"Indien war reif für einen Rückschlag"
"Der Markt war schlichtweg reif für einen Rückschlag"
Ein Diamant ist unvergänglich – heißt es. Vor Kratzern sind die wertvollen Steine indes nicht gefeit. Das gilt auch für Indien. "Der Glanz des einstmals schillernden Juwels hat in den letzten Monaten einige Kratzer bekommen", sagt der Aktienchef von Aberdeen Asset Management, Hugh Young.
Seit Anfang 2008 hat der Leitindex BSE Sensex 30 rund 31 Prozent an Wert verloren. Auf Eurobasis sind es sogar 42 Prozent. Damit zählt die Börse in Bombay zu den größten Verlierern dieses Jahres. Dementsprechend rutschten Indien-Fonds von der Spitze ans untere Ende der Performancetabelle ab.
"Der Markt war schlichtweg reif für einen Rückschlag, nachdem er in nur vier Jahren um das Siebenfache zugelegt hatte", sagt Young. Er und andere Großinvestoren haben in den vergangenen Monaten einen Großteil ihrer indischen Aktien verkauft. Seit Jahresanfang haben ausländische Fondsmanager unterm Strich 4,1 Milliarden Euro von der Bombayer Börse abgezogen.
Inflation steigt auf 13-Jahres-Hoch
"Indien wurde im Fonds untergewichtet", sagt zum Beispiel der Manager des DWS Emerging Markets (WKN 977301), Thomas Gerhardt. Auch Nidhi Mahurkar vom Pictet Emerging Markets (WKN 972822) und When Zhang-Goldberg vom Carmignac Emergents (WKN A0DPX3) sind bei Indien derzeit zurückhaltend.
Für die Flucht aus Indien gibt es zwei Gründe: Zum einen sind Investoren im Zuge der globalen Finanzkrise bei Schwellenländerpapieren generell vorsichtiger geworden. Zum anderen steht Indiens Wirtschaft vor besonders großen Problemen.
Das Hauptproblem ist die enorm hohe Teuerungsrate. Derzeit liegt sie bei 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit 13 Jahren und etwa das Doppelte dessen, was die indische Notenbank anpeilt. "Es ist wahrscheinlich, dass die Teuerung in einem Monat bis auf 13 Prozent steigt", sagt Dharmakirti Joshi von der Ratingagentur Standard & Poor’s.
Das heißt: Die Notenbank dürfte den Leitzins von derzeit 8,5 Prozent weiter erhöhen. Das wiederum würde die Konjunktur bremsen. Bereits jetzt macht sich in Indien die schwächere Weltkonjunktur bemerkbar: Im Mai stiegen die Exporte des Landes um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der geringste Zuwachs seit 14 Monaten. Marktbeobachter erwarten einen weiteren Rückgang.
"Die Analysten müssen ihre Gewinnprognosen noch deutlich herunterschrauben"
In der Folge müssten Unternehmen ihre Geschäftsprognosen nach unten korrigieren. Young: "Man muss noch mit einigen Gewinnwarnungen in den kommenden Monaten rechnen." Dieser Meinung ist auch Asien- Stratege Garry Evans von der Bank HSBC. "Die Analysten müssen ihre Gewinnprognosen je Aktie noch deutlich herunterschrauben", sagt er.
Ende Juli, nach den Quartalsergebnissen, könne es so weit sein. Daher hat die HSBC ihre Sensex-Prognose drastisch gesenkt: Ende Dezember werde das Börsenbarometer bei 14 000 Punkten stehen, heißt es. Vom derzeitigen Niveau entspräche das einer Seitwärtsbewegung. Zuvor hatte die Bank mit einem Anstieg auf 17 500 Zähler gerechnet.
Fazit: Wer jetzt in Indien-Fonds einsteigt, benötigt gute Nerven. Langfristig dürfte sich ein Investment in Indien aber auszahlen.
Aktienfonds Indien
Performance 1 Jahr (in %)
1. HSBC GIF Indian Equity AD: -15.5
2. ACM Bernstein India Growth A $: -22.9
3. PF (LUX) Indian Equities-P: -27.8
4. DWS India: -30.3
5. JF India A dist USD: -33.2
Performance 5 Jahre (in %)
1. HSBC GIF Indian Equity AD: 280.9
2. ACM Bernstein India Growth A $: 233.7
3. JF India A dist USD: 222.2
4. DWS India: 179.2
5. PF (LUX) Indian Equities-P: 160.3
WKN
1. ACM Bernstein India Growth A $: 973247
2. DWS India: 974879
3. HSBC GIF Indian Equity AD: 974873
4. JF India A dist USD: 974541
5. PF (LUX) Indian Equities-P: 935667
Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 30.06.2008.
Ein Diamant ist unvergänglich – heißt es. Vor Kratzern sind die wertvollen Steine indes nicht gefeit. Das gilt auch für Indien. "Der Glanz des einstmals schillernden Juwels hat in den letzten Monaten einige Kratzer bekommen", sagt der Aktienchef von Aberdeen Asset Management, Hugh Young.
Seit Anfang 2008 hat der Leitindex BSE Sensex 30 rund 31 Prozent an Wert verloren. Auf Eurobasis sind es sogar 42 Prozent. Damit zählt die Börse in Bombay zu den größten Verlierern dieses Jahres. Dementsprechend rutschten Indien-Fonds von der Spitze ans untere Ende der Performancetabelle ab.
"Der Markt war schlichtweg reif für einen Rückschlag, nachdem er in nur vier Jahren um das Siebenfache zugelegt hatte", sagt Young. Er und andere Großinvestoren haben in den vergangenen Monaten einen Großteil ihrer indischen Aktien verkauft. Seit Jahresanfang haben ausländische Fondsmanager unterm Strich 4,1 Milliarden Euro von der Bombayer Börse abgezogen.
Inflation steigt auf 13-Jahres-Hoch
"Indien wurde im Fonds untergewichtet", sagt zum Beispiel der Manager des DWS Emerging Markets (WKN 977301), Thomas Gerhardt. Auch Nidhi Mahurkar vom Pictet Emerging Markets (WKN 972822) und When Zhang-Goldberg vom Carmignac Emergents (WKN A0DPX3) sind bei Indien derzeit zurückhaltend.
Für die Flucht aus Indien gibt es zwei Gründe: Zum einen sind Investoren im Zuge der globalen Finanzkrise bei Schwellenländerpapieren generell vorsichtiger geworden. Zum anderen steht Indiens Wirtschaft vor besonders großen Problemen.
Das Hauptproblem ist die enorm hohe Teuerungsrate. Derzeit liegt sie bei 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit 13 Jahren und etwa das Doppelte dessen, was die indische Notenbank anpeilt. "Es ist wahrscheinlich, dass die Teuerung in einem Monat bis auf 13 Prozent steigt", sagt Dharmakirti Joshi von der Ratingagentur Standard & Poor’s.
Das heißt: Die Notenbank dürfte den Leitzins von derzeit 8,5 Prozent weiter erhöhen. Das wiederum würde die Konjunktur bremsen. Bereits jetzt macht sich in Indien die schwächere Weltkonjunktur bemerkbar: Im Mai stiegen die Exporte des Landes um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der geringste Zuwachs seit 14 Monaten. Marktbeobachter erwarten einen weiteren Rückgang.
"Die Analysten müssen ihre Gewinnprognosen noch deutlich herunterschrauben"
In der Folge müssten Unternehmen ihre Geschäftsprognosen nach unten korrigieren. Young: "Man muss noch mit einigen Gewinnwarnungen in den kommenden Monaten rechnen." Dieser Meinung ist auch Asien- Stratege Garry Evans von der Bank HSBC. "Die Analysten müssen ihre Gewinnprognosen je Aktie noch deutlich herunterschrauben", sagt er.
Ende Juli, nach den Quartalsergebnissen, könne es so weit sein. Daher hat die HSBC ihre Sensex-Prognose drastisch gesenkt: Ende Dezember werde das Börsenbarometer bei 14 000 Punkten stehen, heißt es. Vom derzeitigen Niveau entspräche das einer Seitwärtsbewegung. Zuvor hatte die Bank mit einem Anstieg auf 17 500 Zähler gerechnet.
Fazit: Wer jetzt in Indien-Fonds einsteigt, benötigt gute Nerven. Langfristig dürfte sich ein Investment in Indien aber auszahlen.
Aktienfonds Indien
Performance 1 Jahr (in %)
1. HSBC GIF Indian Equity AD: -15.5
2. ACM Bernstein India Growth A $: -22.9
3. PF (LUX) Indian Equities-P: -27.8
4. DWS India: -30.3
5. JF India A dist USD: -33.2
Performance 5 Jahre (in %)
1. HSBC GIF Indian Equity AD: 280.9
2. ACM Bernstein India Growth A $: 233.7
3. JF India A dist USD: 222.2
4. DWS India: 179.2
5. PF (LUX) Indian Equities-P: 160.3
WKN
1. ACM Bernstein India Growth A $: 973247
2. DWS India: 974879
3. HSBC GIF Indian Equity AD: 974873
4. JF India A dist USD: 974541
5. PF (LUX) Indian Equities-P: 935667
Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 30.06.2008.


