27.02.2013 17:00
Bewerten
(2)

Fondsmanager Querg: "Vermögensverwalter sind nicht allwissend"

Innovation des Jahres: Fondsmanager Querg: "Vermögensverwalter sind nicht allwissend" | Nachricht | finanzen.net
Thorsten Querg, Global Family Value
Innovation des Jahres
DRUCKEN
Global Family Value: Fondsmanager Thorsten Querg über ­seine Investmentstrategie und die aktuelle Finanzmarktlage.
€uro am Sonntag
von Peter Gewalt, Euro am Sonntag

Vor wenigen Wochen zeichnete €uro am Sonntag gemeinsam mit der Schwesterpublikation €uro den Global Family Value mit dem Goldenen Bullen als „Fondsinnovation des Jahres“ aus. Denn seit ­Oktober 2012 können auch Privat­anleger in den Mischfonds investieren, der zuvor nur Kunden des Family Office Focam offenstand. Neu ist das Portfolio aber beileibe nicht. Der Fonds mit der Note 2 feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen.

€uro am Sonntag: Herr Querg, was hat sich für Sie als Fondsmanager in den vergangenen zehn Jahren am stärksten verändert?
Thorsten Querg:
Die Investoren sind ungeduldiger geworden. In Schwächephasen reagieren sie viel schneller als früher, indem sie ihr Kapital umschichten. Auf der einen Seite kann ich dieses Verhalten nachvollziehen, auf der anderen Seite ist das der falsche Ansatz für einen langfristigen Vermögensaufbau.

Weshalb?
Wenn Anleger — wie wir — das Ziel haben, mit einem Fonds in jedem Jahr eine positive Rendite bei möglichst geringer Schwankungsbreite zu erwirtschaften, dürfen sie nicht jedem kurzfristigen Trend folgen. Auch wenn es verlockend wäre, um die kurzfristige Wertentwicklung nach oben zu treiben.

Wie verfolgen Sie Ihren Ansatz?
Wir setzen auf maximale Diversifikation, um mögliche Verluste einer Anlageklasse durch Gewinne in einer anderen auszugleichen. Daher mischen wir in unserem Portfolio je nach der bestehenden Marktsituation flexibel Aktien, Anleihen, Rohstoffe sowie Wald- und Immobilieninvestments.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein und wie reagieren Sie darauf?
Wir sind derzeit leicht positiv gestimmt. Die sich verbessernden Konjunkturdaten in den USA und Asien, hier insbesondere China, stimmen uns optimistischer. Daher haben wir zuletzt die Aktienquote erhöht und setzen verstärkt auf Unternehmensanleihen mit Fokus auf Schwellenländer- sowie Hochzinsanleihen.

Nicht ganz risikolose Investments ...
Richtig, aber Anleger sind derzeit ­gezwungen, höhere Risiken einzu­gehen, um ihr Kapital zu erhalten. Denn traditionell defensive Anlagen wie deutsche Staatsanleihen sind inzwischen sehr teuer und bergen daher ein hohes Risiko für Rückschläge. Viele „sichere“ Investments sind längst nicht mehr risikolos.

Haben Sie die Eurokrise abgehakt?
Klares Nein. Zwar hat sich die Situation beruhigt, viele grundlegende Probleme sind aber weiterhin ungelöst und können jederzeit wieder eskalieren. Gegen diese Folgen sichern wir uns daher auch weiterhin durch eine maximale Streuung der Anlageklassen ab. So sind unter anderem Währungen wie etwa die Norwegische Krone oder der Schweizer Franken wichtiger Teil des Portfolios, auch wenn diese Währungen zuletzt unter Druck geraten sind.

Weshalb sind deutsche Unternehmen in Ihrem Fonds hoch gewichtet?
Das hat zwei Gründe. Erstens sind deutsche Unternehmen hervorragend aufgestellt, um vom Wachstum der Schwellenländer zu profitieren. Wir sitzen bildlich gesprochen im Fünf-Sterne-Restaurant — warum sollten wir dann woanders bestellen? Und zweitens haben wir über unseren Wirtschaftsbeirat sehr gute Beziehungen zu Unternehmen, die wir zur Lageeinschätzung der deutschen Wirtschaft nutzen können.

Warum investieren Sie nicht nur in Einzeltitel, sondern auch in Fonds?
Vermögensverwalter sind nicht allwissend. Wir maßen uns nicht an, in allen Sektoren Detailwissen zu haben. Daher vertrauen wir in bestimmten Bereichen wie etwa bei Schwellenländeranleihen der Expertise ausgewählter und ausgezeichneter Fondsmanager.

Welche Trends werden Sie in ­Zukunft beschäftigen?
Wir sind weiter auf der Suche nach neuen Themen, in die wir aus Diversifikationsgründen investieren können. Das könnten etwa Private-Equity-Unternehmen oder landwirtschaftliche Themen sein. Darüber hinaus werden wir unser Engagement in Wald und Forst ausbauen.

Investor-Info

Die FondsStrategie
Die Mischung macht’s

Der Global Family Value verfolgt einen vermögensverwaltenden Ansatz. Der langfristige Werterhalt hat dabei oberste Priorität, deswegen wird in alle wichtigen Anlageklassen investiert. „Der Fonds spiegelt damit die Investmentphilosophie der Focam wider, die in die Anlageentscheidung mit eingebunden ist“, erklärt Alexander von und zu Franckenstein, Geschäftsführer der Global Family Partners und Mitglied des Anlageausschusses der Focam AG. Mit 46 Prozent Plus in zehn Jahren hat der Multi-Asset-Fonds das selbst gesteckte Ziel erreicht.

Das FondsPortfolio
Einzeltitel und Fonds

Fondsmanager Thorsten Querg setzt wieder verstärkt auf Aktien. Neben Einzeltiteln werden auch Fonds, Waldinvestments und physische Rohstoffe berücksichtigt. Knapp 23 Prozent des Fondsvermögens sind aktuell in Deutschland investiert.

Bildquellen: Stefan Freund, pogonici / Shutterstock.com

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX rutscht zum Wochenende unter 13.000 -- US-Börsen mit neuen Rekorden -- Daimler meldet operativen Gewinneinbruch -- Bitcoin klettert über 6.000 Dollar-Marke -- PayPal, Atlassian, Apple im Fokus

Evotec-Aktie bricht ein: Lakewood erhöht Leerverkaufsposition. Siemens Gamesa greift nach Gewinnwarnung durch. EU-Mitarbeiter untersuchen BMW-Büros wegen Kartellverdachts. General Electric verfehlt Gewinnerwartungen. Software AG bleibt hinter Erwartungen zurück. Austausch der Aktiengattung der Linde AG im DAX.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Payment-Trend: Der Vormarsch von digitalen Zahlungsabwicklern

Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, warum vor allem asiatische Unternehmen beim Mobile-Payment eine wichtige Rolle spielen und welche Aktien vom mobilen Bezahlen profitieren könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
KW 42: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BMW AG519000
BASFBASF11
Allianz840400
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Siemens AG723610
CommerzbankCBK100
Bitcoin Group SEA1TNV9
Amazon906866