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19.01.2012 10:54

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Herabstufungen durch S&P stellen keine Überraschung dar


Vor kurzem hat die Ratingagentur S&P ihre Ratings für mehrere Länder des Euroraums, u.a. Frankreich, herabgesetzt. Da dieser Schritt an den Märkten bereits eingepreist war, ändert sich nichts an der Einschätzung des Core Fixed Income-Teams von ING Investment zu Euro-Staatsanleihen.

Von Erwin Houkes, Portfolio Specialist Core Fixed Income

Was ist passiert?
Am vergangenen Freitag, dem 13. Januar, senkte S&P die Ratings für neun Länder des Euroraums. Die Langfristratings für Italien, Spanien, Portugal und Zypern wurden jeweils um zwei Stufen und diejenigen für Frankreich, Österreich, die Slowakische Repulik, Slowenien und Malta um jeweils eine Stufe zurückgestuft. Dies war insofern nicht überraschend, als S&P die entsprechenden Länder bereits Anfang Dezember 2011 auf seine Watchliste gesetzt hatte. Der Markt verlangte bereits relativ hohe Risikoaufschläge für Anleihen dieser Länder, und wir können angesichts der begrenzten Marktreaktion davon ausgehen, dass die Herabstufungen eingepreist waren.
 
Positiv ist zu vermerken, dass die Ratings für sieben Länder trotz der Warnung vor einer Herabstufung im Dezember unverändert blieben. Die Ratings für Deutschland, die Niederlande, Belgien, Irland, Finnland, Estland und Luxemburg sind noch dieselben wie zuvor.
 
Welche Auswirkungen haben die Ratingherabstufungen von S&P auf die Einschätzungen und die Strategien des Core Fixed Income-Teams von ING IM?
 
Die Einschätzungen des Core Fixed Income-Teams von ING Investment Management zu Euro-Staatsanleihen haben sich aufgrund der Ratingherabstufungen durch S&P nicht geändert, weil diese Schritte bereits eingepreist waren. Bei den Core Fixed Income-Strategien setzen wir weiterhin auf Flattener für Frankreich und Italien (2-jährige Duration unter- und 10-jährige Duration übergewichten) und auf Steepener für Deutschland. Diese Positionierung ist auf Sicherheit ausgelegt und sollte die Performance stützen, wenn sich die Lage verschärft. In Bezug auf andere Euro-Staatsanleihen bleiben wir bei unserer neutralen Position.
 
Wir bleiben aus den folgenden Gründen vorsichtig:

  • Rezession in Europa: Die führenden Politiker in Europa konzentrieren sich derzeit auf staatliche Sparmaßnahmen, was das Wachstum dämpft. Der Euroraum benötigt jedoch dringend Wirtschaftswachstum,, um die Krise durch Wachstum überwinden zu können.
  • Das Volumen der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ist immer noch zu gering, um den Märkten Vertrauen einzuflößen.
  • Es wurde immer noch keine Entscheidung über eine Umschuldung von Griechenlands Staatsschulden getroffen. Am 20. März 2012 wird ein umfangreiches Volumen an griechischen Staatsanleihen fällig.
  • Die EZB stellt inzwischen Liquidität für die Banken bereit, die zum Teil zum Kauf von Euro-Staatsanleihen verwendet wird. Aber die EZB hat immer noch nicht klargestellt, ob sie im großen Stil Staatsanleihen kaufen will, um das Vertrauen an den Märkten wieder herzustellen.

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