Frankfurter Fondshandel Rückkehr der Käufer
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den Verkäufen "auf Teufel komm raus" in der Vorwoche, scheint die derzeitige Devise im Handel mit aktiv verwalteten Fonds das Wiederauffüllen der leergefegten Depots zu sein, so die Deutsche Börse AG.
Diesen Kaufüberhang würden Händler zumindest für europäisch und international orientierte Portfolios registrieren. "Nachdem sich angesichts der Katastrophe in Japan eine gewisse Beruhigung eingestellt hat, wird wieder kräftig gekauft", berichte Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Mit der schwächelnden portugiesischen Finanzkraft sei zwar zwischenzeitlich neues Ungemach aus dem Euroraum gekommen. "Dieses Ereignis hat die Fonds-Anleger jedoch wenig beeindruckt", würden die Baader Bank und ICF Kursmakler einmütig berichten. Ebenfalls "kaum Spuren hinterlassen" hätten die Ergebnisse der Landtagswahlen in Deutschland.
Werte mit japanischem Fokus hätten von dieser Bewegung wenig oder gar nicht profitiert. Vor allem Fonds mit japanischen Aktien befänden sich weiterhin auf der Abgabenliste. Investoren seien aber in dieser Woche auf den Zug der "grünen" Fonds aufgesprungen.
Seien sie in der vergangenen Woche noch massiv abgestoßen worden, so würden europäische und deutsche Aktien in Fonds-Form nun wieder als vielversprechende Anlage gelten. So zumindest deute Deisenroth-Boström den Zick-Zack-Kurs der Anleger. Einen Kaufüberhang beobachte sie etwa für den Fidelity European Growth Fund A (Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR)) und den DWS Deutschland (DWS Deutschland ). Werte mit internationaler Ausrichtung ohne großes Engagement in Japan hätten in dieser Woche ebenfalls überzeugen können. Anleger würden sich zum Beispiel verstärkt den DWS Top Dividende und den Warburg Value Funde (Warburg Value Fund A ) ins Depot legen. "Bei indischen Aktien tut sich derzeit dagegen überhaupt nichts", melde Vanessa Müller-Raidt von ICF Kursmakler.
Von Portfolios mit asiatischem Fokus hätten sich Anleger auch in dieser Woche eher ferngehalten, von japanischen Werten hätten sie sich weiterhin in großem Stil getrennt. "Das Vertrauen in die Berichterstattung über die Auswirkungen des Unglücks im japanischen Atommeiler ist eher gering", vermute Müller-Raidt. Anleger hätten die Aussagen der japanischen Regierung und des betroffenen Energiekonzern mit Skepsis betrachtet. Abgaben hätten ihr zufolge etwa beim Comgest Growth Japan und beim AXA Rosenberg Japan Small Cap Alpha Fund (AXA Rosenberg Japan Small Cap Alpha Fund B) überwogen.
Ebenfalls mit einer Verkaufswelle konfrontiert sehe sich der DWS Japan Opportunities und der Fidelity Japan Advantage Fund (Fidelity Funds - Japan Advantage Fund A (JPY)). Beruhigt habe sich die Situation etwas beim DWS Top 50 Asien . Entgegen den vergangenen Wochen werde dieser Fonds derzeit wieder stärker gesucht.
Auch die Immobilienfonds mit internationaler Ausrichtung hätten sich der japanischen Krise nicht ganz entziehen können. Die Verkaufstendenzen würden Immobilienfonds mit außereuropäischen Beständen treffen, wie der Deka Immobilien Global (Deka-ImmobilienGlobal) sie halte. Ob japanische Objekte im Portfolio seien oder nicht, spiele dabei scheinbar eine untergeordnete Rolle. "Anleger wissen oft nicht genau, wie der Fonds zusammengesetzt ist", glaube Müller-Raidt. Rein vorsorglich, meint die Spezialistin, scheinen sie ihre Anteile deshalb erst einmal zu veräußern, so die Deutsche Börse AG. Das freue die Fonds-Verwalter von europäisch aufgestellten Immobilienfonds wie dem Deka Immobilien Europa (Deka-ImmobilienEuropa). Diese hätten zuletzt wieder Zuspruch erfahren.
Ob Wasserkraft, Sonnen- oder Windenergie, Hersteller von Produkten für die Erzeugung alternativer Energien hätten derzeit Hochkonjunktur. Nun sprängen Müller-Raidt zufolge auch Fonds-Anleger auf diesen Trend auf. Auch die Wasserindustrie sei gefragt. Mit von der Partie seien beispielsweise der SAM Sustainable Water Fund (SAM Sustainable Water Fund B), der Pioneer Funds Global Ecologygy (Pioneer Funds - Global Ecology A EUR (ND)), der BNP Paribas Sustainable Diversified Europe Balanced (BNP PARIBAS L1 Sustainable Diversified Europe Balanced C) sowie der Pictet Water (Pictet - Water-P EUR).
Ein neues Allzeithoch bei Gold und der höchste Silberpreis seit 31 Jahren hätten auch den Minenwerten wieder Auftrieb gegeben. "Vor allem Fonds mit Silberminen haben profitiert", melde Anja Deisenroth-Boström. Nachfrage gebe es etwa für den Stabilitas Silber und Weissmetalle (STABILITAS - SILBER+WEISSMETALLE P). Gesucht sei auch der in US-Dollar notierte BGF World Mining Fund (BGF World Mining Fund A2 USD). (29.03.2011/fc/a/f)


