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25.10.2011 09:14

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Fondsanleger schauen lieber zu


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Wie die Market Maker berichten, geht es ausgeglichen und ruhig im Handel mit aktiv verwalteten Fonds zu, so die Deutsche Börse AG.

"Wir sind überrascht über die Stärke der Aktienmärkte und fragen uns, wo der Optimismus herkommt", wundere sich Vanessa Müller-Raidt. Auch wenn sich der EU-Gipfel am kommenden Mittwoch auf schlüssige Wege aus der Eurokrise einigen könne, ändere dies an der fundamentalen Situation erst einmal nichts. "Das Prinzip Hoffnung spielt bei den Marktbewegungen eine große Rolle", vermute die Spezialistin von ICF Kursmakler. Jedenfalls seien viele Fondsanleger erst einmal an der Seitenlinie vom Spielfeld geblieben und hätten das Geschehen beobachtet. Viele Unternehmen hätten sich von den politischen Ereignissen dagegen wenig beirren lassen und im dritten Quartal mit überwiegend besser als erwarteten Ergebnissen überrascht.

Mit der Ankündigung, den offenen Immobilienfonds Axa Immoselect (AXA Immoselect) endgültig abzuwickeln, habe die Branche einen weiteren Rückschlag zu verkraften. Aufgrund mangelnder Liquidität mit verursacht durch krisenbedingt langwierige Immobilien-Verkaufsprozesse habe sich das Fondsmanagement gegen die für November 2011 geplante Wiederöffnung des Portfolios entschieden. "Die für Rückzahlungen zur Verfügung stehende Liquidität von zehn Prozent des Fondswertes reicht für eine Öffnung nicht aus", erkläre Vanessa Müller-Raidt die Entscheidung des Fondsmanagements. Nötig seien zwischen 25 und 30 Prozent des Fondswertes, der derzeit rund 2,5 Milliarden Euro betrage. Deshalb werde die Verwaltung der Immobilien zum 20. Oktober 2014 eingestellt.

Bis dahin versuche Axa, die derzeit 66 Liegenschaften im Fonds zu veräußern. Die erzielten Erlöse sollten halbjährlich voraussichtlich beginnend mit dem 1. April 2012 an die Investoren ausgezahlt werden. "Ein Handel der Anteile über die Börse ist weiterhin möglich", erkläre Vanessa Müller-Raidt. Derzeit bewege sich der Anteilskurs vom Axa Immoselect zwischen 29 und 30 Euro, was einem Abschlag von rund 40 Prozent entspreche.

Durch die Auflösungsabsichten des Fonds sei ein Verkaufsdruck bei anderen offenen Immobilienfonds ausgelöst worden, die derzeit ebenfalls geschlossen seien. Mittlerweile würden Anleger etwa beim Degi International (DEGI International) und beim SEB ImmoInvest (SEB ImmoInvest P) aber wieder verstärkt zugreifen. Bei ersterem stehe der Stichtag für eine mögliche Wiederöffnung im November bevor. Gefragt seien zudem Offene Immobilienfonds, deren Anteile von der Fondsgesellschaft wie gewohnt zurückgenommen würden. Mit von der Partie seien laut Müller-Raidt der Deka Immobilien Global (Deka-ImmobilienGlobal) und der Deka Immobilien Europa (Deka-ImmobilienEuropa).

"Sechs der 13 zwischenzeitlich geschlossenen Immobilienfonds befinden sich derzeit in Auflösung", bemerke die Spezialistin von ICF Kursmakler. Neben der Frage, ob der Degi International genügend Mittel für eine Öffnung am 17. November eingesammelt habe, seien die Entscheidungen beim CS Euroreal und SEB ImmoInvest näher gerückt. "Wenn die Fonds im Mai 2012 nicht wieder aufmachen, bedeutet dies auch das endgültige Aus für die Schwergewichte der Branche", beobachte Müller-Raidt.

Ohne Richtung hätten sich Publikumsfonds mit deutschen und europäischen Aktien präsentiert. Käufen etwa beim DekaFonds (DekaFonds CF) und beim DWS Deutschland (DWS Deutschland ) stünden Kehnen zufolge Abgaben beispielsweise beim DWS German Equities (DWS German Equities Typ O) und beim Concentra (Concentra A (EUR)) gegenüber. "Einige Anleger verkaufen in den steigenden Markt und nehmen die Gewinne mit", beobachte der Spezialist der Baader Bank. Zum Einstieg seien nur wenige Fonds-Investoren derzeit bereit. Es gebe zu viele unbekannte Größen bei der Lösung der politischen Probleme. Beide Seiten gespielt würden Müller-Raidt zufolge auch bei Mischfonds mit europäischer Ausrichtung. Der Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A) etwa werde sehr ausgewogen gehandelt.

Bei aktiv verwalteten Fonds mit Fokus auf internationale Aktien registriere Kehnen per saldo Verkaufsüberhänge. Anleger hätten sich etwa vom M&G Global Basics Fund (M&G Global Basics Fund A), vom Astra Fonds (Astra-Fonds) und vom DWS Top Dividende getrennt.

Bei weltweit orientierten Mischfonds wie dem M & W Privat (M & W Privat) und dem Flossbach von Storch SICAV (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R) spreche Müller-Raidt dagegen von einem Nachfrageüberhang. Ersterer habe sich seit Jahresbeginn mit einer Performance von 5,84 Prozent vergleichbar gut positioniert und sei vermutlich auch deshalb seit einigen Monaten beliebt.

Per saldo gesucht seien aktive Fonds mit osteuropäischer Ausrichtung. Beim Allianz RCM Emerging Europe (Allianz RCM Emerging Europe A (EUR)) etwa oder beim Pictet - Eastern Europe-P (Pictet - Eastern Europe-P EUR) beobachte Müller-Raidt Kaufinteresse. Ins Depot der Anleger wandere zudem der auf türkische Unternehmen spezialisierte Fonds BNP Paribas Equity Turkey (BNP PARIBAS L1 Equity Turkey C). In der Auswahl der Aktien berücksichtige der Fonds makroökonomische Entwicklungen sowie strukturelle Veränderungen, die aufgrund der Annäherung der Türkei an die EU zu erwarten seien. Als Kriterien hätten zudem Unternehmensführung, Liquidität und Unternehmensbewertung eine Rolle gespielt.

Unspektakulär gehe es bei Publikumsfonds mit Blick auf Asien zu. "Auf Sparflamme registrieren wir einen ausgeglichenen Handel", bemerke Kehnen. Tendenziell ins Depot hätten sich Anleger beispielsweise den Invesco Pacific Equity Fund (Invesco Pacific Equity Fund A) gelegt, der in Aktien von Unternehmen mit Sitz in der asiatisch-pazifischen Region, einschließlich Japan, investiere. Der Fonds habe in diesem Jahr Verluste von knapp 15 Prozent hinnehmen müssen. Das bewege scheinbar einige Anleger zum Einstieg. Überwiegend abgestoßen würden dagegen die in US-Dollar notierten Templeton Asian Growth Fund (Templeton Asian Growth Fund A (Ydis) USD) und JF China (JF China A (dist) - USD).

Der Handel von Fonds mit japanischen Aktien sei Müller-Raidt zufolge eher ausgeglichen. Käufe etwa beim Goldman Sachs Japan Portfolio USD Class A und beim Nordea-1 Japanese Value Fund (Nordea-1 Japanese Value Fund BP-EUR) stünden Abgaben beispielsweise beim Goldman Sachs Japan Portfolio USD Class gegenüber. Keine Beachtung hätten Portfolios mit Engagements in Indien erhalten. "Der Fondshandel mit indischen Unternehmen liegt komplett brach", melde Müller-Raidt.

Relativ viele Verkäufe verbuche Kehnen bei Geldmarktfonds wie dem MEAG EuroFlex . "Ins Gesamtbild passen diese Rückflüsse aber nicht", analysiere der Händler. Aufgrund der erhöhten Unsicherheit im Markt hätten Anleger ihre liquiden Mittel tendenziell in Geldmarktfonds geparkt. Unterm Strich mehr Abgaben registriere Müller-Raidt zudem für den Pioneer Funds - US Dollar Short-Term (Pioneer Funds - U.S. Dollar Short-Term A EUR (ND)). Ins Depot hätten sich Investoren beispielsweise Anteile am DWS Floating Rate Notes gelegt. (25.10.2011/fc/a/f)

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