Frankfurter Fondshandel Spannung liegt in der Luft
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Bei so vielen guten und schlechten Nachrichten in so kurzer Zeit laufen die Drähte im Fondshandel heiß, so die Deutsche Börse AG.
Das Anlegerverhalten habe sich synchron zur allgemeinen Situation an den Märkten gezeigt, erkläre Dirk Schröder von der Baader Bank. "Vergangene Woche gab es eine Verkaufswelle, diese Woche steigen die Anleger wieder ein." Aus den Portfolios geräumt hätten Investoren vor allem europäische Papiere, wie zum Beispiel den Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR) . Auch deutsche Standardwerte seien im großen Stil abgegeben worden, wie beim UniFonds .
Besonders rege gehandelt, allerdings ohne klare Tendenz zu mehr Käufen oder Verkäufen, werde laut Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler der Mischfonds Carmignac Patrimoine A (carmignac patrimoine). Das Papier habe innerhalb der vergangenen Woche um 11 Prozent zugelegt. "Wir hatten dreimal so viel Umsatz wie zuvor", meine der Spezialist.
Die Angst der Anleger vor einem Verfall des Euro sei vergangene Woche mit den Händen zu greifen gewesen, berichte Schröder. Goldaktien böten in dieser Situation einen sicheren Hafen für viele Anleger, die sich die Papiere, entgegen der allgemeinen Verkaufswelle, in die Depots gelegt hätten. Käufe gesehen habe der Spezialist z. B. beim BGF World Gold Fund A2 USD und beim Earth Gold Fund UI .
Der überhitzte chinesische Immobilienmarkt und eine Abschwächung des Wachstums hätten laut Schröder zusätzlich zu den Sorgen um die Schuldenkrise in Europa den chinesischen Aktienmarkt belastet. Die Anleger würden darauf reagieren und ihre Depots räumen. Größere Verkäufe habe es beim in der Pazifik-Region engagierten Fortis L Fund Equity Pacific ex-Japan (FORTIS L FUND Equity Pacific ex-Japan C ) und beim SISF Greater China (SISF Greater China A thesaurierend) gegeben. Letzterer investiere in Aktien von Unternehmen aus der Volksrepublik China, Hongkong und Taiwan.
Getrennt hätten sich die Anleger auch vom Aktienfonds DWS Top 50 Asien . Wöllnitz melde ebenfalls Verkäufe, diesmal bei einem Fonds mit indischen Papieren, dem HSBC GIF Indian Equity AD sowie dem volatilen DWS Russia .
Etwas rosiger sei diese Woche der Handel bei den Asiaten gestartet. Schröder berichte von vorsichtigen Käufen beim Baring Hong Kong China Fund (EUR) und dem Fidelity Funds - China Focus Fund A Acc (EUR) . "Auch hier gilt leider, dass sich die Anleger synchron zum Markt verhalten. Dabei wäre es vielleicht ein günstiger Zeitpunkt einzusteigen", bemerke der Spezialist.
Immobilienfonds hätten es derzeit nicht leicht, die Welle der Schließungen halte weiterhin an. Die aktuell ausgesetzten Kandidaten seien der SEB ImmoInvest P und der KanAm grundinvest-Fonds (KanAm grundinvest Fonds), letzterer in kurzer Zeit zum zweiten Mal.
Laut Wöllnitz habe die Rückgabetendenz, die ja zu den Schließungen führe, seit einer Woche zusätzlichen Schub bekommen: "Ein Gesetzentwurf des Finanzministers sieht vor, den Buchwert der Immobilien bis 2015 schrittweise um 10 Prozent zu verringern. Damit soll die Überbewertung der Bestände korrigiert werden. Die Transaktionen der vergangenen Jahre haben nämlich gezeigt, dass die eingetragenen Werte beim Verkauf nicht zu erzielen sind. Vor allem institutionelle Anleger ziehen ihr Geld ab, Fonds werden geschlossen und Privatanleger müssen mit gewaltigen Abschlägen rechnen." Das beträfe eigentlich alle Immobilienfonds, KanAm und SEB seien nur besonders hart betroffen.
Von Verkäufen berichte der Spezialist auch beim CS Euroreal A EUR : "Wahrscheinlich rechnen die Investoren auch hier mit einer Schließung." (11.05.2010/fc/a/f)


