14.11.2012 18:00
Bewerten
 (0)

Handel bringt die bessere Rendite

Immobilien: Handel bringt die bessere Rendite | Nachricht | finanzen.net
Dirk Hasselbring, Hamburg Trust Grundvermögen
Immobilien

Die ungebremste Kauflust der Deutschen und ein Mangel an geeigneten Investitionsobjekten, beispielsweise Shoppingcentern, machen Einzelhandelsimmobilien bei Anlegern ­derzeit überaus beliebt.

€uro am Sonntag

von Dirk Hasselbring, Gastautor von Euro am Sonntag

Die Staatsschulden- und Eurokrise scheint die Kauflust der Deutschen derzeit kaum zu hemmen. Laut Branchenverband des Einzelhandels HDE wuchs der Umsatz im deutschen Einzelhandel im ersten Halbjahr 2012 um 2,6 Prozent. Auch die jüngsten Erhebungen des Marktforschers GfK belegen, dass sich das Konsumklima in Deutschland auf konstant hohem Niveau bewegt. Von dieser Entwicklung profitiert neben dem Handel selbst auch der Markt für Einzelhandelsimmobilien.

Marktbeobachtern zufolge investierten ins­titutionelle und private Anleger 2011 knapp elf Milliarden Euro in Einzelhandelsobjekte. Zwar bleibt der Investmentumsatz 2012 wohl deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Das ist jedoch keineswegs auf eine nachlassende Attraktivität dieses Segments zurückzuführen, sondern vielmehr auf ein schwindendes Angebot der begehrten Objekte — besonders bei Shoppingcentern. Das Interesse an Einzelhandelsobjekten bleibt groß, wie eine Erhebung des Beratungsunternehmens Ernst & Young Real Estate für die Anlegergruppe der Versicherungen bestätigt. Ein Grund liegt in der vergleichsweise hohen und gegenüber Büroimmobilien weniger volatilen Rendite: Mit Handelsobjekten konnten Investoren laut dem Deutschen Immobilien Index (DIX) in den vergangenen drei Jahren einen Total Return von 4,7 Prozent erzielen. Bei Bürogebäuden lag er bei nur 2,9 Prozent.

Vor allem die Mietvertragsgestaltung bei Einzelhandelsimmobilien kommt Eigentümern beziehungsweise Anlegern zugute, denn sie sorgt für einen stabilen Cashflow und damit für eine verhältnismäßig hohe ­Prognosesicherheit. Eine Studie der IPD Investment Property Databank bestätigt, dass Handelsmietverträge eine deutlich längere Laufzeit aufweisen als Büromietverträge.

Hinzu kommt: Die Verträge mit Einzelhandelsmietern sind häufig an die Inflation gekoppelt. Das heißt, mit steigender Teuerungsrate steigt die Miete je nach Grad der Indexierung — und damit die Einnahmen des Eigentümers.

Ein weiterer Vorteil besonders bei Shoppingcentern: Die in der Regel mehr als 100 Mieter reduzieren das Mietausfallrisiko deutlich. Denn ein einzelner Mietausfall fällt hier weniger stark ins Gewicht als bei einem Objekt, in dem es nur einen oder wenige Mieter gibt.

Privatanleger profitieren über
Geschlossene Immobilienfonds

Damit auch Privatanleger von den Vorzügen der Assetklasse Shoppingcenter profitieren können, bieten sich Beteiligungen an Geschlossenen Immobilienfonds an. Bei der Auswahl eines Anbieters ist neben einem leistungsfähigen Assetmanagement ein guter Marktzugang des Fondsanbieters erfolgsentscheidend. Denn aufgrund der hohen Nachfrage wird es besonders in den Metropolen immer schwieriger, Objekte zu Preisen zu erwerben, die attraktive Anfangsrenditen erlauben. Immer mehr Investoren weichen daher folgerichtig auf Oberzentren aus, die ebenfalls interessante Investments ermög­lichen. Besondere Aufmerksamkeit sollte bei der Objektauswahl der Analyse der Wirtschaftskraft in der betreffenden Lage sowie der Mikrolage zukommen.

Der Erwerb eines Shoppingcenters zu einem angemessenen Kaufpreis ist jedoch nur die erste Hürde. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, das Einkaufszentrum so zu managen, dass die prognostizierten Ausschüttungen aus der Bewirtschaftung auch geleistet werden können. Essenziell ist beispielsweise, dass es dem Assetmanager gelingt, leer stehende Flächen zu vermieten und einen geeigneten Mietermix zu finden, der viele Kunden anlockt. Bei der Fondsauswahl sollten Anleger entsprechend darauf achten, dass der Vermögensverwalter seine Leistungs­fähigkeit bereits unter Beweis gestellt hat.

Großen Wert sollten Investoren zudem auf ein transparentes Gebührenmodell legen. Nicht selten strichen Assetmanager in der Vergangenheit Vergütungen ein, ohne die prognostizierten Ausschüttungen für die Anleger erzielt zu haben. Zielführend und im Interesse beider Seiten ist es daher, die Vergütung erfolgsabhängig zu gestalten. Erhält der Vermögensverwalter seine Vergütung erst bei entsprechender Performance, hat er einen Anreiz, die Prognosen zu erreichen oder sogar noch zu übertreffen.
Nur wenn Anleger und Assetmanager aufgrund eines erfolgsabhängigen Vergütungsmodells sozusagen in einem Boot sitzen, herrscht wirkliche Interessengleichheit.

zur Person:

Dirk Hasselbring, Vorsitzender der
Geschäftsführung der Hamburg Trust Grundvermögen und Anlage GmbH

Dirk Hasselbring ist seit 2011 CEO der Hamburg Trust. Seit 2009 war er Geschäftsführer und Gründungsmitglied der Cornerstone Group, ­Sydney. Zuvor war er von 2005 bis 2009 bei der GPT Group, Sydney, als Investmentmanager tätig und in dieser Funktion Mitglied des Aufsichtsrats der Hamburg Trust.
Die Hamburg Trust Grundvermögen und ­Anlage GmbH ist ein ­Spezialist für Immobilieninvestments und bietet neben Investoren­betreuung sowie Asset-Management Geschlossene Immobilienfonds für private sowie Spezialfonds für institutionelle Investoren an.

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX etwas leichter zum Start erwartet -- Asiens Börsen uneinheitlich -- IBM erneut mit weniger Umsatz -- Postbank sieht Chancen auf IPO -- Yellen sieht US-Geldpolitik auf Kurs

Deutsche Top-Manager warnen Trump vor Strafzöllen und Abschottung. American Express verdient deutlich weniger. Chinas Wachstum fällt auf niedrigsten Stand seit 1990. Winterkorn bleibt dabei: Von Betrug bei VW nichts gewusst.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
BASF BASF11
Commerzbank CBK100
Bayer BAY001
Nordex AG A0D655
E.ON SE ENAG99
Apple Inc. 865985
Allianz 840400
Netflix Inc. 552484
Deutsche Telekom AG 555750
K+S AG KSAG88
Tesla A1CX3T
Siemens AG 723610