird durch den rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte nochmals unterstrichen: Die Risikokennziffer schwankt in einer engen Bandbreite um den Marktrisikofixwert von 1,00. In 21 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume konnte sich der Fonds weniger schwankungsintensiv als seine Benchmark präsentieren und dabei Werte von zutiefst 0,91 annehmen. Sieben Mal entsprach das FondsRisiko mit 1,00 exakt dem Marktniveau, lediglich in fünf der untersuchten Einzelzeiträume hatte das Investmentprodukt mit 1,01 in der Spitze eine erhöhte Volatilität zu verzeichnen. Als Endresultat der Beta-Analyse ist damit eine sehr ausgeglichene und vom Vergleichsindex kaum abweichende Risikostruktur festzuhalten. Welche Renditeleistung vermag der Brasilien-Fonds auf dieser Basis zu erbringen?

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Per 11. Januar 2013 hat der Parvest Equity Brazil D über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von -12,97 Prozent in Euro aufzuweisen. Dies entspricht einer Rendite von -4,52 Prozent p.a. Die Zahlen verdeutlichen das antizyklische Potenzial des Fonds und übertreffen zudem die Performanceentwicklung des Dow Jones Brazil Stock Index. Die von der SJB gewählte Benchmark verzeichnet über drei Jahre eine Euro-Gesamtrendite von -16,61 Prozent, was einem Ergebnis von -5,87 Prozent p.a. entspricht. Der Wechsel auf die Jahresbetrachtung zeigt, dass es FondsManager Wallach auch kurzfristig gelingt, den Referenzindex zu schlagen: Mit seiner Wertentwicklung von -8,41 Prozent fällt der Kursverlust des Brasilien-Fonds mehr als zwei Prozentpunkte geringer als das Minus der Benchmark aus (DJ Brazil Stock Index: -10,54 Prozent). Damit gelingt es dem Fonds mit seiner aktiven Portfolioverwaltung, in beiden untersuchten Zeithorizonten die gewählte Messlatte zu überspringen – ein erfreuliches Ergebnis.

Die überdurchschnittliche Wertentwicklung des brasilianischen Aktienfonds im Vergleich zum Referenzindex manifestiert sich auch in dem positiven Alpha, das über drei Jahre bei 0,11 liegt. Auf Jahressicht legt die Kennzahl mit 0,20 noch weiter zu und kündet von einem soliden Performancevorsprung des Fonds. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird deutlich, dass der Parvest-Fonds mit seiner Titelauswahl regelmäßig einen Mehrwert für seine Anleger schaffen konnte: In 29 der letzten 36 Perioden gab es ein positives Alpha bis 0,38 in der Spitze zu verzeichnen, nur sieben Mal fiel die Kennzahl negativ aus und erreichte dabei Werte bis zutiefst -0,16. Die Renditeergebnisse des Fonds gemessen an der Benchmark fallen somit überzeugend aus; trotz einer ähnlich gelagerten Risikostruktur wird in der großen Mehrheit der Zeitintervalle eine Outperformance erzielt. Die Information Ratio des Fonds von 0,50 über drei Jahre macht dies auch numerisch fassbar – die erzielte Mehrrendite steht in einem guten Verhältnis zu den eingegangenen Risiken.

SJB Fazit. Parvest Equity Brazil.

Die konjunkturellen Stimulierungsmaßnahmen der brasilianischen Notenbank, der wegfallende Druck durch den überbewerteten Real sowie die anstehenden sportlichen Großereignisse stehen dafür ein, dass Brasiliens Aktienmarkt nennenswertes Aufwärtspotenzial besitzt. Nach drei eher schwachen Aktienjahren dürfte die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas bald wieder durchstarten. Anleger, die das aktuell günstige Bewertungsniveau brasilianischer Aktien nutzen wollen, finden im Parvest Equity Brazil das passende Investmentprodukt. Der Fonds agiert recht indexnah, kann aber trotzdem ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Sie misst die Mehrrendite, die über der zu erwartenden Rendite des Marktes liegt. Das Alpha beziffert jenen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung oder höherer Risikobereitschaft zu erklären ist, sondern auf aktiver Titelauswahl und Beispiel: Ein Alpha von 5 zeigt an, dass der Fonds bei einer Nullentwicklung des Index 5 Prozent Mehrrendite erzielt hat, ohne dafür ein höheres Risiko einzugehen.

Beta

Ist die Kennziffer für die Risiken. Sie ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Index. Das Kriterium ist deren Schwankungsintensität (Volatilität). Beim Beta wird dem Index der feste Wert „1“ zugesprochen. Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht er 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Das Beta eines Fonds ist negativ, wenn sich Fonds und Index abwärts bewegen.

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

Information Ratio

Um die Qualität des Managements eines bestimmten Fonds besser einschätzen zu können, ist die Information Ratio eine zentrale Kennzahl. Errechnet wird die Information Ratio, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Je höher dieser Wert ist, desto besser das Management des zu untersuchenden Fonds.

Korrelation

Ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Der Kurs entspricht der Substanz des Buchwerts. Dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt ist hoch.

Diese Kennzahl drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dies bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher diese Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte und niedrige Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement oder Marktentwicklung basiert.

Sharpe Ratio

Ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und beim Index bei 0,30. Dann erwirtschaftet der Fonds mit jedem Risikoschritt ein Drittel mehr Rendite als der im Index dargestellte Markt. Eine negative Zahl bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt.

Tracking Error

Ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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