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05.06.2012 13:29

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Fondshandel keine Vertrauensvorschüsse


Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Verluste an den Aktienbörsen in der vergangenen Woche hinterlassen im Fondshandel ihre Spuren, so die Deutsche Börse AG.

"Mit dem Absturz des Dax unter die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Zählern haben viele Fondsanleger ihre Positionen entweder aktiv reduziert oder aber es sind Stopp-loss-Orders ausgelöst worden", melde Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler, der von einem regen Handelsaufkommen bei Publikumsfonds spreche. "Je mehr der DAX einbrach, desto größer war der Abgabedruck."

Von zunehmender Zurückhaltung der Fondsinvestoren berichte Lucas Schulte. "Anleger blieben aufgrund des allgemeinen Marktumfelds vom Handel tendenziell fern", meine der Fondsspezialist der Baader Bank. Die Sorge um die spanischen Banken, ein Rekordhoch beim Krisenbarometer Bund-Future, eine nachgebender Eurokurs und hohe Renditen für die Staatsanleihen der südlichen Euroländer seien Zutaten, für die es keinen Vertrauensvorschuss von Investoren gebe. "Es bleibt zu hoffen, dass der angestrebte Fiskalpakt von den beteiligten Staaten ernster genommen wird als der Maastricht-Vertrag."

Angesichts schwacher Heimatbörsen hätten Fondsanleger öfter mal über den Tellerrand geblickt. "Portfolios mit internationalen Aktien werden bei uns ausgeglichen gehandelt", bemerke Schulte. Anleger hätten sich tendenziell zum Beispiel vom DWS Top Dividende und vom Lingohr Systematic LBB Invest (LINGOHR-SYSTEMATIC-LBB-INVEST) getrennt.

Ebenfalls überwiegend auf der Abgabenseite befinde sich der sonst so beliebte Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A). Seit Jahresbeginn weise der Fonds eine Performance von 6,85 Prozent aus und investiere derzeit zu rund 40 Prozent in Aktien, 25 Prozent in Unternehmensanleihen und knapp 15 Prozent in Staatsanleihen. Überwiegend ins Depot hätten sich Anleger zudem den Aktienfonds M&G Global Dividend Fund (M&G Global Dividend Fund A EUR) gelegt, der Dividendenrenditen oberhalb des Marktdurchschnitts anstrebe.

Anleger würden sich Wöllnitz zufolge zudem für den internationalen Agrarsektor erwärmen. Vermehrt gekauft werde beispielsweise der DWS Invest Global Agribusiness (DWS Invest Global Agribusiness LC). Trennungsgelüste hätten sie beim Morgan Stanley Global Brands Fund (Morgan Stanley Global Brands Fund (USD) A) demonstriert, der sein Engagement auf immaterielle Werte wie etwa bekannte Markennamen fokussiere.

Deutsche und europäische Aktien könnten derzeit kaum punkten. "Viele Stopp-Loss-Orders wurden in diesem Segment automatisch aktiviert", registriere Schulte. Auf der Abgabenliste befinde sich zum Beispiel der DWS German Equities (DWS German Equities Typ O) oder der UniDeutschland (UniDeutschland ). Bei europäisch ausgerichteten Aktienportfolios wie dem Fidelity Funds - European Growth Fund (Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR)) spreche die Baader Bank ebenfalls von einem Verkaufsüberhang. Eine Ausnahme bilde der DWS Deutschland , der unterm Strich gekauft worden sei.

Fonds mit asiatischem Fokus stünden Anleger eher zurückhaltend gegenüber, wie Schulte beobachte. "Wenn gehandelt wird, dann überwiegen die Abflüsse." Von den Verkäufen betroffen seien beispielsweise der Baring Hong Kong China Fund (Baring Hong Kong China Fund (EUR)) und der DWS Top 50 Asien .

Wöllnitz verbuche zudem deutliche Abgaben etwa für den HSBC GIF Indian Equity (HSBC GIF Indian Equity AD). Aktien aus den Schwellenländern beispielsweise im Aberdeen Global Emerging Markets Equity Fund (Aberdeen Global Emerging Markets Equity Fund A2) würden bei Fondsinvestoren indes gut ankommen, sie würden überwiegend gekauft.

Die jüngste Erholung beim Goldpreis wirke sich positiv auf den Handel mit Goldminenfonds aus, wie Schulte registriere. Das gelbe Metall scheine wieder stärker die Rolle als Sicherheitswährung wahrzunehmen. Entgegen dem Trend an den Rohstoff- und Aktienmärkten habe der Goldpreis am vergangenen Freitag um fast 85 US-Dollar auf ein Monatshoch von 1,630 US-Dollar pro Feinunze zugelegt und notiere derzeit bei 1,618 US-Dollar. In Euro gerechnet habe sich Gold bedingt durch den anhaltend starken US-Dollar noch stärker auf ein Dreimonatshoch von zwischenzeitlich 1,310 Euro pro Feinunze verteuert.

Nutznießer im Fondssektor sei beispielsweise der Earth Gold Fund (Earth Gold Fund UI (EUR R)), für den die Baader Bank unterm Strich einen Nachfrageüberhang verbuche. Im BGF Gold World Fund (BGF World Gold Fund A2 USD) überwögen die Abgaben. Auch von marktbreiteren Fonds wie dem BGF World Mining Fund (BGF World Mining Fund A2 USD), der zu mindestens 70 Prozent in Aktienwerte von Bergbau- und Metallgesellschaften anlege, hätten sich Investoren mehrheitlich verabschiedet.

Von viel Bewegung auf der Kaufseite spreche Wöllnitz bei Fonds wie dem Stabilitas Pacific Gold & Metals (STABILITAS - PACIFIC GOLD+METALS P) und dem Stabilitas Gold & Resourcen (STABILITAS - GOLD+RESOURCEN P), die ihren Fokus auf Aktien von Gesellschaften legen würden, die mit der Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung von Gold aktiv seien. "Beide Fonds sind seit einiger Zeit immer mal wieder gesucht." (05.06.2012/fc/a/f)

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