Fortis-Equity Utilities Europe empfehlenswert
Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen derzeit ein Engagement in den Fortis-Equity Utilities Europe Fund (ISIN LU0119123387/ WKN 723733).
Die Versorger-Branche sei im Wandel. Und das nicht erst, seit der geplante Zusammenschluss des französischen Versorgers Suez mit dem staatlichen französischen Gasversorger Gaz de France (GdF) im Raum stehe. Die letzten Quartalszahlen der Branche hätten gezeigt, dass das Potenzial für Kurssteigerungen bei den Versorgeraktien noch lange nicht erschöpft sei. Langfristig gebe es hier sichere Renditen einzufahren. Auch - oder erst Recht - im Fondsbereich.
Angst vor sinkenden Strompreisen würden Inhaber von Versorger-Aktien angesichts der Entwicklung der letzten Jahre künftig wohl nicht zu haben brauchen. Die Renditen der Stromanbieter seien beträchtlich gestiegen, und die Konsolidierungsvorgänge im europäischen Energie- und Versorgungssektor würden ein Investment in diesem Bereich weiterhin sehr interessant machen. Denn Energie sei einer der wesentlichen Produktions- und Kostenfaktoren: Ohne Strom laufe nichts.
Ein Grund, sich diese zukunftsträchtige Branche genauer anzuschauen. Der Fortis-Equity Utilities Europe habe im Zuge der weltweiten Finanzkrise und der damit einhergehenden Unsicherheit der Anleger Ende 2007 kräftige Verluste hinnehmen müssen. Seit März dieses Jahres sei der Kurs der Fondsanteile wieder im Aufwind, so dass es jetzt auch im Hinblick auf die Abgeltungssteuer sinnvoll sein könnte, sich noch relativ günstig mit Anteilen einzudecken.
Das Produkt aus dem Hause Fortis lege seinen Fokus ausschließlich auf Aktien von Versorgungsunternehmen. Für eine überdurchschnittliche Rendite werde ein hohes Risiko gegenüber der Benchmark, dem MSCI World Utilities, akzeptiert. Die Abweichungen würden über quantitative Modelle der Risikokontrolle ständig überwacht. Globale Einflussfaktoren für eine positive Entwicklung der Branche würden durch einen Mix aus Top-down-Analyse und Research, das in regionalen Teams erfolge, ermittelt.
Branchenspezialisten würden mittels eines Bottom-up-Konzepts die viel versprechenden Trends und Ideen identifizieren, die dann im Fonds übergewichtet würden. Der Fortis-Equity Utilities Europe orientiere sich zwar am MSCI World Utilities, konzentriere sich jedoch ausschließlich auf die großen europäischen Player. In vielen Ländern, wie etwa Frankreich, Deutschland oder auch Spanien, seien die Märkte von einem Oligopol gekennzeichnet. Wenige große Unternehmen würden den Markt beherrschen. So würden sich den Energie- und Versorgungssektor in Deutschland beispielsweise E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW teilen, während kleinere Stadtwerke und Regionalversorger kaum eine Rolle spielen würden.
In der Länderwertung führe Großbritannien. Das vereinigte Königreich sei mit über einem Viertel - exakt seien es 26,5% - im Fonds gewichtet. Großbritannien sei aufgrund seines liberalen Marktverständnisses in der Vergangenheit ein bevorzugtes Ziel für Unternehmenskäufe in der Versorgung gewesen. So habe beispielsweise die RWE vor einigen Jahren Thames Water gekauft, von dem sich der Essener Konzern aber mittlerweile wieder getrennt habe.
In anderen Ländern, wie Spanien oder Frankreich, mische sich die Politik stark ein und versuche, die "nationalen Champions" zu schützen. So habe die Regierung in Madrid einen Abwehrkampf gegen E.ON geführt, als das Unternehmen versucht habe, sich Endesa einzuverleiben. Und Paris habe einen Zusammenschluss von Suez und Gaz de France (GdF) vorangetrieben, als die italienische Enel Interesse bekundet habe. Erst diese Woche habe es hierzu Neuigkeiten gegeben.
So sei nämlich der geplante Zusammenschluss des französischen Versorgers Suez mit dem staatlichen französischen Gasversorger Gaz de France (GdF) einen weiteren Schritt vorangekommen. Beide hätten am Montag die Genehmigung der Pariser Börsenaufsicht für ihr Fusionsprojekt erhalten. Damit seien die Vorbereitungen für die Abstimmung der Aktionäre am 16. Juli abgeschlossen. Sollten diese dem Projekt auf den Hauptversammlungen zustimmen, könnte der Zusammenschluss zum 22. Juli erfolgen. Trotz dieses Megadeals finde sich Frankreich mit 20,23% nur auf Platz zwei der Länderwertung, gefolgt von Deutschland und Spanien mit 18,27 bzw. 15,62%. Italien und Finnland würden mit einem Anteil von 4,8% bzw. 4,61% folgen.
Während Großbritannien als Markt am stärksten gewichtet sei, werde die Liste der Top-Investments von einem französischen Unternehmen angeführt. An der Spitze liege mit 9,47% Gewichtung Suez. Auf Rang zwei folge E.ON mit 8,97%, dahinter RWE mit 8,48%. Der spanische Energieversorger Iberdrola belege mit 8,02% Platz drei. Das Unternehmen habe im letzten Geschäftsjahr dank der starken operativen Entwicklung auf dem Heimatmarkt sowie der erfolgreichen Integration von Scottish Power ein Rekordergebnis vorweisen können.
Kleinere Energie- und Versorgerwerte würden das Bild auf den hinteren Rängen bestimmen. International Power bringe es auf 4,52% Gewichtung, während der Anteil von Fortum Oyj bei 4,41% liege. Zu den Top 10 des Fonds würden des Weiteren British Energy Group, United Utilities, Energias de Portugal und Eléctricité de France gehören. Insgesamt enthalte der Fonds das "Who is Who" der europäischen Versorger. Entsprechend seien auch die Ausgangsbedingungen für den Fortis-Equity Utilities Europe unverändert positiv.
Die Performance der vergangenen Jahre sei recht erfreulich. So habe es das Fondsmanagement im letzten Jahr geschafft, immerhin im Vergleich zum MSCI Europe (-21,5%) fast ohne Verlust auszukommen. Doch die zweite Jahreshälfte mit den volatilen Börsen habe auch beim Fortis-Equity Utilities Europe ein Minus von 2,5% stehen lassen. In den letzten drei Jahren wiederum habe der Fonds über 60% zugelegt, der Vergleichsindex MSCI Europe nur 9,8%. Noch deutlicher sei der Unterschied auf Sicht der letzten fünf Jahre. Da habe der Fonds mit einem Gewinn von 153% deutlich vor seinem Vergleichsindex gelegen, der es nur auf 52% gebracht habe.
Energie treibe die Wirtschaft an. Insofern seien Versorger- und Energietitel ein Muss in jedem Depot - egal ob der Konjunkturmotor stottere oder nicht. Der Fortis-Equity Utilities Europe sei ein geeignetes Investmentvehikel. Eine gute Performance werde hier mit den Aussichten auf überproportionale Zuwächse kombiniert. Dass dies in den letzten Jahren gelungen sei, zeige auch die Morningstar-Wertung: Die Ratingagentur vergebe immerhin vier Sterne für das Fortis-Produkt, wenngleich es vor einem Jahr noch einen Stern mehr gehabt habe. Langfristig sollte sich der Fonds diesen wieder zurückerobern können.
Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen den Fortis-Equity Utilities Europe. (Fonds Ausgabe 427 vom 19.06.2008) (20.06.2008/fc/a/f)


