15.05.2012 10:55
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Fondshandel: kein Käuferstreik

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz der negativen Tendenzen an den Aktienmärkten durch die anhaltende Unsicherheit um Griechenland haben Anleger Fonds, auch Aktienfonds, durchaus noch auf dem Radar, so die Deutsche Börse AG.

"Käufe und Verkäufe halten sich die Waage", berichte Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Wenn es auffällige Bewegungen gebe, dann seien dies aber eher Abgaben. "Die Käufer kommen wieder", meine unterdessen Matthias Präger von der Baader Bank. Nach der Verkaufswelle der vergangenen Wochen seien einige Anleger jetzt wieder eingestiegen - auch wenn die Tendenz insgesamt eher uneinheitlich sei.

Weiter im Fokus stünden offene Immobilienfonds. Nach der in der vergangenen Woche angekündigten Auflösung des SEB Immoinvest (SEB ImmoInvest P) gelte die Aufmerksamkeit nun vor allem dem CS EUROREAL (CS Euroreal A EUR): Am 21. Mai, also am kommenden Montag, wolle das Management den Fonds für einen Tag öffnen und auf diese Art - wie bereits vom SEB Immoinvest vorexerziert - die Anleger über das Schicksal entscheiden lassen.

Im Vorfeld wollten offenbar zahlreiche Investoren ihre Anteilsscheine noch über die Börse loswerden. "Die Umsätze im CS Euroreal sind hoch. Der Kurs hat nochmals nachgegeben", erkläre Wöllnitz. Es gebe aber auch Käufer. Aktuell werde der Anteilsschein an der Börse Frankfurt unter 38 Euro gehandelt, vor gut zwei Wochen seien es noch über 42 Euro gewesen.

Um den SEB Immoinvest sei es hingegen stiller geworden. "Der Kurs ist zwar abermals gesunken. Im Moment liegt er mit 33,50 Euro aber über dem Tiefstkurs von rund 32 Euro." Unauffällig gestalte sich auch der Handel mit anderen Immobilienfonds, etwa dem KanAm Grundinvest (KanAm grundinvest Fonds) und dem DEGI International , die sich bereits in Auflösung befinden würden, aber auch den nach wie vor offenen Fonds Deka-ImmobilienGlobal , Deka-ImmobilienEuropa oder HausInvest (hausInvest).

Gleichzeitig würden klassische Aktienfonds wieder gekauft, wie Präger melde, etwa der Cominvest Fondak (Fondak A), der DWS Deutschland und der Dexia Equities Europe (Dexia Equities L Europe D). Auch in international aufgestellten Publikumsfonds wie dem DWS Top Dividende , dem Flossbach von Storch Aktien Global (Flossbach von Storch - Aktien Global F) und dem Carmignac Investissement (Carmignac Investissement A) hätten sich Investoren eingedeckt. Der Veri-Valeur von Veritas Investment (VERI-VALEUR Fonds), der GAM Star European Equity (GAM Star Continental European Equity GBP acc.) und der M&G Global Basics (M&G Global Basics Fund A) stünden hingegen auf den Verkaufslisten.

Daneben melde ICF Kursmakler Abgaben im JPM EU Strategic Value (JPMorgan Funds - Europe Strategic Value Fund A (dist) - EUR), der auf Aktien europäischer Unternehmen setze. Laut Wöllnitz locke aber offenbar Russland: "In Fonds mit russischen Aktien sehen wir durchweg Zuflüsse", erkläre der Spezialist und verweise etwa auf den Pioneer Russia Stock (Pioneer Funds Austria - Russia Stock (T)). Hier würden Anleger wahrscheinlich auf eine Erholung hoffen: Der Fonds habe seit Mitte März nämlich deutlich Federn lassen müssen, die Gewinne aus den ersten Wochen dieses Jahres seien so gut wie dahin.

Wie bereits in den Vorwochen seien Anleger auch in den vergangenen Tagen uneins gewesen, ob ein Engagement in asiatischen Aktien sich lohne oder nicht. Die Baader Bank melde jedenfalls Zu- und Abflüsse: Etwa habe der Baring Hongkong China (Baring Hong Kong China Fund (USD)) offenbar überzeugt, während der Aberdeen Global Asian Smaller Companies (Aberdeen Global - Asian Smaller Companies Fund D2) und der JF China (JFMorgan Funds - JF China Fund A (dist) - USD) abgestoßen worden seien.

Bei den zuletzt eher unbeliebten Minenfonds würden sich einige Anleger nun wieder vorwagen, wie Präger melde. Dabei würden die meisten Rohstoffpreise weiter schwächeln. Etwa gehe es für den Goldpreis seit Mitte März bergab, seit Anfang Mai sogar rapide, zuletzt sei der Preis für eine Feinunze sogar unter die Marke von 1.600 US-Dollar gerutscht.

Manchen Investoren scheine das aber zu weit zu gehen: Präger zufolge seien Anleger etwa im Craton Capital Precious Metal (Craton Capital Precious Metal Fund A) und im Falcon Gold Equity (Falcon Gold Equity Fund A) eingestiegen. Der LO Funds World Gold Expertise (LO Funds - World Gold Expertise Fund (USD) P A) sei hingegen weiter verkauft worden. Minenfonds würden sich zwar nicht unbedingt parallel zu Rohstoffpreisen entwickeln, doch habe auch der LO Funds World Gold Expertise in den vergangenen Wochen kräftig an Wert verloren. Auf Sicht von drei Monaten verzeichne er mittlerweile ein Minus von über 25 Prozent.

In Mischfonds wie dem Flossbach von Storch SICAV (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R) sei, wie üblich, viel los gewesen, ICF Kursmakler melde für die vergangenen Woche aber Handel in beide Richtungen. Im Bereich der Rentenfonds hätten Produkte mit internationalen Anleihen wie der UniRenta eher auf den Verkaufslisten gestanden, wie ICF Kursmakler registriert habe. Auch Rentenfonds mit hochverzinslichen Anleihen seien eher abgestoßen worden, etwa der Goldman Sachs Global High Yield (Goldman Sachs Global High Yield Portfolio - Euro Hedged Dist). (15.05.2012/fc/a/f)

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