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28.09.2010 15:29

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Fondshandel Klassenziel bei dt. Aktien erreicht?


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Verlängerung der diesjährigen Seitwärtsphase an den Aktienmärkten großer Industrienationen sorgt auch im Handel mit aktiv verwalteten Fonds für eher gemischte Gefühle, so die Deutsche Börse AG.

Deutsche und europäische Werte, aber auch asiatische Titel würden sich bei der Baader Bank eher auf der Abgabenseite befinden. In Deutschland fehle es an genug Schmackes, um dem Dax über die charttechnisch wichtige Marke von 6.341 Punkten zu helfen. Speziell der hiesige Aktienmarkt, glaube Ivo Orlemann von ICF Kursmakler, habe eigentlich sein Klassenziel für dieses Jahr bereits erreicht. Deshalb hätten viele Anleger trotz einiger positiver Wirtschaftsmeldungen nicht mit einer großen Rally im vierten Quartal gerechnet. Bei Fonds, die außerhalb Europas investiert seien, spreche Orlemann aber von einem deutlichen Nachfrageüberhang. Als willkommene Beimischung zum Portfolio hätten etwa Werte gedient, die in Indonesien oder Indien investiert seien.

Dies sei wohl die Gretchenfrage für die noch verbleibenden drei Monate in diesem Jahr. Und weil die Antwort noch ausstehe, hätten sich viele Anleger erst einmal wieder Liquidität verschafft. "Passend zur aktuellen Marktbewegung in Deutschland und Europa sehen wir querbeet überwiegend Abgaben", erkläre Dirk Schröder von der Baader Bank. Fondsanleger hätten sich beispielsweise von dem cominvest Fondak P getrennt, der in deutsche Standardwerte investiere. Eher veräußert werde auch der europäisch orientierte FAST Europe Fund (ISIN LU0202403266/ WKN A0JDV9), der mit Unternehmensanteilen aus dem EURO STOXX 50 bestückt sei.

Fonds mit Smallcaps, also mittelständischen Unternehmen, seien nicht verschont geblieben. Tendenziell verkauft werde etwa der JPMorgan Europe Small Cap (JPMorgan Europe Small Cap A (dist) EUR), gekauft dagegen der europäische Aktienfonds C-QUADRAT Springer European Plus (C-QUADRAT Springer European Plus (T)), der nach eigenem Ermessen in europäische Unternehmen jeder Größe investiere.

In Seitwärtsphasen zeige sich die Stärke eines Fonds, der von Schwankungen im Markt profitiere. Nach den jüngsten Gewinnmitnahmen würden Anleger offensichtlich wieder erhöhtes Potenzial in der Volatilität sehen und sich den Amundi Funds Volatility (AMUNDI Funds Volatility Euro Equities-AC) ins Depot legen. "Deshalb sind wir auf die Schwankungsbreite der großen Indices in der kommenden Periode sehr gespannt", erkläre Schröder. In den nächsten Tagen wisse man mehr.

"Soll ich oder soll ich nicht weiter in Asien investieren?" - so laute vielleicht die Frage, die sich Fondsanleger mit Interesse an dem fernen Kontinent gegenwärtig stellen würden. Die Antwort sei in jedem Fall uneinheitlich. "Anleger scheinen unbeeindruckt von der relativ guten Performance des Hongkonger Leitindex Hang Seng", beobachte Schröder. Denn Fondsinvestoren hätten sich beispielsweise von Anteilen an Portfolios wie Nestor Fernost Fonds und Templeton China Fund (Templeton China Fund N (acc) USD) getrennt. Beide würden Unternehmen aus Asien ohne Japan berücksichtigen, ihren Schwerpunkt aber auf China legen.

Von einer erfreulichen Nachfrage dagegen berichte Schröder bei Aberdeen Global-Asia Pacific Equity (Aberdeen Global - Asia Pacific Equity Fund A2). Der Fonds, der zu den beliebtesten der Woche gehöre, investiere primär in Aktien, die an asiatisch-pazifischen Börsen notiert würden. Einen Nachfrageüberhang registriere die Baader Bank auch beim SSgA Emerging Asia Alpha Equity Fund (SSgA Emerging Asia Alpha Equity Fund I), der große asiatische Unternehmen in seinem Anlagehorizont habe. Orlemann beobachte zudem gestiegenes Interesse an Indonesien, aber wohl eher als Beimischung vermute der Händler. Auf der Einkaufsliste stehe zudem der Fidelity Funds - Indonesia Fund (Fidelity Funds - Indonesia Fund A (USD)). Er fokussiere sich auf indonesische Standardwerte.

Es sei schwer, optimistisch zu sein, angesichts der großen konjunkturellen Probleme in den USA, der Schuldenkrise in Europa und der schlecht einzuschätzenden politischen Entscheidungen, die auf die Entwicklungen der Unternehmensergebnisse Einfluss nehmen würden. So äußere sich der Fondmanager des M&G Global Basics Fund (M&G Global Basics Fund A), einem Fonds der weltweit von Strukturmaßnahmen profitieren möchte. Das Bruttoinlandsprodukt der USA wäre im zweiten Quartal unter den Erwartungen zurück geblieben und die aktuellen Hausverkaufszahlen wie auch die Arbeitsmarktdaten hätten ebenfalls enttäuscht.

"In unserem Portfolio finden sich derzeit weniger zyklische Branchen wie das Gesundheitswesen und die Telekommunikationsindustrie", erkläre Graham French. Essen müssten die Menschen immer. "Deshalb empfiehlt sich ein Engagement in Unternehmen aus der Lebensmittelbranche mit hohem Cashflow", glaube der Fonds Manager.

"Wie alle aktiv verwalteten Fonds schauen wir uns einzelne Unternehmen sehr genau an, bevor wir uns engagieren", berichte French. "Deshalb befinden sich Werte wie malaysische Bank AMMB Holdings, der in Singapur ansässige diversifizierte Getränke- und Immobilienkonzern Fraser & Neave und der australische Hersteller von Latexerzeugnissen Ansell im Portfolio." Sie würden alle zurzeit überdurchschnittlich viel Geld verdienen. "Mit Aktien des britischen Edelmetallproduzenten Hochschild Mining und dem kanadischen Goldunternehmen Anatolia Minerals Development profitieren wir auch von der eindrucksvollen Steigerung des Goldkurses."

Als globaler Aktienfonds investiere der M&G Global Basics Fund nach eigenen Angaben bevorzugt in Unternehmen, denen Strukturthemen wie beispielsweise steigende Einkommen in den Schwellenländern bei ihrer Entwicklung nutzen würden. Dabei würden Firmen berücksichtigt, die an der Gewinnung von Rohstoffen beteiligt seien und Produktionsunternehmen, die die Rohstoffe zu Produkten verarbeiten würden. Aber auch Konzerne aus dem Dienstleistungssektor würden beobachtet. (28.09.2010/fc/a/f)

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