Inflation oder das Gespenst vom Boulevard
Parallelen zu den 70er-Jahren
Die Signale sorgen für Unruhe: Der Ölpreis stieg vergangene Woche auf über 90 Dollar für ein Barrel (159 Liter). Das sind 84 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. In der Folge kletterten auch die Preise für Diesel, Benzin und Heizöl auf neue Höchstmarken. Für Brot und Milchprodukte müssen Verbraucher mehr hinlegen, die Energieversorger kündigten deftige Aufschläge beim Strompreis an.
Prompt löste Deutschlands größte Boulevardzeitung "Inflationsalarm" aus. Hätte die Bild-Zeitung recht, dann hätten Anleger allen Grund, sich ernsthafte Gedanken über massive Absicherungsarbeiten an ihrem Vermögen zu machen. Eine echte Inflation mit zweistelligen Preissteigerungsraten in der gesamten Volkswirtschaft endet für gewöhnlich in der Rezession.
Die Notenbanken bringen die bei einer Inflation immer zu beobachtende Lohn-Preis-Spirale durch eine Vollbremsung zum Stehen, indem sie den Leitzins deutlich heraufsetzen. Kredite werden so drastisch verteuert.
Die Investitionen schrumpfen, die Konjunktur bricht ein. Arbeitslosigkeit ist die Folge, das Ende der Preis- und Lohnerhöhungen. Zuletzt so geschehen in den 70er-Jahren, als der Ölpreis explodierte und in der Folge zweistellige Lohnerhöhungsrunden in Gang kamen. Besitzer von Aktien und Anleihen würden auch dieses Mal wieder massive Kursverluste erleiden.
"Inflationsrisiken in den Schwellenländern, nicht in den Industrieländern"
Und heute? Die Ölpreisexplosion ist da. Doch genügt das schon, um das Katastrophenszenario Realität werden zu lassen? Nein, sagen die Experten. Zum Beispiel Uwe Fuiten, Geschäftsführer der WestLB Mellon Asset Management. Er beruhigt: "Was wir registrieren, ist ein Anstieg der Preissteigerungsraten, das ist aber noch nicht gleichbedeutend mit einer Inflation."
Warum die teilweise drastischen Preissteigerungen auf den Märkten für Öl, Rohstoffe und Nahrungsmittel in den vergangenen Monaten die Experten relativ kalt lassen, erläutert Richard Berner, US-Chefökonom bei Morgan Stanley: "Die Gefahr einer globalen Inflation besteht nicht. Das ist falscher Alarm. Dass diese Sorge vor einem weltweiten Anstieg der Inflationsraten zunimmt, ist kein Wunder. Die Preise für Öl, Nahrungsmittel und Rohstoffe steigen, und der Dollar ist schwach. Die wahre Geschichte ist, dass Inflationsrisiken regional und nicht global sind."
Die Risiken seien am höchsten in einigen der boomenden Schwellenländer. "Im Gegensatz dazu hat das Inflationsrisiko in einigen der großen Industrieländer den Höhepunkt bereits überschritten und geht wieder zurück."
Höhere Preise zeigen knappe Güter an
Für Anleger verbirgt sich hinter den Preissteigerungen, die Berner so ungerührt aufzählt, sogar ein ausgesprochen positives Szenario: Sie sind Ausdruck eines anhaltend starken Wirtschaftswachstums weltweit. Eines weitgehend inflationsfreien.
Warum diesmal alles anders ist als in den 70ern, begründet Jan Amrit Poser, Chefökonom der Schweizer Bank Sarasin, mit dem Unterschied zwischen "Angebotsschock" und "Nachfrageschock": "Kommt es zu einer Verknappung des Angebots, weil der Ölhahn aufgrund geopolitischer Spannungen zugedreht wird, ist der Schaden ungleich größer, als wenn es steigende und daher robuste Nachfrage ist, welche den Ölpreis in die Höhe treibt."
Der Begriff Nachfrageschock könnte missverständlich sein. Tatsache ist, dass die aktuellen Preise für Öl und Nahrung genau das sind was sie sein sollen: Anzeiger von Knappheiten. Wenn Güter knapp werden, müssen sie teurer werden. Inflation bedeutet, dass die Preise ihre Funktion als Anzeiger von Knappheiten verloren haben. Die Schlüsselrolle spielen hierbei die Löhne.
Lohn-Preis-Spirale steht nicht bevor
Von einer Lohn-Preis-Spirale ist derzeit allerdings weit und breit nichts zu sehen. Weder in Deutschland noch in Europa oder dem Rest der Welt. Die Lohn-Preis-Spirale aber ist unerlässlich für eine echte gesamtwirtschaftliche Inflation.
Dabei koppeln sich die Löhne von der Produktivitätsentwicklung ab. Bestimmend für die Lohnforderungen sind dann die Erwartungen zukünftiger Preissteigerungen. Ökonomen sprechen von den sogenannten Zweitrunden.
In der Folge treffen immer mehr Menschen ihre Entscheidungen über den Kauf von Gütern unter dem Aspekt von erwarteten Preissteigerungen. Um Lohnforderungen in prozentual zweistelliger Höhe durchzusetzen, müsste die Arbeitnehmerseite jedoch über eine entsprechende Marktmacht verfügen. Davon kann keine Rede sein. Uwe Fuiten: "Wir gehen zwar von einer strukturell hohen Nachfrage nach Rohstoffen aus, aber nicht davon, dass dies einen inflationären Prozess auslöst und schon gar nicht, dass der dann auf die Lohnseite überspringt."
"Millionen Hungerlöhner drücken die Löhne"
Daran wird sich auch so schnell nichts ändern: "Ich befürchte, dass die Löhne in Deutschland über viele Jahre weiter stagnieren werden", sagt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Seine Begründung: "Millionen Hungerlöhner aus China, Indien und anderen Ländern drängen auf den Weltarbeitsmarkt" – und drücken die Löhne.
Und die Preise für eine Vielzahl von Gütern, die China nach Europa und in die USA exportiert. Der boomende Fernost-Staat löst Deutschland in diesem Jahr als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ab.
Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte die Wachstumsrate noch bei 11,9 Prozent gelegen. In den ersten neun Monaten wuchs Chinas Volkswirtschaft nach offiziellen Berechnungen damit um 11,5 Prozent.
Könnte China vielleicht selbst Auslöser einer inflationären Entwicklung sein? Nein, sagt Jonathan Anderson, Asien-Chefvolkswirt der UBS, gegenüber €uro am Sonntag: "Weder die Inflationsraten noch die Wachstumsraten sind ein Problem für die Stabilität der chinesischen Wirtschaft. Wir erwarten deshalb keine starke Aktion vonseiten der Regierung, um das Wachstum zu bremsen. Wir sehen auch keine landesweite Blase im Immobiliensektor. In einzelnen Regionen erwarten wir jedoch Maßnahmen, um den Preisauftrieb zu bremsen."
Wie reagiert die EZB?
Der zuletzt starke Anstieg des Konsumpreisindexes in China sei ausschließlich auf Nahrungsmittel und in dieser Kategorie ausschließlich auf teures Fleisch und teure Eier zurückzuführen. "Die Preisentwicklung bei den anderen Lebensmitteln ist normal."
Keine Inflation. Nirgends. Dennoch ist sie ein Thema, nicht nur für das gesunde Volksempfinden, sondern auch für die Profis von der Europäischen Zentralbank EZB. Deren Chef, Jean-Claude Trichet, wird nicht müde, vor der Geldentwertung zu warnen und öffentlich Leitzinssteigerungen zu erwägen.
Bei einer Veranstaltung an der US-Eliteuniversität Harvard vergangene Woche betonte Trichet die zentrale Rolle der Inflationsbekämpfung: "Geldpolitik muss sicherstellen, dass die Inflationserwartungen gut verankert sind. Das bedeutet ein starkes Bekenntnis zur Preisstabilität."
Die meisten Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Zentralbank bei ihrer Zinssitzung am 8. November den Leitzins bei 4,00 Prozent lassen wird.
Die Europäische Zentralbank hatte schon zuletzt auf eine eigentlich längst geplante Erhöhung des Leitzinses für die Euro-Zone verzichtet, um den wegen der jüngsten Turbulenzen angespannten Finanzmärkten eine Atempause zu verschaffen.
Fed will Rezession vorbeugen
Ungeachtet zunehmender Inflationsrisiken, rechnet die Mehrheit der Experten in den kommenden Monaten nicht mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik, da sich, ausgehend von der US-Immobilienkrise, auch in Europa erste Bremsspuren in der Konjunktur zeigen.
In den USA ist von Zinserhöhungen schon längst keine Rede mehr. Notenbank-Chef Ben Bernanke wird die US-Leitzinsen an diesem Mittwoch wohl noch einmal senken, um 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Die USA haben kein Inflationsproblem, sondern ein Szenario, das es für Bernanke angeraten sein lässt, die Gefahr einer Rezession zu mindern.
Der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, schreibt in seinem Wochenausblick, dass jüngste Äußerungen von US-Notenbankern darauf hindeuten, dass "sie auch nach dem Zinsschritt um einen halben Prozentpunkt im September weiterhin die Notwendigkeit sehen, sich gegen konjunkturelle Abwärtsrisiken aufgrund verschlechterter Kreditbedingungen und der Talfahrt am Wohnimmobilienmarkt abzusichern".
Der US-Häusermarkt liefert das Musterbeispiel für die üblen Auswirkungen einer inflationären Entwicklung. Die Preise auf dem Markt waren von den völlig überhöhten Erwartungen der Marktteilnehmer für die Zukunft geprägt worden.
Die Aufräumarbeiten nach dem Platzen der Preiserwartungsblase belasten die US-Konjunktur. Aufgeblasen wurde der Markt durch billige Kredite. Die wiederum sind Begleiterscheinung der in den letzten Jahren weltweit massiv ausgeweiteten Geldmenge.
"Erhöhte ,Crash‘-Gefahr"
Anlass, weitere Blasen zu suchen? Thorsten Polleit, Chefökonom von Barclays Capital Deutschland, warnt vor den Preisblasen in einzelnen Märkten für Vermögenswerte, wie etwa Immobilien: "Vor allem sorgt Vermögenspreisinflation für Fehlinvestitionen und Spekulationswellen, und das erhöht die ,Crash‘-Gefahr."
Weniger in den Immobilienmärkten als in Übertreibungen bei den Wachstumstreibern Asiens sieht WestLB-Mellon-Experte Fuiten Gefahren für die Realwirtschaft: "Wo ich sicherlich langfristig ein Risiko sehe, und das ist das Entscheidende, das ist generell das Thema Emerging Markets. Das, was wir in China oder Indien sehen, ist an sich eine gute Entwicklung. Allerdings: Wenn hier die Übertreibungen, in denen wir schon drin sind, weitergehen, und sich dann Ungleichgewichte weiter aufbauen, dann kann sich das dort einmal in Krisen entladen, die dann wiederum realwirtschaftlich auf Europa und die USA ausstrahlen. Das wäre kaum zu vermeiden."
Ölländer geben Petrodollar wieder aus
Wie sollen Anleger reagieren? Angesichts des Fehlens eines gesamtwirtschaftlichen Inflationsszenarios erwarten die meisten Experten letztlich eine positive Entwicklung an den Börsen und Kapitalmärkten.
Die wird vom hohen Ölpreis und den hohen Rohstoffpreisen sogar noch angeschoben. Denn was den Konsumenten in Europa an der Tankstelle aus der Tasche gezogen wird, landet in den Kassen der Lieferantenländer. Und die haben ein massives Problem: Wohin mit dem ganzen Geld? An die Börsen dieser Welt natürlich.
Sarasin-Experte Poser: "Es ist so, dass der Konsument eine gegebene Kaufkraft hat, von der ein Teil durch höhere Ölpreise weggenommen wird. Er wird sozusagen in die Opec-Länder exportiert. Diese Länder haben aber eine niedrigere Sparquote, können das gar nicht so absorbieren – im Sinn von genauso viel ausgeben, wie sie einnehmen –, das sind dann sogenannte Windfalls, Gewinne, die je nach System bei den Zentralbanken oder den Unternehmen auftauchen."
Das Recycling der Petrodollar an den Finanzmärkten der Welt sei ein Prozess, auf den sich Anleger einstellen sollten, so Poser. Im Windschatten der recycelten Petrodollar lässt sich als Anleger durchaus entspannt auf steigende Ölpreise schauen.
Gewinne trotz hoher Ölpreise
Die zukünftigen Unternehmensgewinne als wichtigstes Kriterium für die Börsenbewertung profitieren zudem von einer wachstumsgetriebenen Rohstoffverteuerung. Vielleicht mit Ausnahme des Konsumgütersektors, der je nach Wettbewerbsintensität – entgegen der Annahme der "Bild"-Zeitung – nicht alle Preissteigerungen schnell genug auf den Konsumenten überwälzen kann.
Unter anderem wegen der Gewinne der Unternehmen müsse man sich um den Sektor keine großen Sorgen machen, meint Experte Poser. Denn die Erfahrung zeigt, dass der Anstieg von Rohstoffpreisen bei guter Konjunktur leicht an Verbraucher oder Firmenkunden weitergegeben werden kann. Die Margen werden geschont. Das Beispiel der US-Konzerne zeigt, dass höhere Ölpreise bei guter Konjunktur keine negativen Auswirkungen haben.
Fast alles wird billiger!
Im Gegenteil. Aktieninvestments werden durch starkes und stabiles globales Wirtschaftswachstum gestützt. In der vergangenen Woche gab der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für 2008 bekannt: 4,8 Prozent Wachstum, ein robuster Wert.
Investoren sollten auf die Lohn-Preis-Spirale achten. Der gefährlichste Ort der Welt für die Entstehung von Inflation ist die chinesische Ostküste, wo die Haupttreiber des Wachstums und der hohen Nachfrage nach Öl und Rohstoffen sitzen.
Doch dort ist von einer Lohnentwicklung oberhalb der Produktivitätsentwicklung keine Rede. Die Realität verhält sich nämlich genau im umgekehrten Sinn: Die Produktivität wächst schneller, als die Löhne steigen. Fast alles wird billiger!
Daten und Fakten zur Inflation
Globale Inflation: Falscher Alarm
Die Sorge um weltweit steigende Inflation ist verständlich, aber übertrieben. Steigende Inflationsraten bleiben ein regionales Phänomen. Billiges Geld und starke Kapitalmärkte führen in Ländern wie Russland oder Indien bei starkem Wachstum zu höherer Inflation. Das ist nicht schlimm. Im Westen geht die Inflation mittelfristig zurück.
Region/Land: Preissteigerung Q4 2007 (2008)
1. Russland: 7,7 % (7,0 %)
2. Indien: 6,2 % (5,9 %)
3. Lateinamerika: 5,4 % (5,8 %)
4. Schwellenländer: 4,8 % (4,7 %)
5. China: 4,2 % (4,1 %)
6. Asien ex Japan: 4,0 % (4,0 %)
7. USA: 3,8 % (2,4 %)
8. Westliche Industrieländer: 2,5 % (2,0 %)
9. Deutschland: 2,1 % (1,3 %)
10. Japan: -0,2 % (0,5 %)
Quelle: Schätzungen von JPMorgan
Autos: China rollt Afrika auf In Europa sind Chinas
Autobauer bisher gescheitert. In afrikanischen Ländern wie Kenia, Uganda, Tansania und Südafrika können die Menschen Neuwagen aus chinesischer Fabrikation kaufen, die deutlich billiger sind als gut erhaltene europäische oder japanische gebrauchte.
Computer und Elektronik: Kontinuierlich billiger
Die Preise für Computer und Unterhaltungselektronik und vor allem für moderne LCD- und Plasmafernseher befinden sich im permanenten Sinkflug. Die Gründe: schneller technischer Fortschritt, günstige und effiziente Fertigung in Asien sowie starke Konkurrenz.
Stahl: EU droht mit Strafzöllen
China überschwemmt Europa mit Billigstahl. Bis Ende August verkauften die Stahlkocher der Volksrepublik 50 Millionen Tonnen ins Ausland. Die gesamte deutsche Stahlproduktion wird in diesem Jahr etwa 48,6 Millionen Tonnen betragen. Die EU droht jetzt mit Strafzöllen.
Nahrungsmittel: Sieben Prozent mehr für Milch
Molkereiprodukte und Eier kosteten im Oktober rund sieben Prozent mehr als im September. Die Preise von Gurken und Tomaten zogen um rund 40 Prozent an. Morgen gibt das Statistische Bundesamt die Jahresteuerungsrate bekannt. Volkswirte schätzen sie auf 2,4 Prozent.
Benzin, Diesel, Heizöl: Immer kostspieliger
Benzin und Diesel sind zwölf Prozent teurer als zu Jahresanfang. Ein Barrel Rohöl kostete am Freitag 92 Dollar, ein neues Hoch. Rohstoffhändler glauben, dass die 100- Dollar-Marke erreicht wird. Teures Benzin ärgert den Verbraucher. Firmen kommen mit hohen Ölpreisen klar.
Gold: Der Preis steigt weiter
Gold ist mit 780 Dollar pro Feinunze wieder so teuer wie vor 27 Jahren. Händler gehen davon aus, dass die 800-Dollar-Marke bald fällt. Ein hoher Ölpreis, der schwache Dollar und die pessimistischen Wirtschaftsaussichten in den USA seien die Gründe dafür.
Inflationsraten: Seit Ende der 70er unter Kontrolle
Es ist eine große Erfolgsgeschichte für die Zinspolitik der meisten Zentralbanken. Seit dem Ölboykott der Opec in den Jahren 1974 bis 1979 haben das Niveau und die Schwankung von Inflationsraten stark abgenommen.
Chinesische Volkswirtschaft: Motor für globales Wachstum
Das Wachstum der Löhne und Lohnstückkosten ist in China deutlich niedriger als der Anstieg der Produktivität. Die guten Voraussetzungen führen auf absehbare Zeit zu starkem und solidem Wirtschaftswachstum.
Gewinne und steigender Ölpreis: Bisher keine Probleme
Offensichtlich verdienen die Konzerne in den USA durch steigende Ölpreise nicht weniger. Die Erfahrung zeigt, dass Ölpreiserhöhungen leicht weitergegeben werden können. Das schützt die Margen.
Einfluss der Petrodollar: Mehr Liquidität an den Märkten
Die Gewinne der Unternehmen erdölexportierender Länder fließen zu einem erheblichen Anteil in Staatsfonds. Der starke Anstieg des Ölpreises führt zu deutlich höheren Devisenreserven. Diese Milliardenbeträge werden am Kapitalmarkt investiert – zur Freude der Anleger.
Investments mit eingebautem Inflationsschutz
LGT BFG Inflation Linked: Schutz vor der Teuerung
Lange Jahre nur in den USA ein Renner, sind inflationsgeschützte Anleihen nun auch in Europa ein Thema. Bei diesen Bonds ist der Nominalwert an die Entwicklung eines bestimmten Verbraucherpreisindexes gekoppelt. Soll heißen: Legen die Preise um einen gewissen Prozentsatz zu, steigen die Zinszahlungen in gleichem Maß. Für Anleger gut geeignet ist der LGT Bond Fund Global Inflation Linked. Mit einem Plus von über vier Prozent gehört der Fonds zu den besten seiner Kategorie.
Rentenfonds Inflationsschutz: Performance seit 1.1.2007 (in %)
1. LGT Glob. Inflat. Linked EUR B: 4.2
2. Deka-RentenReal: 3.1
3. Lyxor ETF EuroMTS Inflat.Linked: 1.5
4. DWS Invest Inflat. Protect LC: 1.5
5. UniEuroRenta Real Zins A: 1.2
6. cominvest InflationsSchutz P: 0.9
7. UniEuroRenta Real Zins -net- A: 0.9
8. Allianz-dit Euro Bond Real Return: -1.4
Fonds: WKN
1. LGT Glob. Inflat. Linked EUR B: 964795
2. Deka-RentenReal: DK0AYK
3. Lyxor ETF EuroMTS Inflat.Linked: A0F7AM
4. DWS Invest Inflat. Protect LC: A0B5JR
5. UniEuroRenta Real Zins A: A0CA69
6. cominvest InflationsSchutz P: A0DKRF
7. UniEuroRenta Real Zins -net- A: A0CA7A
8. Allianz-dit Euro Bond Real Return: A0DNUF
Lyxor Gold Bullion Security: Goldenes Papier
Gold gilt als idealer Schutz in inflationären Zeiten. Denn als begrenztes Gut ist das Edelmetall nicht von der Geldentwertung betroffen. Zum Kauf von physischem Gold gibt es seit diesem Jahr eine sehr interessante Alternative. Seit April sind die Lyxor Gold Bullion Securities auf dem Markt. Jedes der börsengehandelten Papiere ist mit einer Zehntelunze Gold unterlegt, das in einem Banktresor aufbewahrt wird. Die jährlichen Verwaltungsgebühren sind mit 0,4 Prozent relativ niedrig. Agio bis zu 0,00 Prozent.
Die Signale sorgen für Unruhe: Der Ölpreis stieg vergangene Woche auf über 90 Dollar für ein Barrel (159 Liter). Das sind 84 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. In der Folge kletterten auch die Preise für Diesel, Benzin und Heizöl auf neue Höchstmarken. Für Brot und Milchprodukte müssen Verbraucher mehr hinlegen, die Energieversorger kündigten deftige Aufschläge beim Strompreis an.
Prompt löste Deutschlands größte Boulevardzeitung "Inflationsalarm" aus. Hätte die Bild-Zeitung recht, dann hätten Anleger allen Grund, sich ernsthafte Gedanken über massive Absicherungsarbeiten an ihrem Vermögen zu machen. Eine echte Inflation mit zweistelligen Preissteigerungsraten in der gesamten Volkswirtschaft endet für gewöhnlich in der Rezession.
Die Notenbanken bringen die bei einer Inflation immer zu beobachtende Lohn-Preis-Spirale durch eine Vollbremsung zum Stehen, indem sie den Leitzins deutlich heraufsetzen. Kredite werden so drastisch verteuert.
Die Investitionen schrumpfen, die Konjunktur bricht ein. Arbeitslosigkeit ist die Folge, das Ende der Preis- und Lohnerhöhungen. Zuletzt so geschehen in den 70er-Jahren, als der Ölpreis explodierte und in der Folge zweistellige Lohnerhöhungsrunden in Gang kamen. Besitzer von Aktien und Anleihen würden auch dieses Mal wieder massive Kursverluste erleiden.
"Inflationsrisiken in den Schwellenländern, nicht in den Industrieländern"
Und heute? Die Ölpreisexplosion ist da. Doch genügt das schon, um das Katastrophenszenario Realität werden zu lassen? Nein, sagen die Experten. Zum Beispiel Uwe Fuiten, Geschäftsführer der WestLB Mellon Asset Management. Er beruhigt: "Was wir registrieren, ist ein Anstieg der Preissteigerungsraten, das ist aber noch nicht gleichbedeutend mit einer Inflation."
Warum die teilweise drastischen Preissteigerungen auf den Märkten für Öl, Rohstoffe und Nahrungsmittel in den vergangenen Monaten die Experten relativ kalt lassen, erläutert Richard Berner, US-Chefökonom bei Morgan Stanley: "Die Gefahr einer globalen Inflation besteht nicht. Das ist falscher Alarm. Dass diese Sorge vor einem weltweiten Anstieg der Inflationsraten zunimmt, ist kein Wunder. Die Preise für Öl, Nahrungsmittel und Rohstoffe steigen, und der Dollar ist schwach. Die wahre Geschichte ist, dass Inflationsrisiken regional und nicht global sind."
Die Risiken seien am höchsten in einigen der boomenden Schwellenländer. "Im Gegensatz dazu hat das Inflationsrisiko in einigen der großen Industrieländer den Höhepunkt bereits überschritten und geht wieder zurück."
Höhere Preise zeigen knappe Güter an
Für Anleger verbirgt sich hinter den Preissteigerungen, die Berner so ungerührt aufzählt, sogar ein ausgesprochen positives Szenario: Sie sind Ausdruck eines anhaltend starken Wirtschaftswachstums weltweit. Eines weitgehend inflationsfreien.
Warum diesmal alles anders ist als in den 70ern, begründet Jan Amrit Poser, Chefökonom der Schweizer Bank Sarasin, mit dem Unterschied zwischen "Angebotsschock" und "Nachfrageschock": "Kommt es zu einer Verknappung des Angebots, weil der Ölhahn aufgrund geopolitischer Spannungen zugedreht wird, ist der Schaden ungleich größer, als wenn es steigende und daher robuste Nachfrage ist, welche den Ölpreis in die Höhe treibt."
Der Begriff Nachfrageschock könnte missverständlich sein. Tatsache ist, dass die aktuellen Preise für Öl und Nahrung genau das sind was sie sein sollen: Anzeiger von Knappheiten. Wenn Güter knapp werden, müssen sie teurer werden. Inflation bedeutet, dass die Preise ihre Funktion als Anzeiger von Knappheiten verloren haben. Die Schlüsselrolle spielen hierbei die Löhne.
Lohn-Preis-Spirale steht nicht bevor
Von einer Lohn-Preis-Spirale ist derzeit allerdings weit und breit nichts zu sehen. Weder in Deutschland noch in Europa oder dem Rest der Welt. Die Lohn-Preis-Spirale aber ist unerlässlich für eine echte gesamtwirtschaftliche Inflation.
Dabei koppeln sich die Löhne von der Produktivitätsentwicklung ab. Bestimmend für die Lohnforderungen sind dann die Erwartungen zukünftiger Preissteigerungen. Ökonomen sprechen von den sogenannten Zweitrunden.
In der Folge treffen immer mehr Menschen ihre Entscheidungen über den Kauf von Gütern unter dem Aspekt von erwarteten Preissteigerungen. Um Lohnforderungen in prozentual zweistelliger Höhe durchzusetzen, müsste die Arbeitnehmerseite jedoch über eine entsprechende Marktmacht verfügen. Davon kann keine Rede sein. Uwe Fuiten: "Wir gehen zwar von einer strukturell hohen Nachfrage nach Rohstoffen aus, aber nicht davon, dass dies einen inflationären Prozess auslöst und schon gar nicht, dass der dann auf die Lohnseite überspringt."
"Millionen Hungerlöhner drücken die Löhne"
Daran wird sich auch so schnell nichts ändern: "Ich befürchte, dass die Löhne in Deutschland über viele Jahre weiter stagnieren werden", sagt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Seine Begründung: "Millionen Hungerlöhner aus China, Indien und anderen Ländern drängen auf den Weltarbeitsmarkt" – und drücken die Löhne.
Und die Preise für eine Vielzahl von Gütern, die China nach Europa und in die USA exportiert. Der boomende Fernost-Staat löst Deutschland in diesem Jahr als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ab.
Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte die Wachstumsrate noch bei 11,9 Prozent gelegen. In den ersten neun Monaten wuchs Chinas Volkswirtschaft nach offiziellen Berechnungen damit um 11,5 Prozent.
Könnte China vielleicht selbst Auslöser einer inflationären Entwicklung sein? Nein, sagt Jonathan Anderson, Asien-Chefvolkswirt der UBS, gegenüber €uro am Sonntag: "Weder die Inflationsraten noch die Wachstumsraten sind ein Problem für die Stabilität der chinesischen Wirtschaft. Wir erwarten deshalb keine starke Aktion vonseiten der Regierung, um das Wachstum zu bremsen. Wir sehen auch keine landesweite Blase im Immobiliensektor. In einzelnen Regionen erwarten wir jedoch Maßnahmen, um den Preisauftrieb zu bremsen."
Wie reagiert die EZB?
Der zuletzt starke Anstieg des Konsumpreisindexes in China sei ausschließlich auf Nahrungsmittel und in dieser Kategorie ausschließlich auf teures Fleisch und teure Eier zurückzuführen. "Die Preisentwicklung bei den anderen Lebensmitteln ist normal."
Keine Inflation. Nirgends. Dennoch ist sie ein Thema, nicht nur für das gesunde Volksempfinden, sondern auch für die Profis von der Europäischen Zentralbank EZB. Deren Chef, Jean-Claude Trichet, wird nicht müde, vor der Geldentwertung zu warnen und öffentlich Leitzinssteigerungen zu erwägen.
Bei einer Veranstaltung an der US-Eliteuniversität Harvard vergangene Woche betonte Trichet die zentrale Rolle der Inflationsbekämpfung: "Geldpolitik muss sicherstellen, dass die Inflationserwartungen gut verankert sind. Das bedeutet ein starkes Bekenntnis zur Preisstabilität."
Die meisten Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Zentralbank bei ihrer Zinssitzung am 8. November den Leitzins bei 4,00 Prozent lassen wird.
Die Europäische Zentralbank hatte schon zuletzt auf eine eigentlich längst geplante Erhöhung des Leitzinses für die Euro-Zone verzichtet, um den wegen der jüngsten Turbulenzen angespannten Finanzmärkten eine Atempause zu verschaffen.
Fed will Rezession vorbeugen
Ungeachtet zunehmender Inflationsrisiken, rechnet die Mehrheit der Experten in den kommenden Monaten nicht mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik, da sich, ausgehend von der US-Immobilienkrise, auch in Europa erste Bremsspuren in der Konjunktur zeigen.
In den USA ist von Zinserhöhungen schon längst keine Rede mehr. Notenbank-Chef Ben Bernanke wird die US-Leitzinsen an diesem Mittwoch wohl noch einmal senken, um 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Die USA haben kein Inflationsproblem, sondern ein Szenario, das es für Bernanke angeraten sein lässt, die Gefahr einer Rezession zu mindern.
Der Chefvolkswirt der Deka-Bank, Ulrich Kater, schreibt in seinem Wochenausblick, dass jüngste Äußerungen von US-Notenbankern darauf hindeuten, dass "sie auch nach dem Zinsschritt um einen halben Prozentpunkt im September weiterhin die Notwendigkeit sehen, sich gegen konjunkturelle Abwärtsrisiken aufgrund verschlechterter Kreditbedingungen und der Talfahrt am Wohnimmobilienmarkt abzusichern".
Der US-Häusermarkt liefert das Musterbeispiel für die üblen Auswirkungen einer inflationären Entwicklung. Die Preise auf dem Markt waren von den völlig überhöhten Erwartungen der Marktteilnehmer für die Zukunft geprägt worden.
Die Aufräumarbeiten nach dem Platzen der Preiserwartungsblase belasten die US-Konjunktur. Aufgeblasen wurde der Markt durch billige Kredite. Die wiederum sind Begleiterscheinung der in den letzten Jahren weltweit massiv ausgeweiteten Geldmenge.
"Erhöhte ,Crash‘-Gefahr"
Anlass, weitere Blasen zu suchen? Thorsten Polleit, Chefökonom von Barclays Capital Deutschland, warnt vor den Preisblasen in einzelnen Märkten für Vermögenswerte, wie etwa Immobilien: "Vor allem sorgt Vermögenspreisinflation für Fehlinvestitionen und Spekulationswellen, und das erhöht die ,Crash‘-Gefahr."
Weniger in den Immobilienmärkten als in Übertreibungen bei den Wachstumstreibern Asiens sieht WestLB-Mellon-Experte Fuiten Gefahren für die Realwirtschaft: "Wo ich sicherlich langfristig ein Risiko sehe, und das ist das Entscheidende, das ist generell das Thema Emerging Markets. Das, was wir in China oder Indien sehen, ist an sich eine gute Entwicklung. Allerdings: Wenn hier die Übertreibungen, in denen wir schon drin sind, weitergehen, und sich dann Ungleichgewichte weiter aufbauen, dann kann sich das dort einmal in Krisen entladen, die dann wiederum realwirtschaftlich auf Europa und die USA ausstrahlen. Das wäre kaum zu vermeiden."
Ölländer geben Petrodollar wieder aus
Wie sollen Anleger reagieren? Angesichts des Fehlens eines gesamtwirtschaftlichen Inflationsszenarios erwarten die meisten Experten letztlich eine positive Entwicklung an den Börsen und Kapitalmärkten.
Die wird vom hohen Ölpreis und den hohen Rohstoffpreisen sogar noch angeschoben. Denn was den Konsumenten in Europa an der Tankstelle aus der Tasche gezogen wird, landet in den Kassen der Lieferantenländer. Und die haben ein massives Problem: Wohin mit dem ganzen Geld? An die Börsen dieser Welt natürlich.
Sarasin-Experte Poser: "Es ist so, dass der Konsument eine gegebene Kaufkraft hat, von der ein Teil durch höhere Ölpreise weggenommen wird. Er wird sozusagen in die Opec-Länder exportiert. Diese Länder haben aber eine niedrigere Sparquote, können das gar nicht so absorbieren – im Sinn von genauso viel ausgeben, wie sie einnehmen –, das sind dann sogenannte Windfalls, Gewinne, die je nach System bei den Zentralbanken oder den Unternehmen auftauchen."
Das Recycling der Petrodollar an den Finanzmärkten der Welt sei ein Prozess, auf den sich Anleger einstellen sollten, so Poser. Im Windschatten der recycelten Petrodollar lässt sich als Anleger durchaus entspannt auf steigende Ölpreise schauen.
Gewinne trotz hoher Ölpreise
Die zukünftigen Unternehmensgewinne als wichtigstes Kriterium für die Börsenbewertung profitieren zudem von einer wachstumsgetriebenen Rohstoffverteuerung. Vielleicht mit Ausnahme des Konsumgütersektors, der je nach Wettbewerbsintensität – entgegen der Annahme der "Bild"-Zeitung – nicht alle Preissteigerungen schnell genug auf den Konsumenten überwälzen kann.
Unter anderem wegen der Gewinne der Unternehmen müsse man sich um den Sektor keine großen Sorgen machen, meint Experte Poser. Denn die Erfahrung zeigt, dass der Anstieg von Rohstoffpreisen bei guter Konjunktur leicht an Verbraucher oder Firmenkunden weitergegeben werden kann. Die Margen werden geschont. Das Beispiel der US-Konzerne zeigt, dass höhere Ölpreise bei guter Konjunktur keine negativen Auswirkungen haben.
Fast alles wird billiger!
Im Gegenteil. Aktieninvestments werden durch starkes und stabiles globales Wirtschaftswachstum gestützt. In der vergangenen Woche gab der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für 2008 bekannt: 4,8 Prozent Wachstum, ein robuster Wert.
Investoren sollten auf die Lohn-Preis-Spirale achten. Der gefährlichste Ort der Welt für die Entstehung von Inflation ist die chinesische Ostküste, wo die Haupttreiber des Wachstums und der hohen Nachfrage nach Öl und Rohstoffen sitzen.
Doch dort ist von einer Lohnentwicklung oberhalb der Produktivitätsentwicklung keine Rede. Die Realität verhält sich nämlich genau im umgekehrten Sinn: Die Produktivität wächst schneller, als die Löhne steigen. Fast alles wird billiger!
Daten und Fakten zur Inflation
Globale Inflation: Falscher Alarm
Die Sorge um weltweit steigende Inflation ist verständlich, aber übertrieben. Steigende Inflationsraten bleiben ein regionales Phänomen. Billiges Geld und starke Kapitalmärkte führen in Ländern wie Russland oder Indien bei starkem Wachstum zu höherer Inflation. Das ist nicht schlimm. Im Westen geht die Inflation mittelfristig zurück.
Region/Land: Preissteigerung Q4 2007 (2008)
1. Russland: 7,7 % (7,0 %)
2. Indien: 6,2 % (5,9 %)
3. Lateinamerika: 5,4 % (5,8 %)
4. Schwellenländer: 4,8 % (4,7 %)
5. China: 4,2 % (4,1 %)
6. Asien ex Japan: 4,0 % (4,0 %)
7. USA: 3,8 % (2,4 %)
8. Westliche Industrieländer: 2,5 % (2,0 %)
9. Deutschland: 2,1 % (1,3 %)
10. Japan: -0,2 % (0,5 %)
Quelle: Schätzungen von JPMorgan
Autos: China rollt Afrika auf In Europa sind Chinas
Autobauer bisher gescheitert. In afrikanischen Ländern wie Kenia, Uganda, Tansania und Südafrika können die Menschen Neuwagen aus chinesischer Fabrikation kaufen, die deutlich billiger sind als gut erhaltene europäische oder japanische gebrauchte.
Computer und Elektronik: Kontinuierlich billiger
Die Preise für Computer und Unterhaltungselektronik und vor allem für moderne LCD- und Plasmafernseher befinden sich im permanenten Sinkflug. Die Gründe: schneller technischer Fortschritt, günstige und effiziente Fertigung in Asien sowie starke Konkurrenz.
Stahl: EU droht mit Strafzöllen
China überschwemmt Europa mit Billigstahl. Bis Ende August verkauften die Stahlkocher der Volksrepublik 50 Millionen Tonnen ins Ausland. Die gesamte deutsche Stahlproduktion wird in diesem Jahr etwa 48,6 Millionen Tonnen betragen. Die EU droht jetzt mit Strafzöllen.
Nahrungsmittel: Sieben Prozent mehr für Milch
Molkereiprodukte und Eier kosteten im Oktober rund sieben Prozent mehr als im September. Die Preise von Gurken und Tomaten zogen um rund 40 Prozent an. Morgen gibt das Statistische Bundesamt die Jahresteuerungsrate bekannt. Volkswirte schätzen sie auf 2,4 Prozent.
Benzin, Diesel, Heizöl: Immer kostspieliger
Benzin und Diesel sind zwölf Prozent teurer als zu Jahresanfang. Ein Barrel Rohöl kostete am Freitag 92 Dollar, ein neues Hoch. Rohstoffhändler glauben, dass die 100- Dollar-Marke erreicht wird. Teures Benzin ärgert den Verbraucher. Firmen kommen mit hohen Ölpreisen klar.
Gold: Der Preis steigt weiter
Gold ist mit 780 Dollar pro Feinunze wieder so teuer wie vor 27 Jahren. Händler gehen davon aus, dass die 800-Dollar-Marke bald fällt. Ein hoher Ölpreis, der schwache Dollar und die pessimistischen Wirtschaftsaussichten in den USA seien die Gründe dafür.
Inflationsraten: Seit Ende der 70er unter Kontrolle
Es ist eine große Erfolgsgeschichte für die Zinspolitik der meisten Zentralbanken. Seit dem Ölboykott der Opec in den Jahren 1974 bis 1979 haben das Niveau und die Schwankung von Inflationsraten stark abgenommen.
Chinesische Volkswirtschaft: Motor für globales Wachstum
Das Wachstum der Löhne und Lohnstückkosten ist in China deutlich niedriger als der Anstieg der Produktivität. Die guten Voraussetzungen führen auf absehbare Zeit zu starkem und solidem Wirtschaftswachstum.
Gewinne und steigender Ölpreis: Bisher keine Probleme
Offensichtlich verdienen die Konzerne in den USA durch steigende Ölpreise nicht weniger. Die Erfahrung zeigt, dass Ölpreiserhöhungen leicht weitergegeben werden können. Das schützt die Margen.
Einfluss der Petrodollar: Mehr Liquidität an den Märkten
Die Gewinne der Unternehmen erdölexportierender Länder fließen zu einem erheblichen Anteil in Staatsfonds. Der starke Anstieg des Ölpreises führt zu deutlich höheren Devisenreserven. Diese Milliardenbeträge werden am Kapitalmarkt investiert – zur Freude der Anleger.
Investments mit eingebautem Inflationsschutz
LGT BFG Inflation Linked: Schutz vor der Teuerung
Lange Jahre nur in den USA ein Renner, sind inflationsgeschützte Anleihen nun auch in Europa ein Thema. Bei diesen Bonds ist der Nominalwert an die Entwicklung eines bestimmten Verbraucherpreisindexes gekoppelt. Soll heißen: Legen die Preise um einen gewissen Prozentsatz zu, steigen die Zinszahlungen in gleichem Maß. Für Anleger gut geeignet ist der LGT Bond Fund Global Inflation Linked. Mit einem Plus von über vier Prozent gehört der Fonds zu den besten seiner Kategorie.
Rentenfonds Inflationsschutz: Performance seit 1.1.2007 (in %)
1. LGT Glob. Inflat. Linked EUR B: 4.2
2. Deka-RentenReal: 3.1
3. Lyxor ETF EuroMTS Inflat.Linked: 1.5
4. DWS Invest Inflat. Protect LC: 1.5
5. UniEuroRenta Real Zins A: 1.2
6. cominvest InflationsSchutz P: 0.9
7. UniEuroRenta Real Zins -net- A: 0.9
8. Allianz-dit Euro Bond Real Return: -1.4
Fonds: WKN
1. LGT Glob. Inflat. Linked EUR B: 964795
2. Deka-RentenReal: DK0AYK
3. Lyxor ETF EuroMTS Inflat.Linked: A0F7AM
4. DWS Invest Inflat. Protect LC: A0B5JR
5. UniEuroRenta Real Zins A: A0CA69
6. cominvest InflationsSchutz P: A0DKRF
7. UniEuroRenta Real Zins -net- A: A0CA7A
8. Allianz-dit Euro Bond Real Return: A0DNUF
Lyxor Gold Bullion Security: Goldenes Papier
Gold gilt als idealer Schutz in inflationären Zeiten. Denn als begrenztes Gut ist das Edelmetall nicht von der Geldentwertung betroffen. Zum Kauf von physischem Gold gibt es seit diesem Jahr eine sehr interessante Alternative. Seit April sind die Lyxor Gold Bullion Securities auf dem Markt. Jedes der börsengehandelten Papiere ist mit einer Zehntelunze Gold unterlegt, das in einem Banktresor aufbewahrt wird. Die jährlichen Verwaltungsgebühren sind mit 0,4 Prozent relativ niedrig. Agio bis zu 0,00 Prozent.


