Fondsmarkt beruhigt sich langsam
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Von Zurückhaltung im Handel mit Indexfonds berichtet der zuständige Market Maker von der HypoVereinsbank, der die deutschen iShares-Papiere betreut, so die Deutsche Börse AG.
Der Dampf sei raus, "dabei müssten die doch eigentlich alle vom Skiurlaub zurück sein." In den großen Trendindikatoren, den beiden meistgehandelten ETFs auf die Leitindices Dax (ISIN DE0005933931/ WKN 593393) und DJ Euro Stoxx 50 (ISIN DE0005933956/ WKN 593395), würden Käufe dominieren, aber auf sehr kleinem Handelsniveau. Einzig bei Branchen-ETFs auf den Bankensektor hätten sich heute Engagements gezeigt.
Hoch seien die Umsätze im db x-tracker ShortDAX (ISIN LU0292106241/ WKN DBX1DS), mit dem Anleger eins zu eins an fallenden DAX-Ständen partizipieren würden. Wie ein Nachbeben der Kursturbulenzen sei der ETF auf Wochensicht gekauft und verkauft worden.
Ohne Trend, aber mit sehr hohen Umsätzen würden Anleger in einem Indexfonds auf japanische Aktien, dem db x-tracker MSCI Japan (ISIN LU0274209740/ WKN DBX1MJ) mit knapp 400 japanischen Werten im Index, agieren.
Von einer ebenfalls ruhigen Woche im Handel mit aktiv verwalteten Fonds berichte Christoph Schmidt, Fonds-Spezialist bei N.M. Fleischhacker. "Die erhitzte Stimmung hat sich abgekühlt, die Umsätze sind wieder durchschnittlich, der Handel etwas zäh." Gekauft und verkauft würde vor allem Altbekanntes. Auch Kollege Dirk Schröder von DBM beobachte, dass sich der Markt beruhigt habe und die Investoren neben einigen Spezialthemen noch keine neuen Trends zeigen würden.
Im Bereich der Portfolios mit deutschen Standardwerten würden Anleger umschichten, wisse Schmidt. Verkauft werde der cominvest Fondak (ISIN DE0008471012/ WKN 847101), Deutschlands ältester Fonds übrigens, gekauft würden der DWS Aktien Typ 0 (ISIN DE0008474289/ WKN 847428) und der DWS Aktien Strategie Deutschland (ISIN DE0009769869/ WKN 976986).
Anleger würden sich von zwei Fonds mit werthaltigen europäischen Blue-Chips trennen - zum einen vom Nordea 1 European Value (ISIN LU0064319337/ WKN 973347), zum anderen vom JPM Europe Strategic Value (ISIN LU0107398884/ WKN 933913). Gekauft werde der Fortis L Fund Active Click Euro (ISIN LU0157735456/ WKN 216208), der ebenfalls europäische Standardwerte halte, und zwar mit Fokus auf Rohstoffe, Versorger und Konsum, ergänze Schröder.
Im Bereich der Schwellenländerinvestments sei das Anlegerverhalten sehr unterschiedlich und variiere auf Wertpapierebene. Während der DWS India (ISIN LU0068770873/ WKN 974879) abgegeben werde, würden die Anteile am HSBC GIF Indian Equity (ISIN LU0066902890/ WKN 974873) in die Depots wandern.
Das gleiche Bild zeige sich bei Osteuropa-Portfolios. Anleger würden sich vom cominvest European Emerging Market Equity (ISIN LU0081500794/ WKN 987339), einem Fonds mit mehrheitlich russischen Aktien und Schwerpunkt auf Finanz- und Rohstoffwerten, trennen. Sie würden dagegen den DWS Russia (ISIN LU0146864797/ WKN 939855) kaufen. Letzteres führe Christoph Schmidt auf positive Erwartungen an den Ölpreis zurück.
In den beiden China-Fonds von Barings (ISIN IE0000829238/ WKN 972840, USD; ISIN IE0004866889/ WKN 933583, EUR) beobachte Dirk Schröder derzeit Schnäppchenjäger.
In einem ganz anderen Teil der Welt seien die Käufer und Verkäufer des db x-tracker MSCI Brazil (ISIN LU0292109344/ WKN DBX1MR) aktiv, die den ETF auf alle großen brasilianischen Aktien rege, aber ohne klare Marktmeinung handeln würden.
Neben der Nachfrage nach den wohl bekannten KanAm grundinvest (ISIN DE0006791809/ WKN 679180) und SEB ImmoInvest (ISIN DE0009802306/ WKN 980230) beobachte Schmidt auch großes Interesse am UBS Euroinvest Immobilien (ISIN DE0009772616/ WKN 977261), einem Fonds mit Büroliegenschaften in europäischen Metropolen.
Während im Bereich der aktiv verwalteten Geldmarktfonds Investoren diverse Portfolios kaufen und auch verkaufen würden, würden die Marktteilnehmer in einen Geldmarkt-ETF mit anhaltend hohen Volumina einsteigen. Der db x-trackers II Eonia TR (ISIN LU0290358497/ WKN DBX0AN) sei an eine täglich rollierte Einlage zum EONIA-Satz gekoppelt.
Dabei handle es sich um einen von der Europäischen Zentralbank festgestellten effektiven Tagesgeldsatz, der als gewichteter Durchschnitt aller unbesicherten Tagesgeldausleihungen im Interbankenmarkt berechnet werde. Thorsten Michalik, der den Indexfonds bei der Deutschen Bank betreue, berichte, dass der ETF inzwischen etwa 1,8 Milliarden Euro an Vermögen verwalte. Das mache ihn zum erfolgreichsten Shooting-Star unter den Indexfonds. (Ausgabe vom 12.02.2008) (13.02.2008/fc/a/m)


