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30.12.2005 14:32

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Graham French und Aled Smith: Die "Welt-Stars" von M&G Investments


Neue globale Anlageziele 2006? Fehlanzeige, sagen Graham French (Bild) und Aled Smith, seit Jahren zwei der besten Fondsmanager für globale Aktienfonds. Wie sie ihre Investments finden, verrieten French und Smith gegenüber FundResearch.

Geballte Wissenschaftlichkeit und Spitzenanalysten

Wenn es um die Rendite geht, scheuen sie keine Mühe. Tausende von Flugmeilen legen Graham French und Aled Smith pro Jahr zurück. Denn nur, wenn die beiden Fondsmanager der Gesellschaft M&G Investments die Chefs der Unternehmen kennengelernt und die Produktionsstätten persönlich inspiziert haben, können sie die Geschäftspläne einer Firma verstehen und beurteilen. Und erst dann entscheiden sie, ob die Aktie ein Kauf ist oder ob sie lieber die Finger davon lassen.

Die intensive Recherche ist aber nicht der einzige Grund, warum ihre beiden Fonds M&G Global Basics (ISIN: GB 003 093 267 6) und M&G Global Leaders (ISIN: GB 003 093 449 0) an der Spitze der weltweiten Top-Fonds rangieren. Die beiden bringen geballte Wissenschaftlichkeit in die Investmentwelt ein und versammeln um sich Spitzenanalysten. Zweifel, ob sie ihre Erfolge kontinuierlich fortsetzen können, haben sie deshalb nicht.


"Rohstoffaktien werden weiterlaufen"

FundResearch: Mr. French, Sie haben die Rohstoff-Hausse früh erkannt. Hält sie an oder zeichnet sich 2006 ein neuer Trend ab?

Graham French: Der neue Trend ist schon da. Er ist nicht spektakulär. Die Gewinner an der Börse sind die Unternehmen, die solide Bilanzen vorweisen und vernünftig expandieren. Aus diesem Grund, und nicht nur weil die Nachfrage aus China hoch bleibt, werden auch Rohstoffaktien weiterlaufen. Die Unternehmen verschwenden kein Geld mehr, ihr eingesetztes Kapital verzinst sich so gut wie nie zuvor.

FundResearch: Sie haben Geographie studiert. Ein Vorteil für Ihren Job?

French: Sicher. Ich habe mich mit Bodenschätzen beschäftigt und weiß, wie sehr der Besitz oder das Fehlen von Öl, Eisenerz, Platin oder Kupfer die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes entscheidet.

"Ohne unsere Analysten wären wir nie so gut"

FundResearch: Und was, Mr. Smith, hat Sie bewogen, in die Investmentwelt einzusteigen?

Aled Smith: Als Kind habe ich mich ständig mit Puzzles beschäftigt. Auch als Fondsmanager muß ich kleine Teile beziehungsweise Informationen zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Jedes Unternehmen, das ich nicht kenne, ist zunächst einmal ein Rätsel. Erst wenn ich die Details bewertet habe, kann ich es lösen und entscheiden, ob sich ein Investment lohnt.

FundResearch: Sie haben Mathematik studiert. Wie nutzen Sie diese Kenntnisse als Fondsmanager?

Smith: Sie helfen mir, den Analyseprozeß zu optimieren. Zudem kann ich meine Schlußfolgerungen stets auf Plausibilität überprüfen.

FundResearch: Ist Ihre spezielle wissenschaftliche Ausbildung der Grund dafür, daß Sie bei global anlegenden Fonds schon seit Jahren an der Spitze rangieren?

Smith: Nur zum Teil. Ohne unsere Analysten wären wir nie so gut.

"Ich darf ich mich nicht blamieren"

FundResearch: Der Templeton Growth oder der DWS Vermögensbildungsfonds I verfügen auch über Experten. Sie liegen aber in der Wertentwicklung zurück. Sind Ihre Teams besser?

French: Wir suchen und bilden unsere Analysten selbst aus. Sie müssen zu uns passen, wir müssen eine Sprache sprechen. Natürlich motiviert uns auch die Tatsache, daß wir und unsere Analysten am Gewinn beteiligt sind.

FundResearch: Sind Sie mit Ihrem eigenen Geld am Fonds beteiligt?

French: Nicht nur ich, sondern auch meine Mutter und meine Verwandten haben Fondsanteile gekauft. Da darf ich mich natürlich nicht blamieren.

"Sie finden in unseren Portfolios nur sechs identische Titel"

FundResearch: Die beiden Fonds liegen gemessen an der Wertentwicklung fast gleich auf. Haben Sie dieselben Aktien im Depot, verfolgen Sie den gleichen Anlagestil?

Smith: Sie finden in unseren Portfolios nur sechs identische Titel. Auch in der Arbeitsweise unterscheiden wir uns. Graham ist mehr der Künstler, der durch Lesen, Reisen, Beobachten und Reflektieren Entwicklungen früher kommen sieht als andere. Es ist seiner Initiative zu verdanken, daß vor fünf Jahren der Global Basics aufgelegt wurde – zu einer Zeit, wo viele den Zusammenhang zwischen Chinas Aufstieg und seinem Rohstoffhunger noch nicht herstellten.

French: Aled ist der hartarbeitende Wissenschaftler, der ständig seine Modelle und Charts überprüft.

FundResearch: Beide suchen Sie aber den direkten Kontakt zu den Firmenchefs. Mr. French, Sie reisen sogar nach Ghana und besuchen die Mine von Ashanti Goldfields, um sich ein Bild zu machen. Wie stellen Sie sicher, daß Sie bei Ihren Gesprächen mit den Managern kursrelevante Informationen erhalten?

French: Unsere Analysten und wir haben uns von Englands bestem Journalisten beraten lassen. Er zeigte uns, wie man auf Zwischentöne achtet und Kontrollfragen stellt. Und wir haken natürlich bei Kunden oder Zulieferern nach.

"Chefs sind darauf trainiert, Problemfelder geschickt zu umgehen"

FundResearch: Werden Sie oft angelogen?

French: Nicht direkt. Doch besonders die Chefs von großen Unternehmen sind darauf trainiert, Problemfelder geschickt zu umgehen.

FundResearch: Stehen die Chefs Ihnen manchmal reserviert gegenüber?

Smith: Zunächst schon. Aber eine Vertrauensbasis ist vor allem bei den Managern von kleinen und mittleren Unternehmen schnell hergestellt. Wir kritisieren nicht ihre Entscheidungen. Wir zeigen, daß wir als Investoren ein langfristiges Interesse an der positiven Entwicklung der Firma haben und nicht wie manche Hedgefonds aus der Zerschlagung des Unternehmens Gewinn ziehen wollen.

"Ich kaufe, weil mich die Aussichten der Unternehmen überzeugen"

FundResearch: In erster Linie interessiert Sie das Unternehmen, makroökonomische Entwicklungen beachten Sie nur wenig. Sie investieren aber auch in den kasachischen Ölwert Petro Kazakhastan. Stört Sie das politische Risiko nicht?

Smith: Doch. Aber angesichts einer günstigen Bewertung, eines kanadischen Managements und der Tatsache, daß es die Firma nur drei Dollar pro Barrel kostet, das Öl aus dem Boden zu ziehen, und zwölf Dollar, es zu transportieren, hielt ich die Gefahr durch mögliche staatliche Interventionen für vertretbar. Inzwischen habe ich mich von dem Wert getrennt. Die Aktie hat seitdem weiter zugelegt. Doch wenn ein Titel mein Kursziel erreicht, verkaufe ich konsequent. Bei einem weiteren Engagement wäre ich ein unvertretbares Risiko eingegangen.

FundResearch: Wird sich der Anteil der Schwellenländer in Ihren Fonds künftig erhöhen?

Smith: Ich denke schon. Ich gehöre aber nicht zu den Investoren, die auf der Suche nach Rendite die Emerging Markets generell interessant finden. Ich kaufe nicht, weil ich eine liquiditätsgetriebene Rally erwarte, sondern weil mich die Aussichten der Unternehmen überzeugen. Der Löwenanteil entfällt aber immer noch auf Firmen, die in den etablierten Märkten ihr Geld verdienen.



M&G Global Basics

In fünf Jahren an die Spitze
Seit fünf Jahren ist der M&G Global Basics nun auf dem Markt. In diesem Zeitraum ist es Manager Graham French gelungen, den weltweit anlegenden Fonds an die Spitze in seiner Kategorie zu führen. Frenchs Strategie ist einfach: Er investiert in Unternehmen der Grundindustrien. Anders gesagt, in alles, "was man essen, trinken, tragen und fahren kann".

Anlageschwerpunkte
Fondsmanager Graham French hat schon frühzeitig den großen Einfluß der aufstrebenden Wirtschaftsnation China auf den globalen Aktienmarkt erkannt. Vor allem der wachsende Rohstoffhunger des Milliardenreichs hat er bei der Auswahl attraktiver Unternehmen ins Kalkül gezogen. Kein Wunder, daß Rohstoff- und Grundstoffunternehmen mit einem Anteil von rund 50 Prozent seinen Fonds dominieren. Auch bei der Länderverteilung macht sich diese Ausrichtung bemerkbar. Ob die USA, Australien oder Großbritannien – Länder mit starken Rohstoffunternehmen sind dominant vertreten.

FondsNote: 1

Wertentwicklung seit (in %)
1.1.2005: 42,3
1.1.2004: 76,1
3 Jahren: 105,3
5 Jahren: 75,5

Top-Werte (Branche/Land): Anteil am Fonds (in %)
1. Rio Tinto (Rohstoffe/UK): 4,1
2. Peabody Energy (Energie/USA): 3,7
3. Consol Energy (Energie/USA): 3,7
4. P&O (Transport/UK): 3,4
5. Total (Energie/ Frankreich): 3,3



M&G Global Leaders Fund

Nur die Besten in das Portfolio
Das Anlageziel von Fondsmanager Aled Smith ist so eindeutig wie anspruchsvoll formuliert: Nur international führende Unternehmen, die unterbewertet sind, sollen im M&G Global Leaders zu finden sein. Die Einzeltitelauswahl steht daher klar im Vordergrund. So versucht StockPicker Smith mit Hilfe seines Teams, die besten Aktien aller Branchen, Länder und Größenklassen herauszusuchen. Sektor-, Länder- oder Währungsallokation spielen dagegen keine Rolle. Und die Strategie geht auf. In den vergangenen drei Jahren kam der Fonds auf ein Plus von über 77 Prozent.

Anlageschwerpunkte
Auch bei Aled Smith dominieren Werte aus dem Rohstoff-und Grundstoffsektor, die zusammen knapp 35 Prozent des Fonds ausmachen. Danach folgen der Dienstleistungs- und der Finanzsektor. Bei der Ländergewichtung, die sich wie die Branchenaufteilung durch die Einzeltitelauswahl ergibt, sind im Gegensatz zum Kollegen French auch rohstoffärmere Nationen weit vorn zu finden. Nach den USA folgen Japan und Deutschland auf den Plätzen.

FondsNote: 2

Wertentwicklung seit (in %)
1.1.2005: 39,0
1.1.2004: 59,1
3 Jahren: 65,6

Top-Werte (Branche/Land): Anteil am Fonds (in %)
1. Toyota (Autoproduzent/Japan): 2,4
2. Repsol YPF (Energie/Spanien): 2,3
3. Japan Tabacco (Konsumgüter/Japan): 2,2
4. Encana (Energie/Kanada): 2,2
5. Buzzi Unicem (Baustoffhersteller/Italien): 2,2


Quelle: M&G Investments, FINANZEN Fund Analyzer

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