16.01.2013 08:34
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Immofonds mit Milliardeninvestitionen 2012

Offene Immobilienfonds haben im vergangenen Jahr über vier Milliarden Euro investiert. Wertentwicklung war verhalten.

Das Jahr 2012 war im Allgemeinen kein gutes Jahr für Offene Immobilienfonds. Viele Produkte mussten den Weg in die Liquidation antreten. Jedoch nicht alle Immofonds befinden sich in der Krise. Einige konnten 2012 erhebliche Investitionen tätigen. Andere zogen ihre Portfolien glatt. Nach Berechnungen des Analysehauses Scope haben die deutschen Offenen Immobilienfonds trotz Branchenkrise im vergangenen Jahr 38 Immobilien im Wert von 4,5 Milliarden Euro erworben.

Ein Offener Immobilienfonds hat hingegen keinerlei Investitionen getätigt und verzeichnete als einziger Mittelabflüsse: Bis Oktober 2012 zogen Anleger 566 Millionen Euro aus dem hausInvest (ISIN: DE0009807016) der Investmentgesellschaft Commerz Real ab. Anlass zur Sorge biete dies aber keineswegs: „Die Mittelabflüsse ermöglichten es uns, leichte Übergewichtungen in unserem Portfolio abzubauen“, erläutert ein Commerz-Real-Sprecher gegenüber FundResearch. „Insgesamt sind wir gut durch das letzte Jahr gekommen.“ Der hausInvest verzeichnete 2012 eine Wertsteigerung von 2,49 Prozent. Verwaltet wird  9,32 Milliarden Euro starke Fonds von Mario Schüttauf. Die Dreijahresperformance zeigt ein sehr ordentliches Plus von 8,59 Prozent. Mit 23,5 Prozent investiert Schüttauf fast ein Viertel des Fondsvolumens in Objekte in Frankreich. Auf Großbritannien entfallen 18,5 Prozent und auf Deutschland 17,6 Prozent. Besonders interessant: Der hausInvest trägt das Scope-Rating „A“ und kann auch von unabhängigen  Beratern eingesetzt werden, wird also nicht primär über Sparkassen oder Raiffeisenbanken vertrieben. Zudem lieferte er in den vergangenen zwei „Krisen“-Jahren ausgewogene gute Halbjahres-Ergebnisse (siehe Chart).

Am kräftigsten kaufte das Management-Team des UniImmo:Deutschland (ISIN: DE0009805507) ein.  Sie erwarben zehn Immobilien im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro. Insgesamt verfügt der Fonds von Union Investment Real Estate über ein Volumen von 7,85 Milliarden Euro. Die Wertsteigerung im Jahr 2012 lag bei 2,64 Prozent. Für die vergangenen drei Jahre steht ein Plus von 7,09 Prozent. Die Fondsmanager investieren 61,2 Prozent des Fondvolumens in deutsche Immobilien (Stand: 30. November 2012). Die restlichen 38,8 Prozent verteilen sich auf die Europäische Union. Dabei setzen sie mit 45,3 Prozent hauptsächlich auf Bürogebäude. Einzelhandelsimmobilien machen 37,2 Prozent des Portfolios aus. Nach Angaben von Union Investment Real Estate hat der Fonds ein geringes Risiko und eigne sich für Investoren mit einem Anlagehorizont von fünf Jahren und mehr.

Die zweitstärksten Investitionen tätigte das Management-Team des Deka-Immobilien Europa (ISIN: DE0009809566). Die Scope-Analysten beziffern den Wert der sieben erworbenen Immobilien 2012 auf rund eine Milliarde Euro. Die Wertentwicklung des Fonds liegt mit 2,58 Prozent leicht unter der des UniImmo:Deutschland. In den vergangenen drei Jahren performte der Deka-Fonds mit 8,05 Prozent jedoch besser. 37,8 Prozent des fast zwölf Milliarden Euro starken Fondsvolumens entfallen auf Immobilien in Deutschland (Stand: 30. November 2012). In Frankreich investiert das Team 17,3 Prozent und in Großbritannien 11,2 Prozent. Deka-Angaben zufolge eignet sich der Fonds insbesondere für mittel- bis langfristig orientierte Einmalanlagen, aber auch als Sparplan.

Der grundbesitz europa, der WestInvest InterSelect und der UniImmo:Europa investierten 2012 jeweils ein Volumen von über 500 Millionen Euro.

Der grundbesitz europa (ISIN: DE0009807008), ein Produkt der DWS-Tochter RREEF Investment, konnte seinen Wert im vergangenen Jahr um 2,89 Prozent steigern. Das Volumen, das Fondsmanager Bernd Ebert verwaltet, beträgt 3,58 Milliarden Euro. Die Dreijahresperformance zeigt ein Plus von 9,87 Prozent. Mit 30,2 Prozent investiert Ebert verstärkt in Großbritannien (Stand: 30. November 2012). Auf Immobilien in Frankreich entfallen 20,9 Prozent des Fondsvolumens und auf deutsche 15,6 Prozent. Der Londoner Tower Place ist mit neun Prozent die Top-Immobilie im Portfolio. Das Koblenzer Forum Mittelrhein rangiert mit 3,8 Prozent auf Rang acht.

Der WestInvest InterSelect (ISIN: DE0009801423), verwaltet von der DekaBank, erreichte 2012 ein Plus von nur 1,83 Prozent. Fondsmanager Holger Schmidt verwaltet mit 4,93 Milliarden Euro ein vergleichsweise kleines Fondsvolumen. Auch das Dreijahresplus von 5,33 Prozent ist vergleichsweise gering. Positiv ist die Gesamtgebühr: Mit 0,57 Prozent ist sie die günstigste unter den Offenen Immobilienfonds. 42,2 Prozent investiert Schmidt in Deutschland (Stand: 30. November 2012). Frankreich (14,7 Prozent) und die Niederlande (10,0 Prozent) folgen dahinter. Nach Angaben der DekaBank eignet sich das Produkt für mittel-bis langfristige Einmalanlagen.

Der UniImmo:Europa (ISIN: DE0009805515), ebenfalls von Union Investment Real Estate, kam im vergangenen Jahr auf ein Plus von 2,41 Prozent. Über den Zeitraum von drei Jahren erreichte der Fonds 7,16 Prozent. Das Fondsmanagement-Team verwaltet ein Volumen von 8,18 Milliarden Euro. Bei ihren Investitionen setzen die Manager mit 30,6 Prozent insbesondere auf Deutschland (stand: 30. September 2012). Obwohl ein Europa-Fonds, sind die USA mit 18,2 Prozent allokiert. Das ist auch den Analysten von Scope aufgefallen: „Nach Jahren der Abwesenheit investierten die KAGen wieder in der neuen Welt.“ Für 350 Millionen Euro erwarb der UniImmo:Europa ein 33-stöckiges Hochhaus im Financial District von San Francisco. In französische Immobilien investieren die Fondsmanager 15,6 Prozent des Fondsvolumens.

Offene Immofonds 2012: Trotz Branchenkrise erzielen einige Fonds Gewinne

Quelle: FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)

(PD)

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