Indien: Ende des Höhenflugs?
"Wir müssen die Inflation in den Griff bekommen"
Indiens Staatspräsident ist besorgt: "Wir müssen die Inflation in den Griff bekommen, ansonsten geht der Wirtschaftsaufschwung an den 260 Millionen Armen vorbei", sagte Abdul Kalam am Freitag anlässlich der Eröffnung der parlamentarischen Haushaltsdebatte. Die mahnenden Worte des Staats-Chefs kommen zur rechten Zeit. Bei einem Wachstum von mehr als neun Prozent droht die Preisentwicklung aus dem Ruder zu laufen. Jüngsten Zahlen zufolge ist die Inflationsrate auf über 6,7 Prozent gestiegen – das sind zwei Prozentpunkte über dem Zielwert.
In Delhi ist man sich der kritischen Lage bewusst. Schließlich kosteten Preissteigerungen – vor allem bei Grundnahrungsmitteln – in der Vergangenheit so manchem Premierminister sein Amt. Doch bislang scheinen die Dämpfungsmaßnahmen nicht zu fruchten, obwohl die Zinsen angehoben wurden und die Banken ihre Mindestreservebestände erhöhen mussten.
Der indische Leitindex rutscht ins Minus
Nun fürchten die Anleger, dass die Regierung und die Zentralbank ihren Kampf gegen die Preishydra intensivieren werden. Denn Indiens Arbeitnehmer können 2007 mit realen Lohnzuwächsen von über sieben Prozent rechnen – eine der höchsten Steigerungen weltweit.
Weitere Anti-Inflationsmaßnahmen aber dürften die Gewinnaussichten der Unternehmen eintrüben, also verkauften Investoren in der vergangenen Woche im großen Stil. Die Börse in Bombay gab über fünf Prozent ab. Der höchste Wochenverlust seit sieben Monaten sorgte dafür, dass der indische Leitindex erstmals seit Jahresanfang ins Minus rutschte.
Indische Aktien sind sehr hoch bewertet
Vor allem Immobilienaktien zählten zu den Verlierern. Der größte Projektentwickler des Landes, DLF, erwägt nun, den für das erste Quartal 2007 geplanten Börsengang zu verschieben.
Noch ist nicht abzusehen, ob der Kursrutsch in Indien in eine längere Talfahrt übergehen wird. In der Vergangenheit hat sich die Börse nach Rückschlägen zwar immer wieder kräftig erholt. Doch inzwischen ist der Markt sehr hoch bewertet. Auf keinen Fall sollten Anleger jetzt nachkaufen oder gar den Neueinstieg wagen. Der Zenit des Börsen-Booms könnte erreicht zu sein.
Indien-Fonds*
Fonds: Performance seit 1.1.2007 (in %)
1. Osprey Indien Inside B: 6.3
2. ACM India Liberalisation A: 5.8
3. Franklin India A acc €: 2.5
4. Atlantis India Opportunities: 2.4
5. Comgest Growth India: 1.6
6. AIG India Equity A: 1.4
7. CAF India C: 0.9
8. Fidelity India Focus A EUR: 0.2
9. Morgan St. Indian Equity USD A: -0.6
10. Parvest India C: -0.8
11. Merrill L. India A2 EUR: -1.4
12. ABN India Equity A: -1.8
13. DWS India: -2.4
14. Danske India A: -2.5
15. JF India A (dist) USD: -2.5
16. HSBC GIF Indian Equity AD: -3.7
17. PF (Lux) Indian Equities-P: -3.9
18. INVESCO India Equity Fund A: -4.2
19. Magna India Fund A: -5.4
Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 16.02.2007.
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Indien
www.india.gov.in
www.bseindia.com
Indiens Staatspräsident ist besorgt: "Wir müssen die Inflation in den Griff bekommen, ansonsten geht der Wirtschaftsaufschwung an den 260 Millionen Armen vorbei", sagte Abdul Kalam am Freitag anlässlich der Eröffnung der parlamentarischen Haushaltsdebatte. Die mahnenden Worte des Staats-Chefs kommen zur rechten Zeit. Bei einem Wachstum von mehr als neun Prozent droht die Preisentwicklung aus dem Ruder zu laufen. Jüngsten Zahlen zufolge ist die Inflationsrate auf über 6,7 Prozent gestiegen – das sind zwei Prozentpunkte über dem Zielwert.
In Delhi ist man sich der kritischen Lage bewusst. Schließlich kosteten Preissteigerungen – vor allem bei Grundnahrungsmitteln – in der Vergangenheit so manchem Premierminister sein Amt. Doch bislang scheinen die Dämpfungsmaßnahmen nicht zu fruchten, obwohl die Zinsen angehoben wurden und die Banken ihre Mindestreservebestände erhöhen mussten.
Der indische Leitindex rutscht ins Minus
Nun fürchten die Anleger, dass die Regierung und die Zentralbank ihren Kampf gegen die Preishydra intensivieren werden. Denn Indiens Arbeitnehmer können 2007 mit realen Lohnzuwächsen von über sieben Prozent rechnen – eine der höchsten Steigerungen weltweit.
Weitere Anti-Inflationsmaßnahmen aber dürften die Gewinnaussichten der Unternehmen eintrüben, also verkauften Investoren in der vergangenen Woche im großen Stil. Die Börse in Bombay gab über fünf Prozent ab. Der höchste Wochenverlust seit sieben Monaten sorgte dafür, dass der indische Leitindex erstmals seit Jahresanfang ins Minus rutschte.
Indische Aktien sind sehr hoch bewertet
Vor allem Immobilienaktien zählten zu den Verlierern. Der größte Projektentwickler des Landes, DLF, erwägt nun, den für das erste Quartal 2007 geplanten Börsengang zu verschieben.
Noch ist nicht abzusehen, ob der Kursrutsch in Indien in eine längere Talfahrt übergehen wird. In der Vergangenheit hat sich die Börse nach Rückschlägen zwar immer wieder kräftig erholt. Doch inzwischen ist der Markt sehr hoch bewertet. Auf keinen Fall sollten Anleger jetzt nachkaufen oder gar den Neueinstieg wagen. Der Zenit des Börsen-Booms könnte erreicht zu sein.
Indien-Fonds*
Fonds: Performance seit 1.1.2007 (in %)
1. Osprey Indien Inside B: 6.3
2. ACM India Liberalisation A: 5.8
3. Franklin India A acc €: 2.5
4. Atlantis India Opportunities: 2.4
5. Comgest Growth India: 1.6
6. AIG India Equity A: 1.4
7. CAF India C: 0.9
8. Fidelity India Focus A EUR: 0.2
9. Morgan St. Indian Equity USD A: -0.6
10. Parvest India C: -0.8
11. Merrill L. India A2 EUR: -1.4
12. ABN India Equity A: -1.8
13. DWS India: -2.4
14. Danske India A: -2.5
15. JF India A (dist) USD: -2.5
16. HSBC GIF Indian Equity AD: -3.7
17. PF (Lux) Indian Equities-P: -3.9
18. INVESCO India Equity Fund A: -4.2
19. Magna India Fund A: -5.4
Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 16.02.2007.
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Indien
www.india.gov.in
www.bseindia.com


