15.02.2013 13:43
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Fondsmarkt: Renteninvestments mit attraktivem Chance-Risikoprofil

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Hamburg (www.fondscheck.de) - Nachdem im ersten "Börsen-Brief" dieses Jahres China als interessante Anlageregion im Bereich der Aktienmärkte näher beleuchtet wurde, beschäftigt sich die heutige Ausgabe mit den jüngsten Entwicklungen an den Kapitalmärkten und der Frage, ob und welche Renteninvestments 2013 noch ein attraktives Chance-Risikoprofil aufweisen, so die Analysten der Berenberg Bank.

Trotz zuletzt belastender Nachrichten unter anderem aus Spanien (Schmiergeldaffäre um Ministerpräsident Rajoy) und Italien (verbesserte Umfragewerte des Ex-Regierungschefs Berlusconi im Vorfeld der Parlamentswahlen) hätten sich die Aktienmärkte 2013 bisher gut entwickelt. Weiterhin steche der japanische Nikkei mit einem Plus von über 8% hervor. Hier habe die beschlossene Lockerung der Geldpolitik durch die Notenbank eine Schwächung des Yen bewirkt, was sich positiv auf die Gewinnentwicklung der japanischen Exporteure auswirken sollte. Dies sei an der Börse in eindrucksvoller Weise eingepreist worden.

US- sowie Schwellenländer-Aktienindices (insbesondere in China) lägen überwiegend deutlich im positiven Terrain. Ausschlaggebend hierfür dürften zum einen der ordentliche Verlauf der Unternehmensberichtssaison sowie größtenteils verbesserte Konjunkturdaten gewesen sein. In Europa hingegen würden Dax und EURO STOXX 50 beispielsweise auf den jeweiligen Vorjahresschlussständen oder leicht darüber verharren, Spaniens Leitindex IBEX habe hingegen zwischenzeitlich sogar darunter gelegen.

Nach wie vor in die andere Richtung würden sich die Rentenmärkte bewegen. US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit und Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit hätten seit Jahresanfang 2,7% bzw. 2,1% eingebüßt. Ähnlich hätten europäische Staatsanleihen (-0,5%), Unternehmensanleihen (-0,9%) und Finanzanleihen (-0,8%) abgeschnitten.

An den Rohstoffmärkten zeige sich ein erfreuliches Bild. Von den verbesserten Konjunkturdaten positiv beeinflusst lägen der Terminkontrakt auf die Öl-Sorte Brent (+8,2%) und auch die Preise für Industrie- und Edelmetalle (zum Beispiel für Kupfer (+2,3%) und Platin (+11,2%) deutlich im Plus. Lediglich die Notierung für Gold (-2,7%) habe nachgegeben.

Somit hätten Anleihen zuletzt relativ zu anderen Asset-Klassen eher schlecht abgeschnitten. Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich dies über das gesamte Jahr 2013 betrachtet ähnlich darstellen werde. Nichtsdestoweniger hätten sie auch in diesem anspruchsvollen Umfeld Renteninvestments mit attraktivem Chance-Risikoprofil identifiziert.

Hinsichtlich der Anleihesegmente sollte der Anlageschwerpunkt im Bereich der Unternehmensanleihen liegen. Auch ausgesuchte Finanzanleihen sollten weiterhin eine attraktive Mehrrendite gegenüber Bundesanleihen liefern und hätten eine tragende und diversifizierende Rolle im Portfolio bei überschaubarem Risiko.

Im Bereich der Staatsanleihen würden Beimischungen in spanischen und/oder in irischen Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten interessant erscheinen. Diese würden die Analysten trotz möglicher zukünftiger Rating-Herabstufungen durch die in Aussicht gestellte Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) für hinreichend unterstützt erachten. Weiterhin würden Anlagen in Hartwährungsanleihen erfolgversprechend erscheinen. Unter Hartwährungsanleihen seien festverzinsliche Wertpapiere von Emittenten aus Ländern zu verstehen, die sich durch eine solide Haushaltspolitik (geringe Staatsverschuldung) und Streben um Geldwertstabilität (geringe Inflation) auszeichnen würden.

Hochzinsanleihen bzw. Hochzinsanleihenfonds würden nach Erachten der Analysten unter dem Renditeaspekt attraktiv bleiben und sollten in begrenztem Umfang ebenfalls Berücksichtigung finden. Die Analysten würden diesem Segment aufgrund des Renditevorteils weiterhin eine positive Wertentwicklung zutrauen, aber mit einer erhöhten Volatilität rechnen. Da das Thema Risikodiversifikation auch im Anleiheteil eines Portfolios eine wichtige Rolle spielen sollte, würden sie Hochzinsanleihen auch vor diesem Hintergrund als sinnvollen Baustein einstufen.

Anleihen aus den Emerging Markets würden aufgrund solider fundamentaler Daten der Emittenten und der Renditevorteile ebenfalls erfolgversprechend erscheinen.

Anlegern würden sich somit auch aktuell noch Renteninvestments mit attraktivem Chance-Risikoprofil anbieten. Aus den für interessant erachteten Anleihesegmenten könnten einem Portfolio sowohl Einzeltitel als auch aktiv gemanagte Fonds beigemischt werden. Aufgrund der Investition der Anlagesumme in ein breites Spektrum an Wertpapieren und der daraus resultierenden Risikostreuung seien letztere insbesondere für Anleger mit geringerer Risikotragfähigkeit besser geeignet.

Im Bereich der Staatsanleihen, staatsgarantierten Anleihen und (staatsnahen) Unternehmensanleihen gebe es spezielle Fonds, die sich auf Emittenten außerhalb der europäischen Währungsunion bzw. Emerging Markets fokussieren würden. Bei der Auswahl der bonitätsstärksten Schuldnerländer aus dem Anlageuniversum würden die Fondsmanager zum Beispiel quantitative Selektionsprozesse einsetzen. Zu den herangezogenen Kriterien würden u. a. Staats- und Neuverschuldung, Inflationsrate, Direktinvestitionen, Kreditvergabe an den Privatsektor oder auch die Währungsreserven zählen. Anleger, die an möglichen Währungsaufwertungen gegenüber dem Euro partizipieren möchten, sollten einen Fonds auswählen, der bewusst auf Währungsabsicherungen verzichte. Ansonsten seien Fonds zu präferieren, die das Fremdwährungsrisiko durch den Einsatz von Devisentermingeschäften statisch absichern würden.

Neben den quantitativen gebe es auch diskretionär gemanagte Anleihefonds, die in der Vergangenheit unter Beweis gestellt hätten, gegenüber dem Durchschnitt der vergleichbaren Produkte einen Mehrwert generieren zu können.

Interessant würden auch Fonds erscheinen, die sich auf spezielle sehr attraktive Regionen beschränken würden - wie zum Beispiel das noch relativ junge Marktsegment für Renminbi-Anleihen. Hierbei handle es sich um in Chinesische Renminbi (RMB) notierte Anleihen. Die besondere Attraktivität dieses Segments liege vor allem in der künftig zu erwartenden positiven Geschäftsentwicklung chinesischer Unternehmen. Über ein Engagement in Anteile eines auf diesen Markt spezialisierten Fonds könnten Anleger hiervon ebenso profitieren wie von einer potenziellen RMB-Aufwertung gegenüber dem Euro.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Fonds aufgrund des noch begrenzten Angebots an investierbaren RMB-Anleihen teilweise auch asiatische Anleihen in einer anderen Währung erwerben und das Portfolio mit einem synthetischen Renminbi-Währungs-Overlay versehen würden. Mit Währungs-Overlay sei in diesem Zusammenhang eine Währungssicherung zum Beispiel mittels Forwards gemeint, um trotz der Bestandspositionen in einer anderen Währung ein Renminbi-Exposure im Fonds zu erhalten.

Bei der Auswahl eines Investmentfonds sollten interessierte Anleger auf ein nachgewiesenes diszipliniertes Risikomanagement des Fondsmanagements und eine angemessene Diversifikation Wert legen. (15.02.2013/fc/a/f)

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