Fondshandel Verkäufe dominieren
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Anziehende Umsätze verzeichnen die Händler an der Frankfurter Börse in aktiv verwalteten Fonds, jedoch sind es fast nur Verkäufe, so die Deutsche Börse AG.
Laut Frank Wöllnitz vom ICF Kursmakler würden Anleger zunehmend ihre Portfolios nach unten absichern. "Der Markt ist sehr volatil, alle hoffen auf Stabilisierung." Manche Anleger würden sich deshalb ins Gold flüchten, wisse Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank.
Für die vergangenen Handelstage melde die Spezialistin überwiegend Verkäufe. So etwa beim rund 648 Millionen Euro schweren DWS Deutschland (DWS Deutschland ), der in deutsche Aktien, sowohl in Bluechips als auch in Nebenwerte investiere. Der Fonds sei zu etwa 70 Prozent in Standardwerten und zu rund 30 Prozent in Nebenwerten angelegt, mit dem Ziel, langfristig überdurchschnittliche Renditen für den Anleger zu erwirtschaften.
Im größeren Stil getrennt hätten sich die Anleger auch von Anteilen des Carmignac Investissement A (carmignac Investissement A). Der bei den Anlegern sonst beliebte Fonds investiere in internationale Aktien. Auch von Anteilen am Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR) würden sich Anleger trennen. Der Fonds investiere in erster Linie in europäische Aktien mit Fokus auf unterbewertete Unternehmen.
Gewinnmitnahmen beobachte Deisenroth-Boström auch im Grundstoffbereich, so zum Beispiel beim international engagierten M&G Global Basics Fund A (M&G Global Basics Fund A). Der Fonds setze auf größere, liquide Werte wie Unilever oder Colgate-Palmolive.
Massive Verkäufe melde Wöllnitz beim DWS Russia . Die Wertentwicklung der Anlage sei abhängig von der Entwicklung der russischen Wirtschaft genauso wie von der Einschätzung Russlands seitens internationaler Investoren. "Russische Fonds haben eine hohe Volatilität, entsprechend hoch können die Verluste ausfallen", erkläre Wöllnitz. Der DWS Russia habe heute Morgen schon wieder 3,5 Prozent verloren. "Der Fonds geht mit der russischen Börse mit, der RTX war schon unter 2.000 Punkte gerutscht und hat jetzt noch mal nachgegeben, bis auf 1.930 Punkte", betone der Market Maker.
Als weitere Kandidaten, die analog zur Marktentwicklung verkauft würden, nenne Wöllnitz indische und lateinamerikanische Fonds. So hätten Anleger Anteile des DWS India (DWS India ), der in Aktien indischer Unternehmen mit überdurchschnittlich guten Wachstumsperspektiven anlege, abgegeben. "Der Fonds geht, wie so einige in den Schwellenländern, mit dem Markt mit. Anleger verkaufen hier deutlich mehr als sonst." Eine ähnliche Einschätzung gebe der Spezialist für den BGF Latin American Fund (BGF Latin American Fund A2 USD) ab und berichte von Verkäufen. Der Aktienfond fokussiere auf Lateinamerika und investiere breit in unterschiedliche Branchen. (03.11.2009/fc/a/f)


