Fondshandel Mischprodukte auch im Januar erfolgreich
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den kräftigen Kursgewinnen seit Jahresanfang dämpft im Moment die immer noch ausstehende Einigung mit Griechenland die Laune der Börsianer, so die Deutsche Börse AG.
Ohnehin sei die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten im Fondshandel nicht wirklich angekommen gewesen. "Käufe und Verkäufe halten sich die Waage, bei relativ guten Umsätzen", berichte etwa Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Die Baader Bank melde sogar einen Verkaufsüberhang. "Anleger nutzen die hohen Kurse für den Ausstieg", erkläre Andreas Kehnen. "Die Unsicherheit um Griechenland ist immer noch da." Investoren würden sich fragen, warum sie gerade jetzt einsteigen sollten. "Sie warten lieber noch zwei oder drei Monate, um dann in einem sichereren Umfeld zuzukaufen."
Einige Fonds würden allerdings immer ziehen, allen voran Mischfonds wie der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R), wie Wöllnitz beobachte. Der investiere in Aktien, Geldmarktinstrumente, Zertifikate und Anleihen aller Art und habe sich mit einem Plus von 4 Prozent auch in den vergangenen vier Wochen gut geschlagen. Mit dem Flaggschifffonds Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A), der sich im vergangenen Jahr dem negativen Trend am Aktienmarkt habe entziehen und auch im neuen Jahr zulegen können, hätten sich Anleger ebenfalls eingedeckt.
Ansonsten sei der Handel ausgeglichen, wie Wöllnitz meine. "Wir sehen in allen Bereichen Käufe und Verkäufe." Die Baader Bank melde bei Aktienfonds hingegen überwiegend Abgaben. Betroffen seien unter anderem Fonds mit europäischen Aktien wie der Allianz Industria (Industria A (EUR)) und der DWS Eurovesta sowie der Deutschland-Fonds DekaLux-Deutschland (DekaLux-Deutschland TF (A)).
Ebenfalls auf den Verkaufslisten stünden internationale Aktienfonds wie der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (LINGOHR-SYSTEMATIC-LBB-INVEST), der Acatis Aktien Global (ACATIS Aktien Global Fonds UI A) und der M&G Global Growth (M&G Global Growth Fund A). Den Henderson Horizon Pan-European Small Companies (Henderson Horizon Pan European Smaller Companies A2), der auf europäische Nebenwerte setze, hätten Anleger hingegen gekauft, ebenso den Dividendenstrategiefonds M&G Global Dividend (M&G Global Dividend Fund A EUR).
Fonds mit asiatischen Aktien würden derzeit offenbar kaum interessieren. "Hier ist am wenigsten los, Investoren fehlen klare Ideen dazu", erkläre Kehnen. Daher würden beide Seiten gespielt. Relativ viele Umsätze gebe es im Aberdeen Global Asian Smaller Companies (Aberdeen Global - Asian Smaller Companies Fund A2), mit Zu- und Abflüssen gleichermaßen. Im Julius Bär Multistock Asia (Julius Baer Asia Stock Fund A) hätten hingegen die Abgaben und im Fidelity China Focus (Fidelity Funds - China Focus Fund A Acc (EUR)) die Engagements dominiert. Wöllnitz berichte von Käufen im Aberdeen Global Emerging Markets (Aberdeen Global Emerging Markets Equity Fund A2), einem Aktienfonds mit Schwellenländeraktien. Der habe in diesem Monat bereits ein Plus von über 10 Prozent erzielt.
Der seit Jahresanfang wieder stark gestiegene Goldpreis lenke das Interesse der Anleger unterdessen auf Goldminenfonds. "Da war letzte Woche Musik drin", fasse Kehnen zusammen. Meist seien aber auch hier die höheren Preise zum Kasse machen genutzt worden (BGF World Mining Fund A2 USD). In einigen Fonds wie dem Falcon Gold Equity (Falcon Gold Equity Fund A) hätten sich Anleger aber noch positioniert. Bei anderen Produkten mit Themenschwerpunkt gebe es Händlern zufolge wenig Auffälligkeiten. Wöllnitz habe allerdings noch umfangreichere Abflüsse aus einem Biotechnologiefonds, dem DWS Biotech-Aktien (DWS Biotech Typ O), registriert.
Inflation scheine im Übrigen nicht mehr das ganz große Schreckensgespenst zu sein: "Inflationsgeschütze Rentenfonds werden abgestoßen", melde Wöllnitz und nenne als Beispiel den KBC Bonds Inflation-Linked (KBC Bonds Inflation-Linked Bonds (thes.)). Mit diesem Fonds erwerbe man Investmentgrade-Anleihen der Eurozone, deren Kupon und Rückzahlung an die Preissteigerungsrate gekoppelt seien. (07.02.2012/fc/a/f)


