Fondshandel Immobilienfonds halten sich
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Trotz deftiger Bewegungen in beide Richtungen ging es überwiegend ruhig zu, so die Deutsche Börse AG.
"Seit gestern Abend ist mehr los", berichte Matthias Präger von der Baader Bank, es überwögen allerdings nun Abflüsse. Einige wenige Anleger würden sich aber auch vorwagen und die niedrigeren Kurse für einen Wiedereinstieg nutzen. Am heutigen Dienstag habe erneut hochkochender Kummer um Griechenland für einen Kursrutsch an den Aktienmärkten gesorgt. Der Grund: Der griechische Regierungschef Papandreou habe eine Volksabstimmung zu den neuen Hilfszusagen der internationalen Geldgeber angekündigt. Damit stehe Analysten zufolge das gesamte Hilfspaket wieder in Frage.
Zuvor hätten sich Fondsinvestoren, wie schon in den Vorwochen, meist zurückgehalten, wie Ivo Orlemann von ICF Kursmakler erkläre. Nur die großen Mischfonds zögen fast immer. Daneben werde weiter auf die Fonds gesetzt, die in diesem Jahr besonders gut abgeschnitten hätten, etwa auf den in deutschen Nebenwerte engagierten Frankfurter Fonds für Stiftungen.
Bei allen Unsicherheiten an den Aktienmärkten - Anleger offener Immobilienfonds würden erst recht nicht zur Ruhe kommen. Nach der angekündigten Auflösung des Axa Immoselect (AXA Immoselect) vor knapp zwei Wochen habe am vergangenen Dienstag auch die britische Gesellschaft Aberdeen beim Degi International (DEGI International) das Handtuch geworfen und den Fonds zur Abwicklung frei gegeben. Aberdeen habe aufgrund massiver Rückgabewünsche von Investoren keine Chance auf eine erfolgreiche Wiederöffnung des seit fast zwei Jahren eingefrorenen Fonds gesehen.
Am Markt konzentriere sich man sich nun auf die drei Branchenriesen unter den in Not geratenen Fonds: den SEB Immoinvest (SEB ImmoInvest P), den CS Euroreal (CS Euroreal A EUR) und den KanAm Grundinvest (KanAm grundinvest Fonds). Alle drei müssten bis Mai des kommenden Jahres wieder öffnen.
Im Fondshandel hätten sich die Querelen aber kaum noch bemerkbar gemacht, wie ICF Kursmakler bemerke. "Es gab keinen erhöhten Abgabedruck. Die Auflösung war schon eingepreist", meine Orlemann. Es werde offenbar davon ausgegangen, dass die Tiefs bereits gesehen wurden. Nach heftigen Kursverlusten hätten sich die Preise mittlerweile auf niedrigem Niveau eingependelt. "Es gab sogar zaghafte Käufe, etwa beim CS Euroreal." Unter dem Strich sei das Geschäft ausgeglichen gewesen.
Das Interesse der meisten Anleger konzentriere sich unterdessen weiter auf die großen, global investierenden Mischfonds, wie Orlemann erläutere. Etwa habe es beim M&W Privat (M & W Privat) und beim Flossbach von Storch SICAV (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R) "massive Käufe" gegeben.
Sehr gut weggegangen sei darüber hinaus abermals der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen , der auf deutsche Nebenwerte setze und von der BNY Mellon begeben worden sei. Der liege seit Jahresanfang mit über 16 Prozent im Plus, Anlageschwerpunkte seien im Moment, neben deutschen Staatsanleihen, das im Bereich Bordunterhaltung in Flugzeugen tätige Unternehmen Advanced Inflight Alliance, der Besteckhersteller WMF und der Tiefkühlkostanbieter FRoSTA.
Beim Flaggschiff Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A) hätten sich Zu- und Abflüsse hingegen die Waage gehalten. Etwas erhöhte Umsätze registriere Orlemann beim DWS Russia , dabei würden beide Seiten gespielt. Der Fonds mit russischen Aktien habe sich in den vergangenen Wochen deutlich erholen können und liege auf Monatssicht mit fast 9 Prozent im Plus. Auf Sicht von drei Monaten werde aber immer noch ein Minus von 21 Prozent verzeichnet.
Für den Bereich Deutschland berichte Präger von Käufen beim UniDeutschland XS und beim Nebenwert-Fonds Deutsche Aktien Total Return sowie Verkäufen beim DekaLux-Deutschland TF (DekaLux-Deutschland TF (A)) und beim DWS German Equities Typ O . "Insgesamt ist der Handel ausgewogen."
Ähnlich habe es bei international engagierten Fonds ausgesehen: Zuflüssen beim Carmignac Investissement (carmignac Investissement A) und DWS Top Dividende hätten Abflüsse beim M&G Global Basics (M&G Global Basics Fund A) und beim FMM-Fonds der Dr. Jens Erhardt Kapital AG gegenübergestanden.
Bei Fonds, die sich in asiatischen Unternehmen engagieren würden, hätten sich Anleger der Baader Bank zufolge ebenfalls unterschiedlich positioniert. Käufe hätten beim Linghor-Asien-Systematic-LBB-Invest (LINGOHR-ASIEN-SYSTEMATIC-LBB-INVEST) dominiert, bei den beiden auf US-Dollar lautenden Fonds Allianz RCM China (Allianz RCM China Fund - A - USD) und Baring Hong Kong China (Baring Hong Kong China Fund (USD)) hingegen Verkäufe.
Bei Goldminenfonds hätten Präger zufolge der Falcon Gold Equity (Falcon Gold Equity Fund A) und der in US-Dollar denominierte Gold Equity Fund der Swiss & Global Asset Management (Gold Equity Fund (USD) B) überzeugt, während sich Anleger vom ebenfalls auf die US-Währung lautenden BGF World Mining Fund (BGF World Mining Fund A2 USD) und vom Nestor Gold Fonds (NESTOR Gold Fonds) verabschiedet hätten.
Außergewöhnliche hohe Umsätze habe Präger außerdem beim Geldmarktfonds DWS Flexizins Plus ausgemacht: "Es gab hier gestern große Abgaben." Der Fonds setze auf Euro-Geldmarktinstrumente von Emittenten guter und sehr guter Bonität und liege im laufenden Jahr mit einem Plus von 0,78 Prozent knapp im positiven Bereich. (01.11.2011/fc/a/f)


