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aktualisiert: 09.05.2011 13:27

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GESCHLOSSENE FONDS

Sparpläne auf Geschlossene Fonds



Diverse Probleme bei Sparplänen auf Geschlossene Fonds
Immer mehr Anbieter von Geschlossenen Fonds starten mit Sparplanvarianten. Was dahintersteckt und warum es sich für die meisten Anleger nicht lohnt.

von Michael H. Schulz, €uro am Sonntag

Der Absatz dümpelt dahin wie ein schwer beladener Containerfrachter im Hafen. Gerade mal 39 Geschlossene Fonds gingen im ersten Quartal 2011 laut ­Angaben von Feri EuroRating Services an den Start. Gegenüber dem Vorquartal sank damit das von Anlegern investierte Eigenkapital in die Beteiligun­gen um 54 Prozent.

Aus der Absatzflaute wollen sich immer mehr Anbieter von Geschlossen Immobilienfonds, Schiffsbeteiligungen oder Private-Equity-Fonds ausgerechnet mit Sparplänen hinausmanövrieren. Doch Vorsicht, für Anleger lohnt sich das nur in den seltensten Fällen. Sie sollten von manchen Angeboten Abstand nehmen.

Wie bei einem Investmentfonds können Anleger in der Regel nach ­einer Anzahlungssumme monatlich oder quartalsweise ab 50 Euro stückweise einen Bruchteil an einer Sachwertbeteiligung erwerben. Anleger puzzeln sich ihren Mikroanteil an unternehmeri­schen Beteiligungen in Immobilien, Schiffen oder außerbörslichen Firmenbeteiligun­gen zusammen. Sogar die ratenweise Einzahlung per Sparplan in einen Geschlossenen Edelmetallfonds will der Anbieter ­Solit Kapital Anlegern schmackhaft machen. Im Visier haben die Anbieter eher junge Besserverdiener, die noch nicht über das notwendige Vermögen verfügen, um mit großen Summen in Sachwerte zu investieren. Hinter vorgehaltener Hand gibt man aber zu, auch andere Kunden zu umwerben.


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Statistiken sind dabei hilfreich. So ist die durchschnittliche Zeichnungssumme in den unternehmerischen Sachwertbeteiligungen einer Studie von Feri EuroRating Services zufolge von 52.000 Euro im Jahr 2000 auf 24.900 Euro 2010 gesunken. Tendenz weiter sinkend. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung investierte die Gruppe der 61- bis 70-Jährigen 2010 im Schnitt mit 149 Euro noch die höchste Summe in Sachwerte. Bei den unter 50-Jährigen sieht es mau aus (siehe Grafik).

Lassen Sie Sich nicht blenden, ­lautet unser Ratschlag an die Umworbenen. Denn bei den Geschlossene-Fonds-Sparplänen gibt es einen gravierenden Unterschied zu den Sparplänen in Investmentfonds. Während bei Letzteren mit einem gleichbleibenden Betrag jeden Monat zu unterschiedlichen Kursen Anteile erworben werden, geht das bei Geschlossenen Fonds nicht. „Anleger profitieren bei einem Sparplan für Geschlossene Fonds nicht von diesem Durchschnittskosteneffekt, denn die Zielobjekte wie Immobilien und Schiffe haben einen festen Preis“, ­erläutert Frank Schumann, Chef­analyst bei dima24, einer Vertriebsplattform für Geschlossene Fonds.

Statt beim Einstieg auf Raten von schwankenden Kursen zu profitieren, müssen Anleger bei Geschlossenen Fonds über Ansparpläne nicht nur die Kosten des eigentlichen Ziel­objekts zusammensparen, sondern auch die Kosten für den Kredit, der zur Zwischenfinanzierung des Kaufpreises dient.

Eine Variante sind die sogenannten Dachfonds, über die Anleger in mehrere Zielfonds einzahlen und somit das unternehmerische Risiko auf mehrere und verschiedene Sachwerte verteilen können.

So bietet etwa die Deutsche Fonds Holding (DFH) den Ansparplan Concentio an. Anleger investieren über einen Zeitraum von zehn Jahren pro Quartal mindestens 300 Euro in verschiedene Assetklassen wie etwa fest vermietete ­Bestandsimmobilien, Schiff- und Flugzeugbeteiligungen sowie in au­ßer­börs­liche Firmenbeteiligungen. Anbieter BVT bietet mit dem Top-Select Fund IV ab einer Startsumme von 5.000 Euro eine Sparplanvariante ab 100 Euro monat­lich an. Ähnlich wie bei der DFH ­erwerben Anleger Stück für Stück Anteile an Immobilien-, Schiffs- und Private-Equity-Beteiligungen. Beim Anbieter WealthCap können Anleger bei der Beteiligung Sachwerteportfolio 1 ebenfalls eine Vermögens­aufbauvariante wählen: Man zahlt zunächst 40 Prozent der geplanten Summe ein und dann über einen Zeitraum von zwei Jahren monatlich regelmäßige Raten.

Für Steffen Möller, Chefanalyst beim Ratinghaus Scope Analysis, „sind Ansparvarianten nur dann sinnvoll, wenn der Geldfluss vom Anleger zum Fonds und die Investition in Sachwerte nahezu zeitgleich erfolgen“. Besteht eine zu große ­Lücke zwischen dem Zeitpunkt des Einsammelns und der Investition, baut sich ein Investitionsdruck auf. Die Gefahr, zum falschen Zeitpunkt zu investieren, ist daher groß.

Nicht minder gefährlich: Überkreuzen sich Investitions- und Bewirtschaftungsphase bei der monatlichen Einzahlung, gibt es für Initiatoren, die etwas vertuschen wollen, zudem Möglichkeiten, zu tricksen. „Solange der Fonds solvent ist, finden sich zunächst keine Hinweise, ob die Ausschüttungen aus dem operativen Geschäft stammen“, sagt Möller. Und solange das Geld der Anleger nicht im Investitionsgut arbeitet, kann es auch keinen Ertrag erwirtschaften. „Hohe Weichkosten beeinträchtigen den Vermögensaufbau bei Ansparfonds also noch wesentlich stärker als bei Fonds mit Einmal­anlage“, erklärt Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender des Anbieters Flex Fonds Capital.

Beim Schiffs-Aufbauplan 10 des börsennotierten Initiators HCI beispielsweise beträgt die Differenz bei den anfänglichen Fonds- und Nebenkosten gegenüber der Einmal­anlage zwei Prozentpunkte, gerechnet auf das investierte Kapital. HCI begründet die höheren Kosten beim Aufbauplan mit dem erhöhten Managementaufwand auf Ebene des Dachfonds. Die höheren Dachfondskosten können Anleger allerdings durch Sonderzahlungen teilweise wettmachen.

Wem finanziell zwischendurch die Puste ausgeht, der kann letztlich auch nicht einfach aussteigen. Zweitmarktfähig sind die Anteile nicht. Letztlich ist die Rücknahme der Anteile eine Frage der Kulanz. Bei DCM gibt es eine Härtefallklausel bei Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit. Auch BVT bietet im Fall von Arbeitslosigkeit, Scheidung und Sterbefall eine Ausstiegsmöglichkeit.

Kleines Kopfgeld für Sachwerte (pdf)

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum

Kommentare zu diesem Artikel

hkoppermann schrieb:
16.05.2011 14:50:25

Es wäre für Leser förderlich, wenn der Autor eine etwas differenzierte Betrachtung von
geschlossenen Beteiligungen vornehmen würde. Schiffonds und Immobilienfonds haben evt. zu hohe Kosten zum Ertrag.
Private Equity und Real Equity
haben jedoch eine zweistellige
Renditeerwartungen.

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